"Beste Schauspielerin International": Julianne Moore

Foto: © Goldene Kamera/Arne Weychardt
Was wir bereits wissen
2015 war ihr Jahr: Für ihre fesselnde Darstellung als Alzheimer-Kranke in dem Drama "Still Alice – Mein Leben ohne Gesten" bekam Julianne Moore nach vielen Nominierungen endlich den lang verdienten Oscar, zuvor einen weiteren Golden Globe - und nun auch die GOLDENE KAMERA.

"Sie sind großartig!" Jürgen Prochnow machte in seiner Laudatio keinen Hehl daraus, dass er seiner Hollywood-Kollegin die größte Verehrung entgegenbringt. Die mit Standing Ovations in Empfang genommene Preisträgerin bedankte sich zum Auftakt sogar auf Deutsch: "Danke für diesen wundervollen Tribut!"

Ihren Highschool-Abschluss machte Julianne Moore nämlich in Frankfurt am Main und verbrachte ihre Jugend an über 20 Orten auf der ganzen Welt. Vielleicht lernte sie dadurch, sich in jeder schwierigen Rolle und an ungewöhnlichen Orten schnell zu Hause zu fühlen.

Interview mit Preisträgerin Julianne Moore

Nach vielen Nebenrollen erregte sie erstmals in dem Independent-Film "Boogie Nights" internationales Aufsehen, in dem sie eine drogensüchtige Pornodarstellerin spielte, die um das Sorgerecht für ihr Kind kämpft. Auch als Dr. Sarah Harding in "Vergessene Welt – Jurassic Park" spielte sie sich in die Herzen des Kinopublikums. 1998 folgten weitere Hauptrollen in "The Big Lebowski" und im Remake des Alfred- Hitchcock-Klassikers "Psycho". Zwei Jahre später spielt Julianne Moore an der Seite von Tom Cruise im Episodenfilm "Magnolia". 2003 überzeugte sie Filmkritiker weltweit als Hauptdarstellerin in "Dem Himmel so fern" und "The Hours". Zwei Golden Globes konnte sie bis dahin ihr eigen nennen – doch 2015 wurde dann ihr Jahr. Für ihre fesselnde Darstellung als Alzheimer-Kranke in dem Drama "Still Alice – Mein Leben ohne Gesten" bekam sie nach vielen Nominierungen endlich den lang verdienten Oscar, zuvor einen weiteren Golden Globe.

Im Herbst letzten Jahres kehrte sie als Präsidentin Alma Coin im zweiten Teil des Science-Fiction-Films "Tribute von Panem – Mockingjay" auf die Leinwände zurück. Im kommenden Frühjahr wird sie hier als krebskranke Polizistin Laurel in dem Drama "Freeheld – Jede Liebe ist gleich" zu sehen sein, die um die Rechte ihrer Lebenspartnerin Stacie nach ihrem Tod kämpft. Zur gleichen Zeit feiert Julianne Moore in den USA bereits die Premiere von "Maggie's Plan", der dann ab August auch in deutschen Kinos läuft.

"Julianne Moore zählt zu den faszinierendsten Charakterdarstellerinnen Hollywoods. Sie kann in ihren Rollen grandios exzentrisch sein und spielt labile Figuren mit dem Hang zur Hysterie in Perfektion. Doch sie beherrscht auch und vor allem die Stille: Wenn der Hauch einer Emotion sich in feinen Nuancen auf ihrem Gesicht widerspiegelt. Momente, in der jede Geste zu viel sein könnte", so die GOLDENE KAMERA. "Ihre markante Erscheinung ist so einzigartig, dass man sie nie wieder vergisst, wenn man einen Film mit ihr gesehen hat." Dafür wird der Hollywoodstar in diesem Jahr als "Beste Schauspielerin International" mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet.

Eine weitere Leidenschaft von Julianne Moore ist es Mutter zu sein. Und geprägt durch ihre eigenen Erfahrungen arbeitet sie inzwischen auch als erfolgreiche Kinderbuchautorin. Zwei Bücher unter dem Titel "Sommersprossenfeuerkopf" hat sie bereits auf den Markt gebracht. Kein Wunder, denn als kleines Mädchen war Julianne Moore mit ihren roten Haaren und den Sommersprossen eine Außenseiterin. Inzwischen sind gerade diese Attribute zum Markenzeichen einer der angesagtesten Hollywood-Schauspielerinnen geworden.

Laudatio: Jürgen Prochnow

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