"Beste deutsche Schauspielerin": Maria Simon

Foto: © Goldene Kamera/Arne Weychardt
Was wir bereits wissen
Preisträgerin Maria Simon setzte sich mit ihrer denkwürdigen Performance im Psychothriller "Silvia S. - Blinde Wut" gegen ihre Kolleginnen Barbara Auer und Dagmar Manzel durch.

Mit Unterstützung eines niedlichen Hundes und einem noch niedlicheren Mädchen namens Jolie verkündete Laudator Florian David Fitz Geburtstagskind Maria Simon zur Gewinnerin, die am Tag ihres Triumphes 40 Jahre alt geworden ist. Nach einem kleinen Stolperer beim Betreten der Bühne bezog die Preisträgerin Stellung: "Ich bin gerade nicht so lustig, weil wir in turbulenten Zeiten leben. Es ist wichtig, als Person des öffentlichen Lebens ein Statement zu geben. Mein kleiner Beitrag zum Weltfrieden..." Und intonierte statt einer Dankesrede die A-Cappella-Version ihres selbstkomponierten Liedes "Du bist das Center dieser Welt". Ein denkwürdiger Auftritt einer denkwürdigen Schauspielerin, die 2012 schon einmal für die GOLDENE KAMERA nominiert war.

Interview mit Preisträgerin Maria Simon

Nachdem der in Leipzig geborene und an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin ausgebildeten Charakterdarstellerin 2003 der Durchbruch im internationalen Filmerfolg "Good Bye, Lenin!" gelang, gab es für die damals frisch gebackene Max-Ophüls-Preisträgerin kein Halten mehr. Die vierfache Mutter weiß vor allem in anspruchsvollen Fernsehrollen zu begeistern – sei es als Racheengel im Vergewaltigungsdrama "Es war einer von uns" oder als unverwechselbare Hauptkommissarin Olga Lenski in der Krimi-Reihe "Polizeiruf 110", in der sie seit 2011 ermittelt.

In dieser qualitativen Tradition steht auch die Rolle, für die Maria Simon jetzt ausgezeichnet worden ist. Im dramatischen Psychogramm "Silvia S. - Blinde Wut" brilliert die 40-Jährige als studierte Architektin, die sich als Hausfrau und Mutter nach mehr Anerkennung sehnt und deswegen ins Berufsleben zurückkehrt. Doch im Architekturbüro ihrer erfolgreichen Schwester (Sophie von Kessel) scheitert Silvia mit fliegenden Fahnen und stürzt in eine tiefe Krise. Als sich in der Folge nicht nur Ehemann Andreas (Florian Lukas), sondern auch die gemeinsame Tochter immer mehr von ihr zurückzieht, gerät Silvia vollends außer Kontrolle.

Die Jury zu Maria Simons preiswürdigen Schauspielleistung: "Das Unheil kündigt sich schon in ihrer Mimik an: in den gekränkten Gesichtszügen, dem entrückten Blick. Je zurückhaltender sie spielt, desto unausweichlicher scheint der grausame Amoklauf. Brillant interpretiert."

Laudatio: Florian David Fitz

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Foto: © Goldene Kamera/Arne Weychardt
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