Die 5 spannendsten Fragen und Antworten zu den Oscars

Vor den 88. Academy Awards am 28. Februar 2016
Foto: © Kevork Djansezian/Getty Images
Was wir bereits wissen
Besiegt Leonardo DiCaprio den Oscar-Fluch? Bricht Jennifer Lawrence einen uralten Rekord? Gewinnt Stallone als Rocky?

Die Wege der Academy sind unergründlich. Und das seit 88 Jahren. Solange vergibt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences schon die Oscars. Regelmäßig sorgen die Entscheidungen der rund 6.000 Mitglieder für Aufsehen. Dieses Jahr bereits beim Verlesen der Nominierten: kein Ridley Scott (Regisseur "Der Marsianer"), kein Johnny Depp ("Black Mass") und nicht ein einziger nicht weißer Darsteller.

Trotz der Unberechenbarkeit der Academy wagen wir Prognosen zu den fünf wichtigsten Fragen der Oscars 2016 (Sonntag, 28. Februar, 2.30 Uhr, ProSieben) – ein Jahrgang, der in die Rekordbücher eingehen kann.

1. Besiegt DiCaprio seinen Oscarfluch?

"Dieses Jahr holt er garantiert den Oscar", heißt es über Leonardo DiCaprio. Das Problem: Den Satz hört man seit über zehn Jahren. Erstmals nominiert war er als 19-Jähriger für "Gilbert Grape" (1993). Es folgten Nominierungen für "Aviator", "Blood Diamond" und "The Wolf of Wall Street". Alle erfolglos. Diesmal geht er mit dem Wildwestdrama "The Revenant" ins Rennen. Die Chancen sind besser als je zuvor. Obwohl kein Mainstream-Film, spielte "The Revenant" weltweit bisher rund 300 Millionen Dollar ein, Film und Star ernteten exzellente Kritiken. Zudem scheint DiCaprio als 41-Jähriger endgültig vom "Manko" des Teenie-Sexsymbols befreit. Sein wohl stärkster Konkurrent 2016: Michael Fassbender als Computervisionär Steve Jobs im gleichnamigen Biopic. Doch dessen Chancen sanken, nachdem der Film floppte. Sollte DiCaprio wider Erwarten doch leer ausgehen, findet er garantiert Trost im Saal. Am Oscarabend sitzen dort nämlich auch der Komponist Thomas Newman ("Bridge of Spies") und der Kameramann Roger Deakins ("Sicario"). Beide sind schon zum 13. Mal nominiert. Bisherige Oscarsiege: null.

Siegchance Leonardo DiCaprio: 90 %

2. Bricht Jennifer Lawrence den nächsten Rekord?

Einen Oscar hat sie schon zu Hause stehen. Jetzt erhielt US-Star Jennifer Lawrence für ihre Rolle in "Joy" ihre bereits vierte Oscarnominierung. Und das mit 25 Jahren! Damit ist sie die jüngste Darstellerin der Geschichte, der dies gelang. Sollte Lawrence 2016 tatsächlich zum zweiten Mal gewinnen, bricht sie einen 78 Jahre alten Rekord. Schauspielerin Luise Rainer war bei ihrem zweiten Oscarsieg 1938 bereits 28. Eine Dankesrede muss Lawrence aber wohl nicht vorbereiten, denn die Newcomerin Brie Larson (26), die eine Mutter in Gefangenschaft im herzzerreißenden Familiendrama "Raum" spielt, dürfte ihr die Show stehlen. Und den Oscar.

Siegchance Jennifer Lawrence: 5 %

3. Boxt sich Stallone nach 40 Jahren zum Titel?

Die meisten haben es fast vergessen, aber Sylvester Stallone war mal ein seriöser Schauspieler, seine Oscarnominierung als bester Darsteller in "Rocky" (1976) ist Beweis genug. Für das "Rocky"-Spin-off "Creed" ist Stallone nun wieder für die Rolle des Rocky Balboa nominiert. Die einzigen Figuren der Filmgeschichte, die auf mehr Oscarnominierungen kommen, sind Königin Elisabeth I. und Heinrich VIII. Mit seinem bewegenden Porträt des Ex-Boxers ist Stallone Favorit in der Kategorie "bester Nebendarsteller". Kleiner Schönheitsfehler: Stallone wurde nicht für einen SAG-Award der US-Schauspielergewerkschaft nominiert. Und Schauspieler machen nun mal den größten Teil der Oscarjury aus. Sollte Stallone wanken, könnte vor allem der mit ihm nominierte Mark Rylance ("Bridge of Spies") zuschlagen.

Siegchance Sylvester Stallone: 70 %

4. Wird ein Mexikaner 2016 zur Oscarlegende?

Alejandro González Iñárritu könnte 2016 schaffen, woran selbst Regielegenden wie Steven Spielberg, Billy Wilder oder Francis Ford Coppola gescheitert sind: Der Mexikaner hat beste Chancen, seinen Regie-Oscar zu verteidigen. Lediglich den Altmeistern John Ford und Joseph L. Mankiewicz ist dies vor über 60 Jahren geglückt. Iñárritu, der 2015 für "Birdman" gewann, schuf mit "The Revenant" ein bildgewaltiges Epos unter schwierigsten Bedingungen. Weil in der Wildnis Kanadas und Argentiniens nur mit natürlichem Licht gearbeitet wurde, konnte nur wenige Stunden pro Tag gefilmt werden. Und auch nur, wenn die Kameras bei minus 25 Grad nicht eingefroren waren. Ein vergleichbarer Kraftakt gelang einzig George Miller. Lange Jahre hatte der Regisseur "Mad Max: Fury Road" minutiös geplant. In der australischen Wüste inszenierte er schließlich einen atemberaubenden Mix aus Auto-Action und Feuerstunts.

Siegchance Alejandro Iñárritu: 50 %

5. Hängt "Mad Max: Fury Road alle anderen ab?

Featurette: Die Frauen aus "Mad Max Fury Road"

Mit zehn Nominierungen war "Mad Max: Fury Road" bisher die größte Überraschung der Oscarsaison. Vor allem die Würdigung in der Kategorie "bester Film" ist für einen Actionfilm nicht selbstverständlich. Der Film profitiert davon, dass 2010 die Nominiertenzahl hier auf bis zu zehn ausgeweitet wurde. Brillante Blockbuster sollten so bessere Chancen auf eine Nominierung als bester Film bekommen. Der Plan ging nur zum Teil auf: Hochgelobte Megahits wie "Inception" oder "Skyfall" wurden dennoch ignoriert. Anders als "Fury Road" 2016. Als reinrassiges Spektakel ist der Film aber ein Außenseiter. Favoriten auf den Hauptpreis sind die Finanzkrisenkomödie "The Big Short", das Drama "Spotlight" über Kindesmissbrauch in der Kirche – und der bereits erwähnte "The Revenant". Letzterer kann sogar als erfolgreichster Oscarfilm in die Geschichte eingehen. Sollte er in allen zwölf nominierten Kategorien gewinnen, wäre der Rekord von "Ben Hur", "Titanic" und "Herr der Ringe 3" (jeweils elf Oscars) gebrochen.

Siegchance "Fury Road": 5 %

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