"Deadpool": Interview mit Hauptdarsteller Ryan Reynolds

Was wir bereits wissen
Als Antiheld Deadpool darf Ryan Reynolds ballern und fluchen, was das Zeug hält.

Der Kerl wirft mit Kraftausdrücken um sich, ist ein Waffenfanatiker – und zeigt absolut gar kein Interesse daran, die Welt zu retten. Keine Frage, Deadpool ist der wohl ungewöhnlichste Superheld, den das Marvel-Comicuniversum je hervorgebracht hat. Seit 2004 schon ist eine Verfilmung im Gespräch, jetzt hat es der Fan-Liebling endlich auf die Leinwand geschafft.

Im Gespräch erzählt Hauptdarsteller Ryan Reynolds, warum ihm die Figur so wichtig ist, welchen Einfluss die Fans auf die Verfilmung hatten – und über welche Superkraft er selbst gern verfügen würde.

Interview mit Ryan Reynolds

Vor fünf Jahren waren Sie Green Lantern im gleichnamigen Film, jetzt spielen Sie Deadpool. Welcher Comicheld ist Ihnen mehr ans Herz gewachsen?

Deadpool übertrifft Green Lantern bei Weitem! Vor elf Jahren habe ich schon gebettelt, diesen Film drehen zu dürfen! Ich mag die Figur, weil Deadpool einen einzigartigen Platz im Comicuniversum einnimmt: Er ist sich seiner selbst bewusst und weiß, dass er eine Comicbuch-Figur ist.

Warum hat es so lange gedauert, bis der Film endlich realisiert wurde?

Wir wollten den Comics so treu wie möglich bleiben. Das bedeutete, dass wir nicht ganz jugendfrei sein konnten – und für solche Projekte rücken nicht viele Studios Geld heraus! Dass der Film jetzt dennoch ins Kino kommt, ist Beweis für die Macht des Internets. Wir haben einen Testfilm gedreht, der online zur Sensation wurde. Und die Fans haben sich dann so lange darüber via Twitter, Instagram, Facebook, Snapchat und möglicherweise auch auf irgendwelchen Pornoseiten ausgetobt, bis die Studiobosse sie endlich erhörten.

In welcher Beziehung ist "Deadpool" nicht jugendfrei?

Der Film ist brutal, es wird dauernd geflucht, und die Handlung hat es auch in sich. Aber die Brutalität ist notwendig, um die Comics angemessen auf die Leinwand zu übertragen. Nicht umsonst wird meine Figur der "Söldner mit der großen Klappe" genannt. Wir konnten ihn jetzt nicht in Micky Maus verwandeln.

Wie schwer war es, die Balance zwischen Action und Humor zu finden?

Diese Kombination hat in der Tat ihre Tücken. Mit den Drehbuchautoren Rhett Reese und Paul Wernick habe ich sechs Jahre lang an den Dialogen gearbeitet, um den richtigen Ton zu finden. Trotzdem haben wir uns am ersten Drehtag vor Nervosität fast in die Hose gemacht.

Wie gefällt Ihnen das Deadpool-Kostüm?

Mann, der Anzug hat uns wirklich Blut, Schweiß und Tränen gekostet, weil er so authentisch wie möglich sein sollte. Er wurde am Ende wohl aus irgendeinem Weltraummaterial kreiert. Die schlaflosen Nächte während der Suche nach dem perfekten Anzug haben sich gelohnt, denn als ich das Endprodukt zu sehen bekam, standen mir die Tränen in den Augen. Das war der beste Moment in meiner Karriere!

Wie hart haben Sie für diese Rolle trainiert?

Natürlich musste ich superfit sein und war Dauergast im Fitness-Studio. Schauspieler prahlen ja gern damit, dass sie 40 Pfund an Muskeln für eine Rolle zugelegt haben – aber sie erzählen nur Mist, denn so etwas ist körperlich nur dann möglich, wenn man über Jahre hinweg trainiert. Mit meinen 38 Jahren habe ich weniger auf meine Figur geachtet als vielmehr darauf, meine Knochen zu schonen. Denn wenn man auf Zement fällt, ist das in meinem Alter nicht mehr lustig. Es tut einfach höllisch weh!

Sie meinen, Sie waren eigentlich ein paar Jahre zu alt für die Rolle?

Ich musste jedenfalls feststellen, dass ich länger flachliege als früher, aber ich habe die Zähne zusammengebissen und gehofft, dass mir niemand den Schmerz anmerkt. Und zum Glück bin ich kein Idiot, ich überlasse die härtesten Szenen einem Stuntman.

Wenn Sie sich eine Superkraft aussuchen könnten, was würden Sie wählen?

Deadpools Talent, sich zu regenerieren. Er hat die gleichen Heilkräfte wie Wolverine. Wenn er angeschossen wird – und in unserem Film werden Körperteile getroffen, die in anderen Filmen normalerweise verschont bleiben –, heilt einfach alles ganz schnell wieder. Das fände ich auch für mich gar nicht schlecht. Alternativ würde ich mir wünschen, dass ich wie Nana Mouskouri singen könnte.

Interview: Anke Hofmann

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