"Game of Thrones": Die wichtigsten Fakten aus dem Reich der Toten

Was wir bereits wissen
GOLDENE KAMERA sprach exklusiv mit den Stars über die geheimnisvolle 6. Staffel – und den Cliffhanger, der alle bewegt: Ist Jon Schnee wirklich tot?

Den größten Schock der vergangenen Staffel hob sich „Game of Thrones“ für den Schluss auf. Ahnungslos steht Jon Schnee (Kit Harington), der Anführer der Nachtwache, inmitten seiner Kameraden. Plötzlich zückt einer von ihnen sein Schwert. Ein Stich in die Brust, Jon Schnee stöhnt auf. Mit ungläubigem Blick wankt er umher, leichte Beute für die anderen. Einer nach dem anderen sticht zu. Jon Schnee sinkt zu Boden. Die letzte Einstellung: Leblos liegt der Krieger auf dem gefrorenen Boden – Asche zu Asche, Schnee zu Schnee.

Trailer: Game of Thrones

Fassungslos sahen Millionen Fans weltweit, wie der beliebte Held in eine Falle gelockt wurde. Dabei sind „Game of Thrones“-Zu­schauer durchaus Kummer gewohnt: Seit fünf Jahren lässt die HBO-Fantasy-Serie unerwartet Hauptfiguren über die Klinge springen. Dennoch (oder gerade deshalb?) entwickelte sich die Saga zur wohl populärsten Serie der Welt und gewann 2015 sogar den Emmy als beste Dramaserie. Ein absolutes Novum für einen Vertreter des oft belächelten Fantasy-Genres.

Die erste Staffel ohne Buchvorlage

Weiterhin streiten verfeindete Familien um den Thron des Königreichs Westeros. Staffel sechs kann mit einigen hochkarätigen neuen Akteuren aufwarten (z.B. Max von Sydow, Pilou Asbaek, Richard E. Grant oder Ian McShane) – aber es gibt auch ein Wiedersehen mit alten Bekannten, wie der Königsanwärterin Daenerys (Emilia Clarke), dem royalen Inzest-Paar Cersei (Lena Headey) und Jamie Lennister (Nikolaj Coster-Waldau) oder ihrem gerissenen zwergwüchsigen Bruder Tyrion (Peter Dinklage). Zudem feiert eine Hauptfigur ihr Comeback, die eigentlich seit vielen Staffeln tot ist. Doch dazu später mehr.

Die eigentliche Besonderheit der neuen Folgen (ab Mo, 25.04, 21 Uhr bei Sky Atlantic HD): Erstmals wurde eine Staffel ohne Buchvorlage gedreht. „Game of Thrones“ basiert auf dem Zyklus „Ein Lied von Eis und Feuer“. Doch Buchautor George R.R. Martin wurde mit dem entsprechenden Band nicht rechtzeitig fertig. Schon früher war die Serie auf Diskretion bedacht, nun aber gilt allerhöchste Geheimhaltungsstufe. Kein Wunder also, dass es wilde Spekulationen zu Staffel sechs gibt. Vor allem die eine: Ist Jon Schnee doch noch am Leben?

Liam Cunningham schüttelt verständnislos den Kopf. Der Ire, der in der Serie den Ritter Davos Seewert spielt, reagiert mit gespielter Empörung auf die Frage von GOLDENE KAMERA. „Da bekommt einer 25 Stiche in die Brust, und die Zuschauer glauben immer noch nicht, dass er tot ist? Verrückt!“ Wen man bei der Serie auch fragt – Stars, Macher, Crew – die Antwort ist stets „Jon Schnee ist tot“. Ein Cliffhanger, der keiner ist. Doch für die Gerüchte gibt es gute Gründe. Jon Schnee ist ein absoluter Fan-Liebling, dem man zutraute, am Ende der Serie auf dem Thron zu sitzen. Nach einigem Leugnen hat Kit Harington sogar zugegeben, dass er für Staffel sechs vor der Kamera stand. Korrekt: lag. Harington musste für einige Aufnahmen als Leiche ran. „Meine beste Arbeit bisher“, witzelte der Darsteller.

