Emilia Schüle wird zum Gesicht deutscher Geschichte

Eva Schöllack(Emilia Schüle) legt in "Ku'Damm 56" alles daran, von ihrem Chef, Professor Fassbender (Heino Ferch), geheiratet zu werden.
Eva Schöllack(Emilia Schüle) legt in "Ku'Damm 56" alles daran, von ihrem Chef, Professor Fassbender (Heino Ferch), geheiratet zu werden.
Foto: ZDF / Stefan Erhard
Was wir bereits wissen
Emilia Schüle lebt schon seit einigen Jahren in ihrer Wahlheimat Berlin, doch eigentlich könnte sie auf einen festen Wohnort wohl auch gut verzichten.

Keine andere deutsche Schauspielerin dürfte aktuell so häufig an unterschiedlichen Filmsets zu sehen sein, wie die GoKa-Nachwuchspreisträgerin von 2014. Durch Serien wie "Ku'damm 56", "Charite" oder "Kommissariat 1 Berlin" wird die Schauspielerin immer mehr zum TV-Gesicht Deutscher Geschichte.

Eiche rustikal, strenge Sitten, Tellerock und Rock 'n' Roll – das ist "Ku’damm 56". Der aufwendig ausgestattete ZDF-Mehrteiler von UFA-Produzent Nico Hofmann spielt in der Zeit des Wirtschaftswunders und hat am Sonntag (20.15 Uhr) Premiere im ZDF. Mittendrin und für Experten sicher nicht überraschend: Emilia Schüle als Eva Schöllack. Die Tochter von Tanzschulbesitzerin Caterina Schöllack (Claudia Michelsen, GOLDENE KAMERA 2013) hat ihre Zukunft genau im Blick und legt alles daran, von ihrem Chef, Professor Fassbender (Heino Ferch), geheiratet zu werden. Auf Ihre Rolle als Nesthäkchen "Eva" hat sich Emilia Schüle akribisch vorbereit: "Wir mussten wahnsinnig viel recherchieren, hatten viel Tanzunterricht, haben Walzer gelernt. Maria (Ehrich) und ich haben auch geübt, einen Stock im Arsch zu haben."

Emilia Schüle über ihre Rolle in Ku'Damm 56"

Wenn in Deutschland historische Stoffe verfilmt werden, die zufällig in Berlin spielen, dann hat die 23-jährige Schauspielerin mit russischen Wurzeln scheinbar immer eine Rolle sicher. Im letzten Jahr drehte sie zusammen mit Friedrich Mücke, Frederik Lau und Tobias Moretti den Fernsehfilm "Mordkommission Berlin 1", der in der zwielichtigen Unterwelt der 20er Jahre spielt. Emilia Schüle durfte als Kripo-Assistentin Masha Kampe dabei mit ihren Kollegen kräftig berlinern und hatte viel Spaß dabei. Der Satz „Ick hab mir in dich verliebt jehabt. Du dir doch auch in mir“ wurde zum Running Gag am Set. Für den Dreh musste der Nachwuchsstar wochenlang nach Prag pendeln.

Für Nico Hofmann ist "Ku'damm 56" nach "Unsere Mütter, unsere Väter" ein Herzensprojekt.

Im vergangen Herbst begannen die Dreharbeiten zu "Charité". Die historische Krankenhausserie, bei der Sönke Wortmann Regie führt, spielt zu Beginn des wilhelminischen Zeitalters und zeigt das berühmteste Krankenhaus der Welt in Berlin als eine Stadt in der Stadt, mit eigenen Gesetzten und Regeln, 4000 Patienten und 1000 Studenten, die sich zum Mediziner ausbilden lassen. Auch hier mittendrin, wie könnte es anders sein: Emilia Schüle.

Doch wenn wir „Mila“ auf historische Rollen in der deutschen Geschichte reduzieren, dann tun wir ihr Unrecht., den schließlich feierte Sie auch ihren Durchbruch 2012 als Weißrussin Larissa im Tatort "Wegwerfmädchen" mit einer tragischen Figur im Hier und Jetzt. Und auch im letzten Jahr drehte Sie an der Seite von Edin Hasanovic (Nachwuchspreis 2016) den ZDF-Wettmafia-Krimi "Auf kurze Distanz".

Seit mehr als 10 Jahren ist Schüle jetzt im Filmgeschäft und gönnt sich wohl auch in Zukunft nur selten eine Pause. Zwischen den Dreharbeiten von "Mordkommission Berlin 1" und "Ku’Damm 56" lag nur ein Woche Pause, die mit einem Coaching in London gefüllt wurde.

Nach den Dreharbeiten zu der Komödie "Simpel" (mit David Kross und Frederik Lau), die aktuell gerade in Norddeutschland stattfinden, dürfte das nächste Projekt also nicht lange auf sich warten lassen. Mal abwarten, in welcher Zeit der deutschen Geschichte wir wieder auf Emilia Schüle treffen.

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