Nia Vardalos spricht über "My Big Fat Greek Wedding 2"

Die griechische Königin Hollywoods: Nia Vardalos (53)
Die griechische Königin Hollywoods: Nia Vardalos (53)
Foto: © Theo Kingma
Was wir bereits wissen
Der griechische Chaos-Clan ist zurück! Zum Start der Fortsetzung trafen wir die Mutter des Überraschungserfolgs von 2002 zum exklusiven Interview.

Culture-Clash-Komödien laufen eigentlich immer gut, aber "My Big Fat Greek Wedding" war dann doch eine Boxoffice-Überraschung. Der Film über eine Exil-Griechin, die sich zum Leidwesen ihrer exaltierten Familie in einen schnöden Amerikaner verliebt, spielte 2002 mit 369 Millionen Dollar mehr als das 70fache seiner Kosten ein. 14 Jahre später will Autorin und Hauptdarstellerin Nia Vardalos scheinbar noch einmal auf den Erfolgszug aufspringen. Im Gespräch mit unserer Korrespondentin Anke Hofmann verrät uns die 53-Jährige aber, dass sie Teil 2 nur geschrieben hat, um noch einmal ihren Co-Star John Corbett knutschen zu können. Und dass sie die gesamte GOKA-Gemeinde zum Übernachten zu sich nach Hause einlädt...!

GOLDENE KAMERA im Interview mit Nia Vardalos

Darum geht's in "My Big Fat Greek Wedding 2"

14 Jahre nach den romantisch-chaotischen Geschehnissen aus Teil 1 sind Toula (Vardalos) und Ian (John Corbett) noch immer glücklich miteinander verheiratet. Kummer bereitet nur Teenager-Tochter Paris (Elena Kampouris), die ihrer 'peinlichen' griechischen Großfamilie Richtung College den Rücken kehren will. Bevor sich Toula diesem Affront widmen kann, taucht allerdings ein viel größeres Problem auf. Es stellt sich nämlich heraus, dass ihre eigenen Eltern Maria (Lainie Kazan) und Gus Portokalos formal gar nicht verheiratet sind...

Trailer zu "My Big Fat Greek Wedding 2" (Kinostart: 24.3.2016)

Nia Vardalos im Interview

Seit dem ersten Film sind fast 14 Jahre vergangen. Warum hat die zweite "Griechische Hochzeit" so lange auf sich warten lassen?

Nach dem ersten Film wurde ich mit Lob und Ehrungen überschüttet und alle haben mich nur Lachen sehen. Aber innerlich sehnte ich mich danach, Mutter zu werden. Schon vor den Dreharbeiten zum ersten Film hatten wir vergeblich versucht, schwanger zu werden, und da ich mir in einer Fortsetzung Toula und Ian als Eltern vorstellte, fehlte mir einfach die Inspiration – bis mein Mann und ich im Sommer 2008 unsere Tochter Ilaria im Alter von fast 3 Jahren aus einem amerikanischen Pflegeheim adoptieren konnten. Zwei Jahre später kam sie dann in die Vorschule, und das war der Anfang der Fortsetzung.

Sind Sie privat eine genauso überfürsorgliche griechische Mutter wie im Film?

Ja! (lacht) Am ersten Vorschultag meiner Tochter war ich die letzte Mutter, die gegangen ist. Und da dämmerte es mir plötzlich: Ich habe mich in meine eigene Mutter verwandelt! Aber statt es zuzugeben, nenne ich es einfach "gute Elternkompetenz" (lacht). Als ich meiner Tochter den Film vorführte, fragte ich sie, ob ich sie ebenfalls zu sehr einenge. Und ohne eine Sekunde zu zögern meinte sie nur: "Ja!" (lacht).

Der Vorteil eines Sequels ist es, dass man alte "Liebhaber" wieder trifft. Haben Sie sich darauf gefreut, wieder John Corbett küssen zu dürfen?

John und ich sind sehr gute Freunde. Wir mögen uns sehr und gehen sehr ungezwungen und locker miteinander um, und das sieht man auch auf der Leinwand. Die einzige Bedingung ist, dass vorher keiner Knoblauch essen darf. Vor der Kussszene legte er einfach nur seinen Arm um meine Schulter und sagte: "Okay, Baby, lass uns knutschen." So einfach ist das mit John! (lacht)

Im neuen Film dreht es sich nicht nur um die nächste Generation, sondern auch um die genetische Abstammung und die Frage: Sind die Portokalos mit Alexander dem Großen verwandt? Haben Sie je Ihre eigenen Gene untersuchen lassen?

Nach dem ersten Film fragten mich viele, ob plötzlich alle möglichen Cousins und Cousinen aus den Löchern gekrochen sind und mit mir verwandt sein wollten. Die Wahrheit ist, dass man in einer ethnischen Familie von Anfang an die ganze Sippe kennt (lacht). Bis jetzt habe ich noch kein Glas geleckt und es zur Gen-Probe eingeschickt, aber ich nehme an, dass ich 100% griechisches Blut in mir habe. Dank des Römischen Reiches würde es mich allerdings nicht überraschen, wenn ich auch ein paar italienische Gene in mir hätte. Aber im Grunde ist die Menschheit ja in Afrika geboren, wir sind also alle irgendwie verwandt. Ich habe aber eine Ahnenforschung für meinen Hund gemacht. Er ist der ungehorsamste Köter, den es gibt, aber laut Gen-Analyse stammt er nur von sehr braven Rassen ab. Ich weiß nicht, wie glaubwürdig diese Tests sind (lacht).

Inwieweit hat der erste Film die Welt verändert?

Indem es jetzt einen "Big Fat Greek Salad" auf der Speisekarte gibt! (lacht)

Trailer zu "My Big Fat Greek Wedding" (2002)

Halten die Griechen auch in Hollywood zusammen?

Und ob. Wir kennen uns alle: Billy Zane, John Stamos, Maria Menounos, Rita Wilson, Jennifer Aniston, Tina Fey. Sobald auch nur ein bisschen griechische Abstammung in jemandem steckt, gehört er oder sie zur Familie.

Und wie stark sind Ihre Verbindungen zu Griechenland? Besuchen Sie Ihre Verwandtschaft oft?

Jeden Sommer. Obwohl ich mich dort nicht mehr blicken lassen sollte.

Warum das?

Weil ich den gleichen Effekt habe wie Jackie Chan in Chinatown (lacht). Jeder kennt mich. Andererseits es ist nicht allzu schwer, inkognito durch Griechenland zu laufen. Alle sehen so aus wie ich (lacht).

Wie griechisch sind Sie im täglichen Leben?

100 Prozent! Ich schaue mir die Olympiade an. Ich koche griechisch. Ich bin in Kanada geboren, lebe in den USA, aber wenn ich Griechenland mit einem Wort beschreiben müsste, dann wäre das: Heimat.

Interview: Anke Hofmann

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