Die Oscar-Preisträgerin, die keiner kennt: Brie Larson

Ein Strahlen geht um die Welt: Brie Larson (26) nach dem Gewinn ihres ersten Oscars.
Ein Strahlen geht um die Welt: Brie Larson (26) nach dem Gewinn ihres ersten Oscars.
Foto: © Christopher Polk/Getty Images
Was wir bereits wissen
Wer ist diese junge Frau, die gleich mit ihrer ersten Nominierung den Oscar gewinnen konnte? Zum Kinostart ihres preisgekrönten Auftritts im Entführungsdrama "Raum" haben wir Amerikas neuen Shooting-Star unter die Lupe genommen.

"Und der Oscar geht an... Brie Larson!" Als der letztjährige Oscar-Gewinner Eddie Redmayne bei den 88. Academy Awards die Siegerin in der Rubrik "Beste Hauptdarstellerin" verlas, werden sich viele Zuschauer vor den Bildschirmen dieselbe Frage gestellt haben: "Brie Wer?"

A Star Is Born

Nach ihrer warmherzigen Dankesrede, in der die strahlende Gewinnerin ihren Triumph allen widmete, die das Entführungsdrama "Raum" überhaupt erst möglich gemacht haben, wurde jedenfalls schon einmal deutlich, dass die 26-jährige Kalifornierin nicht nur eine begnadete Charakterdarstellerin ist, die gleich bei ihrer ersten Nominierung Kino-Superstar Jennifer Lawrence sowie die Hollywood-Diven Cate Blanchett und Charlotte Rampling auf die Plätze verweisen konnte. In Brie Larson, die es auf der anschließenden Vanity Fair Oscar Party in Abendkleid und Turnschuhen sympathisch bodenständig krachen ließ, steckt auch eine uneigennützige Teamplayerin, die von klein auf verinnerlicht hat, dass der Weg an die Spitze beschwerlich und kein Selbstläufer ist.

Die Karriere vor dem Oscar

Am 1. Oktober 1989 als Brianne Sidonie Desaulniers geboren, zog die Oscar-Gewinnerin in spe nach der frühen Trennung der Eltern mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester von Sacramento nach Los Angeles. Dort wuchs die damals Siebenjährige unter bescheidensten Verhältnissen auf, was ihren Traum vom Rampenlicht zusätzlich anstachelte. Nach der Ausbildung als jüngste Studentin am American Conservatory Theater legte sich Klein-Brie den weniger zungenbrecherischen Mädchennamen von Urgroßmutter Larson zu und stieg 1998 ins Schauspielgeschäft ein, wo sie 2001 nach ersten Mini-Parts in der Sitcom "Raising Dad - Wer erzieht wen?" in der Rolle der jüngsten Filmtochter Emily erstmals prominenter in Erscheinung trat.

Bries eigentlicher Fokus lag damals aber auf der Musik. Über ihre Homepage begann sie 2003 selbstkomponierte Songs zu veröffentlichen, was Casablanca Records auf den Plan rief. Ihre erste veröffentlichte Single "She Said" schaffte es 2004 sofort in die Charts, das ein Jahr später veröffentlichte Album "Finally Out of P.E." mit rockigem Teen-Pop blieb mit nur 3500 verkauften Kopien aber weit hinter den Erwartungen zurück.

Eine schöne Kostprobe ihres Gesangstalents findet sich in Edgar Wrights grandioser Comicverfilmung "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt" (2010), in der Larson als Ex-Freundin des Titelhelden und Sängerin der Band "The Clash of Demonhead" zu begeistern wusste...

Music Video aus "Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt"

Mit dem Wegfall der Popstar-Ambitionen konnte sich die Lebensgefährtin des Musikers Alex Greenwald vollends auf ihre Schauspielkarriere konzentrieren. Mit Erfolg: In der von Steven Spielberg produzierten Serie "Taras Welten" stellte Larson von 2009 bis 2011 als Problem-Teenietochter Kim eindrucksvoll ihre Dramaqualitäten unter Beweis, die sie in ausgesuchten Indie-Perlen wie "Short Term 12 - Stille Helden" (2013) weiter perfektionierte.

Dass sich die 26-Jährige, die auch immer wieder mit Nebenrollen in Erfolgskomödien wie "21 Jump Street" (2011) oder zuletzt "Dating Queen" (2015) als Amy Shumers Filmschwester ihre Lachmuskeln spielen lässt, mittlerweile mit Haut und Haaren der Filmwelt verschrieben hat, wird auch dadurch deutlich, dass sie bei zwei Kurzfilmen Regie geführt hat. "Weighting" ist einer davon...

Brie Larsons Kurzfilm "Weighting" (OF)

Oscar-Gewinn für "Raum" und zukünftige Projekte

Der endgültige Durchbruch ist Brie Larson jetzt mit Lenny Abrahamsons Drama "Raum" gelungen, das bei uns am 17. März in die Kinos kommt. Sie spielt darin eine junge entführte Frau, die sich liebe- und phantasievoll um ihren fünfjährigen Sohn Jack (Jacob Tremblay) kümmert, der mit ihr sein ganzes Leben in einen winzigen Kellerraum eingesperrt ist...

Trailer zu "Raum"

Larsons zu Herzen gehende Performance hat ihr nach dem Gewinn der Golden Globes nun verdientermaßen auch den Oscar eingebracht, was der gefeierte Shooting-Star durchaus als Bestätigung ihres unbeirrten Karrierewegs versteht, wie sie unserer Korrespondentin Anke Hofmann im exklusiven Interview verriet: "Es hat 20 Jahre gedauert und hunderte Scheidewege gekostet, um auf der Oscar-Bühne zu landen. Ich bin so froh, dass ich immer auf mein eigenes Gefühl gehört habe, was richtig für mich ist, und nicht auf die Ratschläge anderer. Dieses Leben als Schauspielerin ist eine Mischung aus Sturheit und Neugier. Es hilft, keine Erwartungen zu haben, aber trotzdem nach dem Horizont zu zielen."

Für Brie Larson sahen die Wolken am Horizont schon vor dem Oscar-Gewinn rosafarben aus. Neben dem in den 70er Jahren spielenden Actiondrama "Free Fire" und der Bollywood-Hommage "Basmati Blues" hat sie auch die Dreharbeiten zu ihrem ersten Mega-Blockbuster "Kong: Skull Island" (Start: 9. März 2017) erfolgreich hinter sich gebracht, wie sie ihre Fans via Instagram wissen ließ. Und wir sind uns sicher: Nicht nur im "King Kong"-Prequel kommt noch Großes auf die frisch gebackene Oscar-Prinzessin zu.

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