"GOLDENE KAMERA Nachwuchspreis": Edin Hasanovic

Foto: © Goldene Kamera/Arne Weychardt
Was wir bereits wissen
Der Nachwuchspreis für den gebürtigen Bosnier war die schönste Überraschung des glamourösen Abends.
Preisträger Edin Hasanovic im Interview

Statt einer Laudatio gab der musikalische Shooting-Star Namika eine modifizierte Version ihres Hits "Lieblingsmensch" zum Besten und haute den völlig überraschten Edin Hasanovic regelrecht von den Socken. Nach einem Jubelschrei gab dieser auf der Bühne zu: "Ich habe mich sehr gewundert, dass ich überhaupt eingeladen worden bin. Ich freu mich so sehr, weil ich so unfassbar brenne für diesen Beruf!" Und gab nach seiner mit jugendlichem Übermut runtergeratterten Dankesliste dem begeisterten Publikum noch mit auf den Weg, dass in den angekommenen Flüchtlingen dieser Tage - wie damals bei ihm selber - großes Potential schlummern kann.

Der im Kindesalter mit seiner Mutter nach Deutschland geflohene Bosnier erntete bereits als Jugendlicher in einer Inszenierung von "Die Schändung" am Berliner Ensemble erste Schauspielerfahrungen. Im Fernsehen sorgte er in der hoch gelobten Krimiserie "KDD – Kriminaldauerdienst" für erstes Aufsehen, in der er ab 2007 in einer durchgehenden Nebenrolle als Kosovo-Flüchtling brillierte. Daneben übernahm er kleinere Parts in Krimi-Reihen wie "Kommissarin Lucas", "Polizeiruf 110" und "Tatort" sowie in Kinoproduktionen wie dem Gefängnisdrama "Picco" (2010).

Seine erste Hauptrolle spielte Hasanovic in dem Jugenddrama "Schuld sind immer die Anderen", als jugendlicher Straftäter, der in einem Erziehungscamp auf eine Betreuerin trifft, die sich als eines seiner einstigen Opfer entpuppt. Der Film wurde unter anderem auf dem Internationalen Filmfest Emden-Norderney 2012 preisgekrönt und startete im Februar 2013 in den deutschen Kinos. Im gleichen Jahr sah man Hasanovic in einer tragenden Nebenrolle der Tragikomödie "Das Leben ist nichts für Feiglinge".

Am 17. März wird der 23-jährige Wahlberliner im Boxer-Kinodrama „Herbert“ erneut demonstrieren, wie er markante Nebenparts fesselndes Charisma verleiht und sie so jeglicher Klischeehaftigkeit entkleidet. Allein dafür ist der GOLDENE KAMERA Nachwuchspreis 2016 mehr als verdient.

Kommentare einblenden

"Beste deutsche Schauspielerin": Maria Simon

Foto: © Goldene Kamera/Arne Weychardt
Preisträgerin Maria Simon setzte sich mit ihrer denkwürdigen Performance im Psychothriller "Silvia S. - Blinde Wut" gegen ihre Kolleginnen Barbara Auer und Dagmar Manzel durch.