Fools of "Love": Die Netflix-Serie von Judd Apatow

Mickey (Gilian Jacobs) und Gus (Paul Rust) in "Love"
Foto: © Netflix
Was wir bereits wissen
Warum die neue Beziehungskiste des "Dating Queen"-Regisseurs eine Anti-Romanze ist und trotzdem zu Herzen geht.

"Oh ja, das kenn' ich!" Dieser Gedanke ist typisch für alle, die schon einmal eine Judd-Apatow-Produktion gesehen haben. Mit Komödien wie "Immer Ärger mit 40" oder der von ihm produzierten HBO-Serie "Girls" hat sich der 48-Jährige zum Hollywood-Experten für lebensnahe Romanzen gemausert, in denen die Unzulänglichkeiten des eigenen Liebeslebens fiktionale Gestalt annehmen und zum therapeutischen Schmunzeln einladen.

Darum geht's in "Love"

Dies ist auch und vor allem in Apatows 10-teiligen Netflix-Originalserie "Love" der Fall, die ab dem 19. Februar zum Streamen bereit steht. Im Zentrum stehen Gus ("Love"-Co-Autor Paul Rust) und Mickey (Gillian Jacobs), die sich zufällig in einem Tankstellenshop kennenlernen und miteinander anfreunden – auch weil im Verlauf der ersten Folge ihre jeweiligen Beziehungen in die Brüche gehen. Doch je mehr sich die beiden gegensätzlichen Typen zusammen raufen, desto mehr entpuppen sich der Woody-Allen-artige Neurotiker und die von Weltflucht getriebene Lebefrau als zutiefst verkrachte Existenzen, die vor der coolen Kulisse des kalifornischen Hipster-Bezirks Echo Park ihrem Liebesglück selbst im Wege stehen.

Featurette zu "Love" (OF)

Befreit vom erzählerischen Korsett einer limitierten Spielfilmlaufzeit bietet "Love" seiner eigentlich zum Scheitern verurteilten Anti-Romanze viel Raum zur emotionalen Entfaltung, in der die individuellen existentiellen Krisen von Mickey und Gus immer dramatischer zu Tage treten. Und dabei deutlich machen, dass "wahre Liebe" mit den Romantik-Idealen aus Hollywood nicht das Geringste zu tun hat. Diese Erkenntnis mag nicht besonders originell sein. Aber wenn sie uns von einem Darsteller-Duo vorgelebt wird, das nerdige Neurosen in realistische Charakterzüge verwandelt, dann ist dies für das normalerweise von Stereotypen bevölkerte Sitcom-Format eine erfrischende Bereicherung.

Wer sollte einschalten?

Alle, die von klassischen "Heile Welt"-Romanzen die Nase voll haben.

Warum muss ich "Love" sehen?

Weil die brillanten Hauptdarsteller Gillian Jacobs und Paul Rust nerdige Neurosen in lebensechte Charakterzüge verwandeln.

Für Fans von...

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Die GOKA-Bewertung:

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"Auf kurze Distanz": "Bester deutscher Fernsehfilm". © Eventpress / GOLDENE KAMERA
Als verdeckter Ermittler findet Klaus Roth (Tom Schilling) das Vertrauen und die Freundschaft des Wettbetrügers Luka Moravac (Edin Hasanovic, l). © WDR/UFA FICTION GmbH/Jakub Bejnarowicz
Klaus übertrifft die Erwartungen von Dudek und gewinnt in kürzester Zeit die Freundschaft von Luka (Edin Hasanovic, r), Aco Gorics Neffen. Durch ihn bekommt er den nötigen Zugang zum familiär gehaltenen Kreis der Wettmafia. © WDR/UFA FICTION GmbH/Jakub Bejnarowicz
Dudeks Erwartungen übertreffend gewinnt Klaus (Tom Schilling, l) schnell das Vertrauen und die Freundschaft von Luka Moravac (Edin Hasanovic), dem jüngsten Neffen von Aco Goric. © WDR/UFA FICTION GmbH/Jakub Bejnarowicz
Luka Moravac (Edin Hasanovic) © WDR/UFA FICTION GmbH/Jakub Bejnarowicz
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Als verdeckter Ermittler findet Klaus Roth (Tom Schilling) Zugang zur Sportwettenmafia. © WDR/UFA FICTION GmbH/Jakub Bejnarowicz
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