"Lebenswerk International": Helen Mirren

Foto: © Goldene Kamera/Arne Weychardt
Was wir bereits wissen

Laudator Christian Berkel brachte es auf den Punkt, als er die große Schauspielkarriere von Helen Mirren Revue passieren ließ: "Sie ist außergewöhnlich. Hier zu stehen und diese Frau laudatieren zu dürfen, ist die größte Ehre dieses Abend. Meine Damen und Herren: die Queen!"

Die britische Schauspielkönigin befahl dann ersteinmal dem stehend applaudierenden Publikum, sich hinzusetzen, um die einzige Weisheit zu verkünden, die sie in ihren mehr als 50 Berufsjahren als "Lebenswerk"-Preisträgerin verinnerlicht hat: "Die Dinge ändern sich!" Für anerkennendes Gelächter sorgte dann noch, dass die 70-Jährige auf Knien ihrer deutschen Synchronsprecherin Karin Buchholz dankte, als der Mikrofonständer verfrüht in den Bühnenboden zurückgefahren wurde. Diese Frau ist halt nicht zu stoppen!

Die Preisträger 2016 

Helen Mirren genießt für ihre Arbeit auf der Bühne, in Kinofilmen und im Fernsehen schon lange internationale Anerkennung. Doch im Jahr 2006 krönte ihre Rolle als Königin Elizabeth in dem Film "Die Queen" ihre bereits höchst erfolgreiche Hollywood-Karriere mit einer wahren Preisflut: ein Oscar, ein Golden Globe, ein SAG Award, ein BAFTA-Award und der Critics’ Choice Movie Award. Für die Verkörperung von "Elizabeth I." in einem Fernsehfilm gab es zeitgleich noch einen Golden Globe.

Ihre berufliche Laufbahn begann mit einem Lehramts-Studium. Schon bald ging es jedoch in einer ganz anderen Richtung weiter und sie wechselte zum Theater. Mit 19 Jahren spielte sie ihre erste Hauptrolle als Kleopatra und wurde danach in die renommierte Royal Shakespeare Company aufgenommen. Als Lady Macbeth und Hermia im "Sommernachtstraum" begeisterte sie auf der Bühne. In ihrer Heimat avancierte sie bald zur angesehenen Filmschauspielerin. Während der Dreharbeiten zum Polit-Thriller "White Nights – Nacht der Entscheidung" lernte sie den Produzenten und Regisseur Taylor Hackford kennen, der später ihr Ehemann wird. Durch die TV-Krimi-Reihe "Prime Suspect", in der sie eine engagierte Kommissarin spielt, wurde sie einem noch breiteren Publikum in Großbritannien und später auch in den USA bekannt.

In "Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber" überzeugte sie als misshandelte Ehefrau eines Gangsters. Allmählich erkannte man auch in Hollywood ihr unglaubliches Talent: In "King George – Ein Königreich für mehr Verstand" und "Gosford Park" von Robert Altman bewies sie ihre enorme Bandbreite und wurde dafür jeweils für einen Oscar nominiert. Viel nackte Haut zeigte sie in der Komödie "Kalender Girls", 2006 folgte dann ihre Glanzleistung in "Die Queen".

"Egal ob historische Frauenfigur oder moderne Revolutionärin – Helen Mirren überzeugt in den vielfältigsten Rollen. Die Filmkritiker auf der ganzen Welt lieben sie", so die GOLDENE KAMERA. "Sie hat sich nie den Regeln des von Männern dominierten Hollywoods unterworfen und gilt als eine der einflussreichsten Frauen im internationalen Filmgeschäft. Wenn Helen Mirren auf der Leinwand erscheint, dann weiß man: Es geht um eine bedeutsame Rolle, die von einer herausragenden Schauspielerin gespielt werden muss."

2013 war sie unter anderem in der Filmbiografie "Der Fall Phil Spector" sowie ein Jahr später in "Madame Mallory und der Duft von Curry" zu sehen, produziert von Steven Spielberg und Oprah Winfrey. Im letzten Jahr glänzte sie als "Die Frau in Gold" auf der Kinoleinwand. Ab März spielt sie an der Seite von Bryan Cranston und John Goodman in "Trumbo". Ihr nächstes Projekt ist der bereits in Produktion befindliche Film "Collateral Beauty" mit Eddie Murphy.

Kommentare einblenden

Ein goldener Abend der großen Emotionen

Foto: © Markus Tedeskino fuer Hoerzu
Die 51. Verleihung der GOLDENEN KAMERA sorgte mit vielen Gänsehautmomenten für ausgezeichnetes Entertainment.
Mehr lesen