Exklusiv: Im Gespräch mit Mr. GOKA Thomas Gottschalk

Foto: © Arne Weychardt
Was wir bereits wissen
Thomas Gottschalk wird zum 13. Mal durch den Gala-Abend führen. Grund genug uns mit der lebenden Showmaster-Legend exklusiv über seine schönste GOKA-Erinnerung, seine persönlichen TV-Highlights aber auch Fernsehunterhaltung in Zeiten des Terrors zu sprechen.

Am 6. Februar wird live im ZDF zum 51. Mal die GOLDENE KAMERA verliehen – und Thomas Gottschalk wird zum 13. Mal charmant und schlagfertig durch den Gala-Abend führen. Grund genug uns noch einmal mit dem 65-Jährigen zusammenzusetzen und mit der lebenden Showmaster-Legend exklusiv über seine schönste GOKA-Erinnerung, seine persönlichen TV-Highlights aber auch Fernsehunterhaltung in Zeiten des Terrors zu sprechen.

Interview mit Thomas Gottschalk

2015 haben Sie nach mehrjähriger Pause wieder die GOLDENE KAMERA moderiert. An welche Höhepunkte der 50. Show erinnern Sie sich besonders gern zurück?

Das war mal wieder "großes Fernsehen" und mir ist sehr bewusst, dass solche Momente seltener werden. 2015 saßen noch einmal alle im Publikum, die uns in diesem Medium durch die letzten Jahrzehnte begleitet haben. Dass Arnold Schwarzenegger für sein Lebenswerk geehrt wurde, passte ebenfalls gut ins Programm – denn so eine Karriere wird es nicht mehr geben. Und ein Nachfolger für den lustigen Danny de Vito, der die Laudatio für Arnie gehalten hat, ist auch nicht in Sicht.

Wo stehen Ihre eigenen Kameras?

Ich bin in dieser "Hall of Fame" ziemlich einsam, weil sie nach meinem Einzug gleich wieder geschlossen wurde und meine GOLDENEN KAMERAS sind weltweit gut verteilt. Eine davon war übrigens eine Bronze-Ausgabe, da hatten mich Frank Elstner und Carolin Reiber auf die Plätze verwiesen. Die sieht schon etwas ramponiert aus. Die Bronzene Kamera, nicht die Carolin Reiber.

2015 wurde das Finale von "Germany’s Next Topmodel" wegen einer Bombendrohung abgesagt – genau wie das Länderspiel Deutschland gegen Niederlande. Inwiefern steht das Fernsehen in Zeiten des Terrors vor neuen Herausforderungen?

Ich bin bei "Wetten, dass …?!" mal nach Hause gefahren, weil der Golfkrieg gerade begonnen hatte und kurz nach dem 11. September 2001 haben wir trotz einiger Bedenken dennoch gesendet. Die Fernsehunterhaltung ist ja von der Idee her als Gegenmodell zur Realität angelegt. Ich hatte zwischendurch immer wieder Zweifel, ob man sein Leben lang die rosa Brille aufbehalten darf. Als Politiker sicher nicht, aber als Entertainer schon. Und der bin ich nun mal.

Ein neuer TV-Trend sind Miniserien wie die in diesem GOKA-Jahr nominierten Shows "Weißensee" oder "Deutschland '83". Letztere wurde in den USA hochgelobt, fiel aber in Deutschland durch. Schauen Sie lieber klassisches TV oder doch eher Internet-Serien von Web-Anbietern?

Als Nutzer habe ich die neue Medienwelt schnell schätzen gelernt. Ich habe sofort "The Man in the High Castle" auf Amazon geschaut und bin gerade fasziniert von "Making a Murderer" bei Netflix. Ich mache binge-watching und entwickle bei manchen Serien ein eigenartiges Suchtverhalten. “Deutschland 83” war OK, aber auch nicht mehr. In den USA lief das bei "Sundance TV" einem eher unbedeutenden Netzwerk und wurde von der Allgemeinheit kaum bemerkt. Diese ganzen Sachen gelten zwar als cool, aber in Deutschland liegt der "Bergdoktor" und "In aller Freundschaft" immer noch weit vorne. Das ist mir privat eher peinlich aber beruflich empfinde ich das doch sehr beruhigend.

2015 sind viele deutsche Größen gegangen – von Frank Schirrmacher über Helmut Dietl bis zu Helmut Schmidt. Inwiefern machen Sie die Abschiede von Berufskollegen und Freunden zwischendurch auch einmal nachdenklich?

Mit Günther Jauch denke ich zwischendurch über ein Seniorenheim für pensionierte Journalisten und Fernsehleute nach. Den Frank Schirrmacher hatten wir fest auf der Rechnung und Helmut Dietl hätte eine Dokusoap über das Leben dort drehen können. Wird nichts mehr werden.

Wie würden Sie Ihre angeborene Fröhlichkeit einschätzen – Fluch oder Segen?

Um Himmels Willen, wäre sie ein Fluch, dann hätte ich ein völlig verpfuschtes Leben gehabt. Für mich war sie ein Segen. Ob das auch immer für meine Umgebung so war, bezweifle ich eher. Aber das lass ich mir nicht anmerken.

Bei "Wetten, dass …?!" saßen Sie neben unzähligen Weltgrößen auf der Couch. Wer war am unvergesslichsten – und wem würden Sie unbedingt gern mal eine GOLDENE KAMERA in die Hand drücken?

Meine Helden werden langsam etwas klapprig. Sean Connery ist einer davon. Ich hatte das Glück ihn als Gast in einer Show zu haben und das war einer der wenigen Momente in meiner Laufbahn, wo ich wirklich Herzklopfen hatte. Ich konnte das gar nicht richtig geniessen. Als ich es später noch einmal versucht habe, bin ich an einer Dame in seinem Büro hängen geblieben die sich anhörte wie Miss Moneypenny und mir mit Bedauern mitteilte: „Sir Connery has retired, I’m afraid“ Wenn die GOLDENE KAMERA den nochmal vom Golfplatz quatscht, überreiche ich ihm den Preis auf Knien.

Mehr aus unserem exklusiven Interview mit Thomas Gottschalk lesen Sie in der am 5. Februar erscheinenden Ausgabe der HÖRZU.

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