Und der Oscar ging an...

Foto: © Jason Merritt/Getty Images
Was wir bereits wissen
Die Gewinner der Academy Awards 2016 stehen fest! Aber sind in den Hauptkategorien auch wirklich die richtigen Empfänger auserkoren worden?

In der Nacht zum 29. Februar wurden im Dolby Theatre in Los Angeles die 88. Academy Awards präsentiert. Der große Abräumer des Abends war "Mad Max: Fury Road" mit sechs Auszeichnungen. Durch den Gala-Abend führte Comedian Chris Rock, der das im Vorfeld heftig diskutierte Fehlen farbiger Nominierter ins Zentrum seiner beißend komischen Moderation stellte und schlicht vorschlug: Wenn man mehr schwarze Nominierte will, braucht man schwarze Kategorien wie "Bester schwarzer Sidekick".

Während eine Stipvisite der "Star Wars"-Droiden C-3PO, R2D2 und BB-8 sowie die eingespielten Gewinner-Präsentationen der Minions sowie des "Toy Story"-Duos Woody und Buzz Lightyear für zusätzlich gute Laune sorgten, gehörte zu den bewegendsten Momenten des Abends sicherlich die Live-Performance von Lady Gaga. Sie gab ihren für "Best Song" nominierten Titel "Til It Happens to You" aus der auf Netflix zu sehenden Dokumentation "The Hunting Ground" über alltägliche Vergewaltigungen an US-Colleges im Kreise von Missbrauchsopfern zum Besten. Und natürlich der von stehenden Ovationen begleitete erste Oscar-Gewinn der 87-jährigen Komponisten-Legende Ennio Morricone ("Spiel mir das Lied vom Tod").

Dass wir mit unseren Oscar-Prognosen überwiegend goldrichtig lagen, zeigen die Gewinner in den sechs Hauptkategorien...

Beste Nebendarstellerin

Alicia Vikander in "The Danish Girl"

#GOKA-Urteil: Die Wahl geht in Ordnung, denn die 27-jährige Schwedin und "Ex Machina"-Schönheit ist nicht ohne Grund Hollywoods angesagtester Shooting Star. Jennifer Jason Leigh aus "The Hateful 8" hätte es aber ebenso verdient gehabt. Wer sich spielend gegen sieben Testosteron-Monster behauptet, ist preiswürdig!

Bester Nebendarsteller

Mark Rylance in "Bridge of Spies: Der Unterhändler"

#GOKA-Urteil: Der 66-jährige Brite hat als Gegenspieler von Tom Hanks in der Tat eine höchst eindringliche Darbietung geboten. Wir hätten es aber auch Sylvester Stallone von Herzen gegönnt. Nicht nur, weil es 39 Jahre nach seiner ersten Oscar-Nominierung eine Hollywoodreife Geschichte gewesen wäre, sondern weil der 69-Jährige in "Creed – Rocky’s Legacy" wieder einmal Charakterdarsteller-Qualität bewiesen hat.

Beste Hauptdarstellerin

Brie Larson in "Raum" (dt. Kinostart: 17. März)

#GOKA-Urteil: Richtig so! Die in Kalifornien geborene Newcomerin hatte mit ihrer einfühlsamen Darstellung einer fürsorglichen Mutter in Gefangenschaft bereits bei den Golden Globes, SAGs und BAFTAs abgeräumt. Der Oscar-Gewinn war die logische und verdiente Konsequenz.

Bester Hauptdarsteller

Leonardo DiCaprio in "The Renevant – Der Rückkehrer"

#GOKA-Urteil: Die Jubelstürme und Standing Ovations des Auditoriums waren mehr als gerechtfertigt. Im fünften Anlauf gewinnt der 41-Jährige endlich seinen ersten Oscar. Und das für seine eindrucksvollste Schauspielleistung nach "Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa" auch hoch verdient.

Erster Oscar für Leonardo DiCaprio

Beste Regie

Alejandro González Iñárritu für „The Renevant – Der Rückkehrer“

#GOKA-Urteil: Verdienter zweiter Oscar nach "Birdman", weil es der 52-jährige Mexikaner erneut verstanden hat, aus seinen Schauspielern alles herauszuholen. Trotzdem blutet unser Herz für George Miller, denn mit "Mad Max: Fury Road" hat der Regie-Altmeister bewiesen, dass selbst noch ein 70-Jähriger State-of-the-Art-Action-Meisterwerke erschaffen kann.

Bester Film

"Spotlight"

#GOKA-Urteil: "The Revenant – Der Rückkehrer" wurde als haushoher Favorit gehandelt, aber unser #GOKA-Tipp machte das Rennen! Das Ensemble-Drama von Tom McCarthy, der zuvor auch den Oscar für das beste Originaldrehbuch in Empfang nehmen durfte, ist eine Hymne an kollektive Schauspielkunst und die packende Fiktionalisierung des erschreckend realen Missbrauchskandals innerhalb der katholischen US-Kirche.

Und hier noch die Gewinner der weiteren Kategorien

Bestes Originaldrehbuch

"Spotlight" (Josh Singer & Tom McCarthy)

Bestes adaptiertes Drehbuch

"The Big Short" (Charles Randolph & Adam McKay)

Beste Kamera

"The Revenant – Der Rückkehrer" (Emmanuel Lubezki)

Bestes Szenenbild

"Mad Max: Fury Road" (Colin Gibson & Lisa Thompson)

Bestes Kostümdesign

"Mad Max: Fury Road" (Jenny Beavan)

Beste Filmmusik

"The Hateful 8" (Ennio Morricone)

Bester Filmsong

"Writings on the Wall" aus "James Bond 007: Spectre" (Jimmy Napes & Sam Smith)

Bestes Make-up

"Mad Max: Fury Road" (Lesley Vanderwalt, Elka Wardega & Damian Martin)

Bester Schnitt

"Mad Max: Fury Road" (Margaret Sixel)

Bester Ton

"Mad Max: Fury Road" (Chris Jenkins, Gregg Rudloff & Ben Osmo)

Bester Tonschnitt

"Mad Max: Fury Road" (Mark Mangini & David White)

Beste visuelle Effekte

"Ex Machina" (Andrew Whitehurst, Paul Norris, Mark Ardington & Sara Bennett)

Bester Animationsfilm

"Alles steht Kopf"

Bester fremdsprachiger Film

"Son of Saul" (Originaltitel: "Saul fia")

Bester animierter Kurzfilm

"Bear Story"

Bester Kurzfilm

"Stutterer"

Bester Dokumentarfilm

"Amy"

Bester Doku-Kurzfilm

"A Girl in the River"

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