Undercover im Ersten: Aylin Tezel ist "Die Informantin“

Aylin Tezel ist "Die Informantin"
Aylin Tezel ist "Die Informantin"
Foto: DasErste
Was wir bereits wissen
Es gab schon viele Undercover-Ermittler im deutschen Fernsehen, wie den "Schattenmann" (Stefan Kurth) oder "Tatort"-Kommissar Cenk Batu (Mehmet Kurtulus). Doch eine V-Frau spielte bisher keine große Rolle.

Diesen Job übernimmt in „Die Informantin“ (Sa, 20.15 Uhr im Ersten ) jetzt Aylin Tezel, bekannt als Kommissarin "Nora Dalay" aus dem Dortmunder „Tatort“, bei der Sie an der Seite von GOKA-Preisträger Jörg Hartmann spielt. "Aylin betritt eine kriminelle Welt, die gesetzeslos ist und in der sie mit ihrem Jurastudium nicht weit kommt. Die Spielregeln sind gefährlich: Man muss um sein Leben fürchten“, beschreibt die 23jährige Deutsch-Türkin ihre komplexe Rolle als V-Frau im ARD-Thriller.

Darum geht's in "Die Informantin"

Aylin (Aylin Tezel) weiß genau, wie sie auf Männer wirkt. Sie nutzt ihren Sexappeal, um auf ungewöhnliche Weise ihr Jurastudium zu finanzieren. Denn sie will nur eins: Anwältin werden. Weil die riskante Masche, Männer auf Hotelzimmer zu locken und dort zu beklauen, einmal völlig schiefgegangen ist, droht eine Haftstrafe. In ihrer Not kommt von Drogenfahnder Jan (Ken Duken) überraschend ein Angebot, das alle Probleme löst: Wenn sie als Lockvogel bei Ermittlungen gegen einen Drogenschmugglerring hilft, muss sie nicht ins Gefängnis - und noch wichtiger: Die Vorstrafen werden gestrichen.

Deshalb nimmt die Verurteilte den gefährlichen Auftrag an, sich an den jungen Clanchef Musab (Timur Isik) als Geliebte heranzumachen. Ihr Kontaktmann und dessen erfahrene 1200Was beide aber verschweigen: Es ist bereits der zweite Versuch. Der erste auf den gerissenen Musad angesetzte Informant, dessen Cousin Erol (Blerim Destani), flog auf und musste seinen Verrat mit dem Leben bezahlen.

Aylin Tezel überzeugt in dem Plot als abgezockte Jurastudentin, die sich mit allen Mitteln ein besseres Leben erkämpfen will, sich dabei aber instinktsicher nicht zum Spielball der Interessen machen lässt. In der Dreiecksbeziehung zwischen Aylin, Jan und Musab sieht die Schauspielerin den besonderen Reiz für die Zuschauer: "Dass 'Aylin' sich sowohl zu Jan als auch zu Musab hingezogen fühlt, sagt viel über ihre Persönlichkeit aus. Sie bewegt sich zunächst relativ sicher zwischen den verschiedenen Welten, für die die beiden Männer stehen. Spannend wird es, wenn die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen und der Zuschauer plötzlich nicht mehr weiß, welcher der drei Hauptfiguren auf welcher Seite steht."

Raffiniert spielt der sehenswerte Thriller von Regisseur Philipp Leinemann mit der Gefahr, dass die Informantin jederzeit auffliegen kann. Das Zusammenspiel von Leidenschaft und Misstrauen treibt die Spannung auf die Spitze. So vielschichtige Charaktere gibt es nur wenige in deutschen Drehbüchern.

Wer sollte einschalten?

Alle, die es spannend finden, dabei zu zusehen, wie sich V-Leute clever zwischen zwei Welten bewegen müssen, um nicht enttarnt zu werden - dabei aber nicht jede Szene einem "Realitätstest" unterziehen.

Warum muss ich "Die Informantin" sehen?

Weil es im Ersten am Wochenende selten so spannend wird und Aylin als "Aylin" eine sehr individuelle TV-Heldin verkörpert. Das komplette Hauptdarsteller-Quartett spielt groß auf.

Für Fans von...

"Ummah – Unter Freunden", "Auf kurze Distanz" oder "Im Angesicht des Verbrechens"

Die GOKA-Bewertung:

"Die Informantin": Sa, 19. März, 20.15 Uhr im Ersten und als Stream in der ARD-Mediathek

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