Klartext mit Jury-Mitglied Guido Maria Kretschmer

Im GOKA-Interview: Guido Maria Kretschmer (50)
Im GOKA-Interview: Guido Maria Kretschmer (50)
Foto: Hannes Magerstaedt/Getty Images
Was wir bereits wissen
Wer am 6. Februar die GOLDENE KAMERA 2016 bekommt, wird von Mode-Ikone Guido Maria Kretschmer mitentschieden. In unserem exklusiven Interview mit dem GOKA-Preisträger 2014 blicken wir hinter die Jury-Kulissen.

Vor zwei Jahren stand er noch selber auf Seite der Preisträger. Jetzt entscheidet Guido Maria Kretschmer mit darüber, wer die GOLDENE KAMERA 2016 nach Hause nehmen darf.

Wir trafen den 50-Jährigen zum Gespräch, in dem der filmbegeisterte Modeunternehmer nicht nur exklusive Einblicke in die Arbeit unserer diesjährigen Jury beisteuert, sondern auch ungezwungen über neue Projekte plaudert und verrät, wer im deutschen Fernsehen am besten angezogen ist.

Das große GOKA-Interview mit Guido Maria Kretschmer

Wie groß ist Ihre Vorfreude auf die GOLDENE KAMERA?

Sehr groß – in doppelter Hinsicht. Einerseits ist es ein Vergnügen, als Gast eingeladen zu sein und andererseits freue ich mich auf die Siegerehrungen. Ich weiß, wie angespannt man als Nominierter ist, weil ich die GOLDENE KAMERA 2014 in der Kategorie "Beste Unterhaltung" selbst erhalten habe. In diesem Jahr zähle ich jedoch zur Jury. Durch die Juryarbeit habe ich noch besser verstanden, wie hochwertig die Auszeichnung eigentlich ist. Denn der Prozess, bis sich so viele unglaubliche Künstler innerhalb der Jury auf nur drei Nominierte geeinigt haben, ist wirklich spannend. Ich habe nicht geahnt, dass die Entscheidungswege so lang sind und dass es überhaupt so viele gute Filme und Schauspieler gibt. Insofern hat meine eigen Auszeichnung im Nachhinein noch einmal einen viel höheren Stellenwert für mich bekommen.

Wie viele Filme haben Sie angeschaut und wie viele Stunden waren Sie damit beschäftigt?

Für mich war es ein großes Glück, dass ich während meiner ganzen Reisen auch im Auto fernsehen kann. Ich liebe Filme – und schaue sowieso ganz, ganz viel. Und was die Stundenanzahl betrifft: es waren wirklich richtig viele.

Wie haben sich Ihre Sehgewohnheiten verändert durch die Juryarbeit? Und was haben Sie von den anderen Juryexperten wie etwa dem renommierten Regisseur Matti Geschonneck gelernt?

Eigentlich hat sich mein Sehverhalten gar nicht verändert. Ich glaube eher, dass sich die anderen Jurymitglieder darüber gewundert haben, wie explizit ich bei Filmen zu Hause war. Häufig habe ich noch einmal einen neuen Input gegeben, weil für mich das Licht, die Einstellung und die Ausstattung ganz wichtig sind. All das gehört genauso zum Film dazu wie eine gut erzählte Geschichte. Darüber haben die anderen Jurymitglieder oft geschmunzelt und gelacht – und letzten Endes zugegeben, dass sie darüber nicht wirklich nachgedacht hatten. Mit Matti Geschonneck habe ich mich sehr gut verstanden - wir hatten eine schöne Nähe miteinander.

Inwiefern war es vorteilhaft, dass Sie selbst viel Filmerfahrung mitbringen?

Ich verfüge in der Tat über viele Erfahrungen im Bereich Kostüm und Opernausstattung. Dazu habe ich einen guten Kinoblick und einen normalen User-Blick – weil ich jemand bin, der Geschichten liebt und viel liest. Außerdem habe ich mich innerhalb der Jury rasch zuhause gefühlt. Cordula Stratmann etwa hat ihre Argumente mit einer schönen Leichtigkeit gepaart mit Vehemenz und Humor zum Besten gegeben. Und Axel Milberg mag ich eh sehr gerne. Es waren viele tolle Leute dabei – und jeder hatte einen anderen Blick auf die Filme. Außerdem hatten wir als Jurymitglieder die Chance, selbst Filme zum Sichten vorzuschlagen. Dabei habe ich einen Film eingebracht, der mich sehr begeistert hat. Das Tolle war, dass dieser Streifen aufgenommen wurde und es sogar unter die letzten Top 3 geschafft hat.

