Scorsese, Drugs & Rock'n'Roll: Der neue HBO-Hit "Vinyl"

Musiklabel-Boss Richie Finestra (Bobby Cannavale) im Kreise des "Vinyl"-Ensembles
Musiklabel-Boss Richie Finestra (Bobby Cannavale) im Kreise des "Vinyl"-Ensembles
Foto: © HBO
Was wir bereits wissen
Ab heute ist Martin Scorseses Hochglanz-Serie über die Musikbranche der 70er Jahre auf Sky Atlantic in synchronisierter Form zu sehen. Wir verraten, ob sich die Zeitreise lohnt.

Was passiert, wenn sich eine lebende Kinolegende und eine lebende Rocklegende zusammen tun, um dem musikalischen Lebensgefühl im New York der 70er Jahre Tribut zu zollen? Es entsteht eine Serie, die mit großem Enthusiasmus und authentischem Zeitkolorit eine Sogwirkung entfaltet, der sich vor allem Musikfans nicht entziehen können.

Die Vorgeschichte

Die Basis für die zehnteilige Serie "Vinyl", die bereits parallel zum US-Start am 15. Februar auf Sky Go, Sky On Demand und Sky Online abrufbar war, legten Martin Scorsese und Mick Jagger bereits vor 20 Jahren. Damals trat der "Rolling Stones"-Frontmann an den legendären "Taxi Driver"-Regisseur heran, einen Film über die wilde Musikszene der 70er Jahre zu drehen. Doch erst nach dem gemeinsamen Konzertfilm "Shine a Light" (2008) und der Entscheidung, das historische Megaprojekt unterstützt von "Boardwalk Empire" und "The Wolf of Wall Street"-Autor Terence Winter in Serienform zu erzählen, wurde aus der Idee ein dancing shoe.

Making-of "Vinyl" (OF)

Der Inhalt

Im 112-minütigen Pilotfilm, der angesichts mitreißender Kamerafahrten und eingestreuter Voiceover-Kommentare nicht verhehlen kann, dass ihn Scorsese höchstselbst inszeniert hat, lernen wir Richie Finestra (Bobby Cannavale) kennen. Der Boss des strauchelnden New Yorker Musiklabels "American Century" sieht sich im Jahr 1973 mit dem drohenden Verkauf seiner Firma konfrontiert. Im Drogenrausch beschließt er, sich den neuen musikalischen Strömungen und Herausforderungen des Marktes zu stellen – und setzt dabei nicht nur die Beziehung zu seinem Geschäftspartner Zac ("Alle lieben Raymond"-Star Ray Romano), sondern auch zu seiner Ex-Model-Gattin und Warhol-Muse Devon (Olivia Wilde) aufs Spiel.

"Vinyl"-Originaltrailer 2

Die GoKa-Wertung

"Vinyl" wirkt wie der exaltierte Glamrock-Disco-Remix des wunderbaren Musikfilms "Can a Song Save Your Life?". Wie Mark Ruffalo in John Carneys Kinokleinod von 2013 glänzt auch "Vinyl"-Hauptdarsteller Bobby Cannavale als aus der Bahn geworfener Idealist, der ohne Musik nicht leben kann. Im Gegensatz zu anderen zeitgeschichtlichen HBO-Serien verzettelt sich "Vinyl" zum Auftakt nicht in seiner Personalfülle, sondern konzentriert sich auf eine Hauptfigur, deren turbulente Lebenskrise als vibrierendes Spiegelbild der damaligen musikalischen Umbrüche funktioniert. Martin Scorsese und Ideen-Geber Mick Jagger, dessen Sohn James es als Sänger der Punkrockband "The Nasty Bits" ordentlich krachen lässt, verstehen es, New York als akustischen Schmelztigel abzubilden, in dem Disco, Punk und Rap dem etablierten Rock'n'Roll langsam die Show stehlen. Die zahlreich eingestreuten Live-Auftritt-Reminiszenzen an Musik-Ikonen wie Led Zeppelin, Alice Cooper, The New York Dolls, Dusty Springfield oder The Velvet Underground mögen auf Dauer überbordend anmuten. Aber seien wir doch einmal ehrlich: Wenn es in unserer Popmusikgeschichte eine überbordende Ära gab, dann waren das die 70er Jahre!

Sendehinweis

Synchronisiert wird "Vinyl" ab dem 7. April immer donnerstags um 21.00 Uhr auf Sky Atlantic HD ausgestrahlt.

RTL-II-Serie mit Niveau: "Gottlos – Warum Menschen töten"

Die drei thematisch abgeschlossenen Einzelfilme "Sex, Drugs & Rock'n Roll", "Auslöschung" und "Der Polizist" sind von tatsächlichen Straftaten inspiriert.
Die drei thematisch abgeschlossenen Einzelfilme "Sex, Drugs & Rock'n Roll", "Auslöschung" und "Der Polizist" sind von tatsächlichen Straftaten inspiriert.
Foto: RTL II
Warum werden Menschen zu Mördern? Diese Frage versucht RTL II ab Montag (15. Februar um 20:15 Uhr) mit einer dreiteiligen Miniserie zu beantworten.
Mehr lesen