Pay-TV-Premiere: „Ex Machina“

Die Schwedin Alicia Vikander als weiblicher Android Ava.
Die Schwedin Alicia Vikander als weiblicher Android Ava.
Foto: © UNIVERSAL
Was wir bereits wissen
Auf Sky Cinema startet der faszinierende Sci-Fi-Thriller „Ex Machina“ (Sa, 13.2., 20.15 Uhr). Wir zeigen, wie aus Schauspielerin Alicia Vikander ein Roboter mit echten Gefühlen wurde.

„Der Held der Geschichte – und damit auch der Zuschauer – soll sich in die Maschine verlieben.“ Mit diesem hohen Anspruch ging der Schriftsteller und Drehbuchautor Alex Garland („The Beach“) sein erstes Regieprojekt „Ex Machina“ an. Und es hat funktioniert!

Die Story über den Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson), der für seinen Chef (Oscar Isaac) dessen Erfindung Ava, einen angeblich mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Roboter (Alicia Vikander), auf menschliches Bewusstsein testet und dabei in die Falle gerät, wurde zu einem raffinierten Gefühls- und Psychotrip.

Trailer "Ex Machina"

5 Gründe, warum wir Emotionen für Ava empfinden

Die GOLDENE KAMERA sprach mit Garland und erfuhr die Gründe, warum wir Emotionen für Ava empfinden wie schon für Rachael in „Blade Runner“ oder „WALL-E“:

1. DIE IDEE

Alex Garland diskutierte jahrelang mit einem befreundeten Neurowissenschaftler über die Möglichkeit künstlicher Intelligenz. „Irgendwann wird es gelingen. Ich sehe das auch nicht so negativ wie Stephen Hawking, der das Ende der Menschheit prophezeit“, sagt der 45-Jährige. „Ich sehe künstliche Intelligenz eher als eine Erweiterung des Menschen. Das Erschaffen eines Bewusstseins in einer Maschine ist potenziell so gefährlich wie das Erschaffen von Bewusstsein in einem Menschen durch Zeugung: Es kann ein Einstein dabei herauskommen, aber auch ein Stalin ...“

2. DAS „AVA-DESIGN“

Obwohl „Ex Machina“ bei sechs Wochen Drehzeit nur mit einem Minibudget von gut 13 Millionen Dollar ausgestattet war, sollte mit Ava etwas Einzigartiges erschaffen werden: „Wir wollten vermeiden, an andere Filme zu erinnern“, so Garland. „Du denkst eben nicht sofort an Maria in ‚Metropolis‘, C-3PO in ‚Star Wars‘ oder Sonny in ‚I, Robot‘.“ Deshalb war es Mitarbeitern bei der Entwicklung des Designs auch verboten, sich Bilder von Robotern anzusehen. Stattdessen studierte das Team um Produktionsdesigner Mark Digby die menschliche Anatomie, damit gewährleistet war, dass sich Ava wie ein ganz normaler Mensch bewegt.

3. DIE BESETZUNG

Für die Umsetzung seiner Sci-Fi-Idee gelang es dem Londoner Alex Garland, mit Oscar Isaac und Domhnall Gleeson ausgerechnet zwei „Star Wars“-Stars zu holen – und dazu die anmutige Schwedin Alicia Vikander, bei der seit Jahren alle Kritiker in die Knie gehen. „Im Rückblick sieht das wie total cleveres Casting aus“, gibt Garland zu. „Aber vor drei Jahren dachte man eher, die drei werden ihren Durchbruch erst später haben – doch jetzt kennt sie jeder.“ Beim Dreh profitierte die 27-jährige Vikander von ihrer Ballettausbildung, durch die sie die gewünschten sanften Bewegungen des Androiden perfekt hinbekam. Zudem verlieh sie Ava in ihrem Anzug viel Wärme – Humanes, das in die Effekte einfließen konnte.

4. DIE MUSIK

Der sehr sanfte, eigenwillige Score von Portishead-Instrumentalist und Kino-Debütant Geoff Barrow vermeidet alles, was irgendwie nach Sci-Fi oder Elektro klingt, und hatte so entscheidenden Einfluss auf die Atmosphäre in „Ex Machina“.

5. DIE LOCATION

Der Drehort in Norwegen rundet den Eindruck ab. Ein Privathaus und das spektakuläre Juvet Landscape Hotel in Valldal mit seiner modernistischen Architektur – etwa eine komplett verglaste Sauna in freier Natur – war Kulisse für die Innen- und Außenaufnahmen. „Oft haben Filme ein kühles, klinisches Produktionsdesign: weiße Oberflächen, kleine Lichter. Irgendwie fühlt sich das wie Krankenhaus an“, sagt Alex Garland. „Bei uns gibt es Kunst und schöne Teppiche, alles hat eine Milde.“ So wird es leicht für den Zuschauer, an Avas Emotionen zu glauben. Eine Leichtigkeit, mit der auch bald künstliche Intelligenz entstehen kann: Google-Technikdirektor Ray Kurzweil, dessen Bücher Garland als Quelle nennt, rechnet mit ihr innerhalb der nächsten 15 Jahre.

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