Wie viel "Stromberg" steckt im neuen "Tatort"-Dresden?

Das "Tatort"-Team aus Dresden (v.l.): Redakteur MDR (Sven Döbler), Henni Sieland (Alwara Höfels), Regie (Richard Huber), Peter Michael Schnabel (Martin Brambach), Karin Gorniak (Karin Hanczewski), Autor (Ralf Husmann). © MDR/Andreas Wünschirs
Das Dresdner Ermittlerteam am Tatort im Zwinger: v.l. Kommissarsanwärterin Maria Mohr (Jella Haase), Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski), Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels), Kommissar Peter Michael Schnabel (Martin Brambach). © MDR/Andreas Wünschirs
Kommissarsanwärterin Maria Mohr (Jella Haase) trifft auf den Fotografen Thomas Jungbluth (Tom Lass), der ihr für den Fall interessante Fotos zeigt. © MDR/Andreas Wünschirs
Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels) befragt Walther Ungerland (Michael Specht), einen früheren Fan des Opfers. © MDR/Andreas Wünschirs
Die Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski, re.) bei der Bestandsaufnahme in ihrem Büro. © MDR/Andreas Wünschirs
Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) im Gespäch mit Frau Schwarz (Rosa Enskat, li.), der Lehrerin ihres Sohnes Aaron (Alessandro Schuster). © MDR/Andreas Wünschirs
Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski, re.) ist wütend auf ihren Sohn Aaron (Alessandro Schuster, li). © MDR/Andreas Wünschirs
Kommissar Peter Michael Schnabel (Martin Brambach) spricht mit der verängstigten Laura (Sina Ebell), die das Opfer gefunden hat. © MDR/Andreas Wünschirs
Manager Rollo Marquardt (Hilmar Eichhorn) unterbricht den Soundcheck von Tina Derlinger (Alexandra Finder). © MDR/Andreas Wünschirs
Das Mitglied der "Herzensbrecher" Albert Kästner muss wieder zur Probe: v.l. Maria Mohr (Jella Haase), Albert Kästner (Nicholas Reinke). © MDR/Andreas Wünschirs
Die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski, Mi.) und Henni Sieland (Alwara Höfels, re.) wollen den Konzertveranstalter Maik Pschorrek (Andreas Guenther) verhören. © MDR/Andreas Wünschirs
Die Kommissarinnen Henni Sieland (Alwara Höfels, li.) und Karin Gorniak (Karin Hanczewski, re.) verhören den Konzertveranstalter Maik Pschorrek (Andreas Guenther). © MDR/Andreas Wünschirs
Manager Rollo Marquardt (Hilmar Eichhorn, re.) und Veranstalter Maik Pschorrek (Andreas Guenther, li.) geraten aneinander. © MDR/Andreas Wünschirs
Was wir bereits wissen
Drei selbstbewusste Ermittlerinnen und ein konservativer, zu Weilen schrulliger Chef, das sind die Zutaten, aus denen „Stromberg-Schöpfer“ Ralph Husmann den neuen Tatort aus Sachsen gestrickt hat.

Das "Tatort"-Team in Dresden, das die Nachfolge von Simone Thomalla und Martin Wuttke antritt, punktet vor allem mit skurrilem Humor. "Ich wollte relativ normale Figuren haben, weil ich denke dass in normale Kommissariaten einfach auch Leute arbeiten, die abends nach der Arbeit nach Hause gehen, sich was zu Essen machen und auch Familie haben. Das Aufeinandertreffen von Alltag und Mord fand ich erst mal ganz spannend", erklärt Husmann die Drehbuch-Grundlage beim Sachsen-Tatort. "Henni und Karin sind zwei ambitionierte Kriminalistinnen, die aber trotzdem irgendwann nach Hause wollen. Die eine, weil sie sich um ihren Sohn kümmern will, die andere, weil sie einen Freund hat, mit dem sie sich eine Familie wünscht. Ich fand es reizvoll, wenn da die Gewalt einbricht."

Die Komik entsteht dabei aus der Konstellation, dass ein überforderter Chef (Martin Brambach als Kommissar Schnabel) seinem Team mit Kommissarsanwärterin Maria Mohr (Jella Haase), Kommissarin Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Kommissarin Henni Sieland (Alwara Höfels) nicht wirklich gewachsen ist und alten Rollenbildern nachtrauert. Was dann eigentlich auch schon die einzig wirkliche offensichtlich Parallele zur "Stromberg"-Serie wäre: Ein nicht ganz zeitgemäßer Macho als Chef, der über sehr großes Fremdschäm-Potenzial verfügt.

Martin Brambach im Interview

Daneben setzt Husmann, wie bei Stromberg, auf "Normalos", wie sie jeder kennt, nur dass seine Charaktere nicht überzeichnet werden. Darin unterscheidet sich der "Tatort" aus Dresden auch vom "Tatort" aus Münster. Der Film läuft nicht Gefahr, in Slapstick abzudriften und hat am Ende auch die notwendige Ernsthaftigkeit, um als Krimi zu funktionieren. Husmann: "Der Tatort aus Dresden wird eine Mischung aus ernstem Krimi mit je einer Portion Brutalität und Ironie. Es wird auch blutig gestorben (lacht)."

Für Husmann lag die Herausforderung beim neuen "Tatort" auch in der Besetzung: "Ein von Frauen geführtes Team fand ich eigentlich am spannendsten. Das war noch mal eine neue Herausforderung nach über 10 Jahren ("Stromberg"-) Büro mit überwiegend männlich geprägten Ensemble, einen Krimi mit eher weiblichen Ensemble zu machen."

Der erste Fall für Kommissar Schnabel und seine 3 Frauen: "Auf einen Schlag"

Toni & Tina sind die Stars der sächsischen Volksmusikszene. Die heile Musikantenwelt zerbricht jedoch, als Toni ermordet wird. Nicht nur Fans und Partnerin Tina (Alexandra Finder) sind verzweifelt. Auch Rollo (Hilmar Eichhorn), der Manager, ist am Boden zerstört. Als die Polizisten allerdings dahinterkommen, dass Toni damit geliebäugelt hat, zum skrupellosen Manager Maik (Andreas Guenther) zu wechseln, gerät plötzlich Rollo in Verdacht, seinen größten Star ermordet zu haben.

"Schlager und Volksmusik sind die letzten Bastionen, in denen die Welt noch friedlich ist. Hier kann man Probleme einfach wegjodeln", sagt Drehbuchautor Ralf Husmann. Im übrigen hat er die Schlager selbst getextet und hofft nun auf einen Hit: "Wenn 'Mein Sachsen' nicht das neue 'Atemlos' wird, bin ich persönlich enttäuscht."

Sonntag, 6. März, 20.15 Uhr im Ersten

Die Oscar-Preisträgerin, die keiner kennt: Brie Larson

Ein Strahlen geht um die Welt: Brie Larson (26) nach dem Gewinn ihres ersten Oscars.
Foto: © Christopher Polk/Getty Images
Wer ist diese junge Frau, die gleich mit ihrer ersten Nominierung den Oscar gewinnen konnte? Zum Kinostart ihres preisgekrönten Auftritts im Entführungsdrama "Raum" haben wir Amerikas neuen Shooting-Star unter die Lupe genommen.
Mehr lesen