Wie viel "Stromberg" steckt im neuen "Tatort"-Dresden?

Was wir bereits wissen
Drei selbstbewusste Ermittlerinnen und ein konservativer, zu Weilen schrulliger Chef, das sind die Zutaten, aus denen „Stromberg-Schöpfer“ Ralph Husmann den neuen Tatort aus Sachsen gestrickt hat.

Das "Tatort"-Team in Dresden, das die Nachfolge von Simone Thomalla und Martin Wuttke antritt, punktet vor allem mit skurrilem Humor. "Ich wollte relativ normale Figuren haben, weil ich denke dass in normale Kommissariaten einfach auch Leute arbeiten, die abends nach der Arbeit nach Hause gehen, sich was zu Essen machen und auch Familie haben. Das Aufeinandertreffen von Alltag und Mord fand ich erst mal ganz spannend", erklärt Husmann die Drehbuch-Grundlage beim Sachsen-Tatort. "Henni und Karin sind zwei ambitionierte Kriminalistinnen, die aber trotzdem irgendwann nach Hause wollen. Die eine, weil sie sich um ihren Sohn kümmern will, die andere, weil sie einen Freund hat, mit dem sie sich eine Familie wünscht. Ich fand es reizvoll, wenn da die Gewalt einbricht."

Die Komik entsteht dabei aus der Konstellation, dass ein überforderter Chef (Martin Brambach als Kommissar Schnabel) seinem Team mit Kommissarsanwärterin Maria Mohr (Jella Haase), Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels) nicht wirklich gewachsen ist und alten Rollenbildern nachtrauert. Was dann eigentlich auch schon die einzig wirkliche offensichtlich Parallele zur "Stromberg"-Serie wäre: Ein nicht ganz zeitgemäßer Macho als Chef, der über sehr großes Fremdschäm-Potenzial verfügt.

Martin Brambach im Interview

Daneben setzt Husmann, wie bei Stromberg, auf "Normalos", wie sie jeder kennt, nur dass seine Charaktere nicht überzeichnet werden. Darin unterscheidet sich der "Tatort" aus Dresden auch vom "Tatort" aus Münster. Der Film läuft nicht Gefahr, in Slapstick abzudriften und hat am Ende auch die notwendige Ernsthaftigkeit, um als Krimi zu funktionieren. Husmann: "Der Tatort aus Dresden wird eine Mischung aus ernstem Krimi mit je einer Portion Brutalität und Ironie. Es wird auch blutig gestorben (lacht)."

Für Husmann lag die Herausforderung beim neuen "Tatort" auch in der Besetzung: "Ein von Frauen geführtes Team fand ich eigentlich am spannendsten. Das war noch mal eine neue Herausforderung nach über 10 Jahren ("Stromberg"-) Büro mit überwiegend männlich geprägten Ensemble, einen Krimi mit eher weiblichen Ensemble zu machen."

Der erste Fall für Kommissar Schnabel und seine 3 Frauen: "Auf einen Schlag"

Toni & Tina sind die Stars der sächsischen Volksmusikszene. Die heile Musikantenwelt zerbricht jedoch, als Toni ermordet wird. Nicht nur Fans und Partnerin Tina (Alexandra Finder) sind verzweifelt. Auch Rollo (Hilmar Eichhorn), der Manager, ist am Boden zerstört. Als die Polizisten allerdings dahinterkommen, dass Toni damit geliebäugelt hat, zum skrupellosen Manager Maik (Andreas Guenther) zu wechseln, gerät plötzlich Rollo in Verdacht, seinen größten Star ermordet zu haben.

"Schlager und Volksmusik sind die letzten Bastionen, in denen die Welt noch friedlich ist. Hier kann man Probleme einfach wegjodeln", sagt Drehbuchautor Ralf Husmann. Im übrigen hat er die Schlager selbst getextet und hofft nun auf einen Hit: "Wenn 'Mein Sachsen' nicht das neue 'Atemlos' wird, bin ich persönlich enttäuscht."

Sonntag, 6. März, 20.15 Uhr im Ersten

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