"Tatort"-Kommissar seit 2003: Jurymitglied Axel Milberg

Was wir bereits wissen
Er ist einer der populärsten Charakterdarsteller der deutschen Film- und Fernsehlandschaft. Und dies aus gutem Grund, denn keiner hat Verschrobenheit zu einer derartigen schauspielerischen Kunstform erhoben wie Axel Milberg.

“Konzentrierte Ökonomie” nennt der Wahlmünchener seine nuancenreiche Methode, selbst skurrilsten Figuren realistische Bodenhaftung zu verleihen. Eine mimische Qualität, die der heute 59-Jährige nach Ausbildung an der renommierten Otto Falkenberg Schule von 1981 bis 1998 als Ensemble-Mitglied der Münchener Kammerspiele verinnerlicht hat.

Fürs Theater hat der leidenschaftliche Schauspieler aber mittlerweile kaum noch Zeit. Seit 2003 ist der gebürtige Kieler in seiner Paraderolle als kauziger “Tatort”-Kommissar Borowski im Dauereinsatz. Sein 26. Fall “Borowski und die große Stille” nach einer Vorlage von Krimi-Legende Henning Mankell ist bereits im Kasten und soll im kommenden Frühjahr ausgestrahlt werden. Darüber hinaus ist der zweifache Familienvater seit Jahrzehnten ein gefragter Mann für namhafte Regiegrößen wie Dieter Wedel (“Der Schattenmann”), Helmut Diel (“Rossini”), Margarethe von Trotta (“Hannah Arendt”), Tom Tykwer (“The International”) oder Jurykollege Matti Geschonneck, mit dem er das GOLDENE-KAMERA-gekürte Beziehungsdrama “Liebesjahre” realisiert hat. Mit Axel Milberg an Bord herrschen also optimale Jury-Voraussetzungen für die Wahl zur GOLDENEN KAMERA 2016.

Interview mit Axel Milberg

GOKA: Wie schwer fällt es, die Arbeit von Kollegen zu beurteilen? Auf was achten Sie besonders?

AXEL MILBERG: Es gibt natürlich Sympathien und Abneigungen. Die eigene Anstrengung aber, sich davon zu befreien, wenn ich fair beurteilen will, reinigt die Seele des Juroren.

GOKA: Wenn Sie Drehbücher angeboten bekommen, nach welchen Kriterien treffen Sie Ihre Entscheidung?

AXEL MILBERG: Ganz simpel: Lese ich ohne Stopp weiter und vergesse die Zeit, dann ist das Drehbuch schon mal ziemlich gut! Und der Film, den ich beim Lesen bereits sehe, spannend und unerwartet.

GOKA: Die TV-Landschaft ändert sich massiv, das deutsche Kino ist im Kommen, das Internet wird zur Konkurrenz: Was bedeutet diese Entwicklung für den Beruf des Schauspielers?

AXEL MILBERG: Der Hang zur Serie wird im TV-Bereich klar stärker. Der 90-Minüter wird es in Zukunft schwer haben. Auch die Kino-Blockbuster sind Teil III und IV von etwas Erfolgreichem, Bewährten. Logisch. Bei „Starwars“ sind wir bei Teil VII und bei „BOND“, James BOND, Folge 24! Und erfolgreicher denn je. „Avatar“ ist in Vorbereitung...

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GOLDENE KAMERA-Veteran: Jurymitglied Matti Geschonneck

Foto: @ Arne Weychardt
Wenn einer weiß, worauf es beim Gewinn der GOLDENEN KAMERA ankommt, ist es Matti Geschonneck. Quasi nacheinander wurden seine tiefgründigen Fernsehproduktionen “Entführt” (2010), “Liebesjahre” (2012) und “Das Ende der Nacht” (2013) in der Kategorie “Bester deutscher Fernsehfilm” ausgezeichnet.
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