Makatschs erster Fall: "Tatort: Fünf Minuten Himmel"

Ellen Berlinger (Heike Makatsch) wurde bei einem Einsatz zu Boden geworfen.
Ellen Berlinger (Heike Makatsch) wurde bei einem Einsatz zu Boden geworfen.
Foto: © SWR/Ziegler Film
Heike Makatsch tritt in Freiburg als Fahnderin an: ein brisanter Fall und der erste "Bio-'Tatort".

Schon die Vorgeschichte zu dieser "Tatort"-Episode ist spannend: Am 2. Dezember 2013 meldete der Südwestrundfunk (SWR) stolz, Heike Makatsch werde künftig in Freiburg ermitteln – doch die Starschauspielerin ruderte zurück. Begründung: Ihr liege noch kein gutes Drehbuch vor.

Der Trailer zum Freiburg-Tatort

Erst zwei Jahre später war die Episode"Fünf Minuten Himmel" endlich im Kasten. Dann jedoch verkündete eine SWR-Sprecherin, künftig werde Harald Schmidt in Freiburg fahnden, Makatsch werde ihm nicht "in die Quere kommen". Warum es dennoch neue Episoden mit ihr geben soll, verriet sie und exklusiv hier im Interview.

Worum geht's im "Tatort: Fünf Minuten Himmel"?

Nach 14 Jahren in London kehrt Hauptkommissarin Ellen Berlinger (Heike Makatsch) hochschwanger nach Freiburg zurück – und muss direkt auf Mörderjagd gehen: Der unbeliebte Jobcenter-Mitarbeiter Holger Kunath (Michael Moritz) wurde an seinem Arbeitsplatz erdrosselt. Ellen stößt rasch auf ein Motiv: Kunath war verstrickt in Machenschaften mit Immobilienhaien und wollte mehrere Hartz-IV-Empfänger aus einem Abbruchhaus vertreiben. Die Mieter könnten Rache geübt haben, aber auch ihr Nachwuchs ist verdächtig: Mehrere Teenager praktizieren Würgespiele, bei denen sie sich in rauschhafte Zustände hineinsteigern und jede Kontrolle verlieren.

Wer ist dabei?

Film- und Theaterstar Angela Winkler spielt Ellens Mutter, die auch deren ältere Tochter Niina (Emilia Bernsdorf) aufzieht. Max Thommes stellt Ellens Kollegen Hendrik Koch dar, der an den Rollstuhl gefesselt ist.

Was ist das Besondere?

In Heike Makatschs Debüt wurde ihre echte Schwangerschaft eingebaut. Zudem ist der Fall so etwas wie der erste"Bio-'Tatort'": Die Episode wurde bewusst ressourcenschonend produziert." Die Tonabteilung arbeitete mit Akkus statt mit Batterien", erklärt die Schauspielerin dazu."Und wir haben fast nur Biogemüse aus der Freiburger Region gegessen." Auf die Frage, ob es nun weitere Fälle mit ihr geben wird, antwortet Makatsch: "Ich bin dafür! Aktuell warten wir auf grünes Licht für die Finanzierung. Wo genau dann ermittelt wird, ist aber noch offen."

Wertung

Die Kluft zwischen Arm und Reich, die Angst von Jugendlichen, nicht gebraucht zu werden: Ja, ihr erster "Tatort" konfrontiert Heike Makatsch mit vielen sozialen Problemen. Obwohl der Fall manchmal unübersichtlich wird und an Spannung einbüßt, ist er sehenswert.

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