Wer wird der neue James Bond?

Daniel Craig spielt James Bond in "Spectre"
Daniel Craig spielt James Bond in "Spectre"
Foto: © 2015 Getty Images
Was wir bereits wissen
Daniel Craigs Abschied als Bond ist in Sicht. Fünf mögliche Nachfolger im GoKa-Check.

Es war kurz vor dem Kinostart von "Spectre" (seit dem 3. März bei Sky Select, dem Abrufdienst von Sky), als Daniel Craig – gefragt, ob er einen weiteren 007-Film drehen würde – antwortete: "Eher würde ich mir die Pulsadern aufschneiden!" Das könnte natürlich Taktik sein. Dennoch ist es eine seltsame Äußerung Craigs, der dank "Spectre" 2015 insgesamt 27 Millionen Euro verdiente. Ob der Brite seinen letzten ausstehenden Bond-Film tatsächlich dreht, ist zweifelhaft. Die Bond-Macher jedenfalls denken über seine Nachfolge nach – und das hat Gründe.

Daniel Craig ist 48 Jahre alt. Bis zu einem möglichen Drehstart dürfte noch viel Zeit vergehen. Zum Vergleich: Craigs Vorgänger Pierce Brosnan war 48, als er seinen letzten 007-Film drehte. Danach wurde er als "zu alt" aussortiert. Ja, Craigs "Spectre" war mit 880 Millionen Dollar Kinoumsatz alles andere als ein Flop. Aber eben auch nicht so erfolgreich wie zuvor "Skyfall" (1,1 Mrd. Dollar), obwohl "Spectre" mit 245 Millionen Dollar Budget der teuerste Bond-Film aller Zeiten war.

Daher wirft GOLDENE KAMERA einen Blick in die Zukunft.

Diese fünf Schauspieler haben das Zeug zum neuen Bond:

1. Idris Elba (43)

PRO

Als 2015 die E-Mails des Sony-Studios gehackt wurden, kam es ans Licht: Idris Elba, britischer Star der TV-Serie "Luther", ist Sonys Wunschkandidat für die Zeit nach Daniel Craig. Kein Wunder, in "Luther" brilliert Elba als harter, cooler und smarter Ermittler. Zudem könnte Elbas Hautfarbe für jede Menge Aufmerksamkeit sorgen ...

CONTRA

... aber auch für Kritik bei einigen konservativen 007-Fans. Ein schwarzer Bond wird online heute bereits kontrovers diskutiert. Würden die Filmemacher Bonds Familiengeschichte (schottischer Vater, Schweizer Mutter) für Idris Elba (Eltern aus Sierra Leone und Ghana) komplett umschreiben?

2. Damian Lewis (45)

PRO

Als zwielichtige Hauptfigur der Hitserie "Homeland" durchlebte Lewis einige James-Bond-Momente. Bei den für gewöhnlich gut informierten Buchmachern liegt der Engländer ganz weit vorn. Selbst Lewis rotes Haar sollte kein K.-o.-Kriterium sein; Blondschopf Craig hatte schon zuvor mit dem 007-Stereotyp gebrochen.

CONTRA

Je länger die Entscheidung dauert, desto kleiner seine Chance: Mit 45 ist Lewis nur drei Jahre jünger als Craig. Zudem konnte der englische Serienstar trotz mehrerer Versuche nie im Kino Fuß fassen. Und: Seine neue Serie "Billions" (ab 25.4. bei Sky) macht eine Bond-Terminplanung nicht einfacher.

3. Dan Stevens (33)

PRO Der Jüngste und Unbekannteste auf dieser Liste. Das ist kein Nachteil, im Gegenteil: Das Prinzip der Bond-Reihe war stets, größer zu sein als jeder Darsteller. Wer Stevens nur aus "Downton Abbey" kennt, sollte den Actionthriller "The Guest" (2014) sehen, um festzustellen: Dieser Mann kann charmant und brutal spielen.

CONTRA

Stevens stieg früh aus der Hitserie "Downton Abbey" aus, um nicht zu sehr festgelegt zu werden. Würde er sich tatsächlich rund zehn Jahre an Bond binden wollen? Auch so ist der Brite immer besser im Geschäft, etwa als männlicher Hauptdarsteller in Disneys "Beauty and the Beast" (2017).

4. Rupert Friend (34)

PRO

Ein stoischer Spion mit der Lizenz zum Töten? Der Name ist Quinn, Peter Quinn. Als CIA-Killer in "Homeland" offenbart Friend 007-Qualitäten. Wenig bekannt: Der Brite hatte bereits 2005 als Bond vorgesprochen. Das muss kein Makel sein – auch Dalton und Brosnan brauchten mehrere Anläufe vor ihrem Bond-Debüt.

CONTRA

Ist seine Rolle in "Homeland" der Maßstab, könnte Friend dem jetzigen Bond Daniel Craig zu ähnlich sein. Nicht ideal, wenn man sich vom Vorgänger absetzen will. Auch Friends erste große Kinohauptrolle schmälert seine Chancen: Der Actionfilm "Hitman: Agent 47" (2015) floppte gewaltig.

5. Michael Fassbender (38)

PRO

Sein inoffizielles Bewerbungsvideo gab der Deutsch-Ire mit einer 60er-Jahre-Szene in "X-Men: First Class" ab: In einer Bar bringt er drei Männer um – sadistisch, stilvoll, eiskalt wie einst Sean Connery. Mit 38 Jahren ist er im perfekten Alter: Es ist das Durchschnittsalter der bisherigen Darsteller bei ihren 007-Debüts.

CONTRA

Fassbender ("Steve Jobs") ist der größte Star unter den fünf. Das ist ein Problem. Noch nie ist ein Bond-Darsteller zuvor für den Oscar nominiert gewesen. Dem gebürtigen Heidelberger gelang das bereits zweimal. Zudem startet Fassbender 2016 mit "Assassin’s Creed" seine eigene Actionfilmreihe.

Kommentare einblenden

Ein Coming-out zum "Aus der Haut" fahren

Trouble in der "Aus der Haut"-Familie: Susann (Claudia Michelsen), Problemsohn Milan (Merlin Rose) und Gustav (Johann von Bülow)
Trouble in der "Aus der Haut"-Familie: Susann (Claudia Michelsen), Problemsohn Milan (Merlin Rose) und Gustav (Johann von Bülow)
Foto: © UFA Fiction
Must-See-Premiere im Ersten: Das neue TV-Drama von "5 Jahre Leben"-Regisseur Stefan Schaller mit Newcomer Merlin Rose, Johann von Bülow und GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Claudia Michelsen.
Mehr lesen