Wo steht eigentlich Ihre GOLDENE KAMERA?

Auf meiner wunderschönen Art-Deco-Zitronenholz-Kommode aus Prag – gemeinsam mit anderen Preisen. Leider ist die Kamera meiner Putzfrau einmal heruntergefallen und seitdem leicht angeknackst. Doch ich habe erfahren, dass ich sie einschicken und vom GOLDENE KAMERA-Team reparieren lassen kann. Dieser Allround-Service ist wirklich beeindruckend, da habe ich mich sehr gefreut. Ansonsten ist die GOLDENE KAMERA mittlerweile ein Teil meines täglichen Lebens geworden. Sie steht dort, wo ich immer arbeite – und macht sich sehr gut, denn sie ist sehr hübsch und sehr dekorativ.

Was schauen Sie privat am liebsten im TV? Krimis, Schmonzetten oder doch eher Nachrichten?

Querbeet. Ich mag klare Informationen, bin ein "Tageschau"-Mensch. Außerdem sehe ich gern Politmagazine, wenn sie gut gemacht sind. Ich liebe auch das "Auslandsjournal" und tolle Reportagen. Reality-TV ist nicht so mein Ding. Krimis schaue ich auch gern an und bin, wie die meisten Deutschen, ein Krimi-Fan. Dabei sind die skandinavischen Formate nicht zu toppen.

Nachdem die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali im "ZDF Morgenmagazin" live von Claus Kleber mit der Info überrascht wurde, dass sie 2016 die GOLDENE KAMERA für die "Beste Information" erhält, hat sie uns verraten, dass sie bei der "Fashion Show" in Berlin gern Ihren Rat in Anspruch nehmen möchte bezüglich ihres Kleides für die Gala. Hat sie Sie schon um Rat gefragt?

Ja. Dunja und ich sind gut befreundet, wir mögen uns sehr. Sie hat etwas von mir anprobiert und bekommt auch ein Kleid von mir. Ich habe mich unglaublich gefreut für sie, weil ich mitbekommen habe, wie engagiert Dunja ist und wie viel Gegenwind sie auch erlebt. Umso mehr freue ich mich, dass sie jetzt ausgezeichnet wird – weil sie es wirklich verdient hat.

Welche Nachrichtenmoderatoren sind denn besonders gut angezogen?

Claus Kleber und Gundula Gause. Überhaupt mag ich die beiden sehr gern zusammen. Sie wirken irgendwie wie ein Ehepaar und ich denke oft, dass sie sich, wenn sie verheiratet wären, bestimmt genau so anziehen würden. Die beiden strahlen etwas Beständiges aus. Außerdem finde ich, dass Petra Gerster sehr gut angezogen ist. Sie ist überhaupt sehr schön, hat einen klassischen Kopf. Ich mag es sehr, wenn sie ihre tollen Kostüme trägt. Und Marietta Slomka sowie Judith Rakers sind natürlich auch beide einzigartig und wunderschön. Bei den Männern sticht ansonsten noch Peter Kloeppel positiv hervor.

Schlussfrage: Was sind Ihre nächsten TV-Projekte im Jahr 2016?

Es wird ein sehr schönes, neues VOX-Format geben, das aus Frankreich kommt. Darauf freue ich mich riesig, denn es hat sehr viel mit meinem Leben zu tun und es bietet mir die Möglichkeit, viele Gespräche zu führen. Außerdem geht meine Sendung "Geschickt eingefädelt" in die zweite Staffel, was auch toll ist. Natürlich gibt es weiterhin "Shopping Queen" und für RTL werde ich eine neue Herbst-Sendung drehen, auf die ich mich schon jetzt freue.

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Foto: © Arne Weychardt
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