Heftige Reaktionen der Fans

Jon Schnees Rückkehr scheint – allen Dementis zum Trotz – dennoch vorstellbar. Wiederauferstehungen sind in Westeros nicht unmöglich. Eine Fan-Theorie etwa besagt, dass die Hexe Melisandre (Carice van Houten) Schnee zurückbringt. Van Houten kennt sich aus mit extremen Reaktionen der Zuschauer: „Als Melisandre in einer Szene ein Kind verbrennt, bekam ich den Tweet: ‚Stirb, Schlampe, stirb!‘ Als eine Folge später Jon Schnee starb, hieß es plötzlich: ,Okay, wir vergeben dir, wenn du Jon rettest.‘ Aber ich fürchte, ich werde viele enttäuschen müssen. Er ist tot.“ Wir werden sehen.

Der Tod bei „Game of Thrones“ ist übrigens oft nur einen Anruf entfernt. Wenn die Chefautoren David Benioff und Dan Weiss ihre Stars anrufen, um zum Abendessen zu laden, schrillen bei denen die Alarmglocken: Beim Dinner sollen angeblich einige von ihrem baldigen TV-Tod erfahren haben. Hannah Murray, die die junge Mutter Goldy spielt, erinnert sich: „Einmal wurden mein Schauspielkollege John Bradley und ich zum Essen eingeladen. Wir waren beide sicher: Die wollen uns umbringen! Während des ganzen Essens war ich total angespannt und habe gewartet, dass die Bombe platzt.“ Gänge kamen und gingen, und es passierte – nichts. „Manchmal“, weiß Murray heute, „ist ein Dinner einfach nur ein Dinner.“

Ist ein Darsteller zu neugierig sollte er aber aufpassen. Alfie Allen etwa hatte sich wohl einmal zu oft bei den Autoren nach der Zukunft seines Charakters Theon Graufreud erkundigt. Die Rache: Allen wurde ein nur für ihn geschriebenes Skript untergejubelt. Darin stirbt Theon einen absurden Tod und soll die restliche Staffel als nackter, stummer Zombie absolvieren. Der Darsteller ging den Autoren tatsächlich auf den Leim, die ihren Streich erst später auflösten.

Jede Figur kann jederzeit sterben – so das ungeschriebene Gesetz der Serie. Charaktere, die von Beginn an dabei sind, werden jedes Jahr weniger. Für drei von ihnen wird Staffel sechs besonders ereignisreich. Die selbsterklärte Königin Daenerys findet sich unter den Dothraki wieder, einem Stamm wilder Steppenkrieger. „Staffel sechs ist episch, wahnsinnig und düster“, verrät Daenerys-Darstellerin Emilia Clarke GOLDENE KAMERA. „Der Dreh hat uns ohne Übertreibung fast umgebracht, so anstrengend war er. Es gibt heftige Kampfszenen und einige gefährliche Flüge auf den Drachen.“

Auch Isaac Hempstead Wright ist – nach einer Pause in Staffel fünf – wieder dabei. Er spielt den gelähmten, übersinnlich begabten Bran Stark. „Bran wird endlich gezeigt, wie er seine speziellen Visionen einsetzen kann“, erklärt der Brite. „In dieser Staffel kann der Zuschauer durch ihn in die Vergangenheit von Westeros blicken und sieht etwas, was Einfluss auf die Gegenwart hat.“ Die angedeutete Szene ist wohl eine Rückblende mit dem in Staffel eins hingerichteten Ned Stark. Einst von Sean Bean verkörpert, soll Newcomer Sebastian Croft Stark als Teenager spielen.

Die Darsteller spekulieren genauso wie die Fans

Vor großen Veränderungen steht auch Arya, die jüngste Tochter der Starks. Seit erhebliche Teile ihrer Familie gemeuchelt wurden, sinnt sie auf Rache. Hilfe erhofft Arya sich dabei vom mysteriösen, aber mächtigen Jaqen H’ghar (Tom Wlaschiha). Als sie sich Jaqens Anweisungen widersetzt, lässt dieser sie erblinden. „Ich hatte Kontaktlinsen, durch die ich tatsächlich nichts sah“, sagt Arya-Darstellerin Maisie Williams. „Das half beim Spielen. Für die Actionszenen, von denen es diesmal viele gab, hatte ich zur Sicherheit andere Linsen, durch die ich zumindest etwas sehen konnte.“

Die junge Arya wird in dieser Staffel von ihrem strengen Lehrer Jaqen H’ghar an ihre Grenzen gebracht – und darüber hinaus. Dabei ist es überraschend, dass der Jaqen alias Tom Wlaschiha („Crossing Lines“) überhaupt noch in der Serie ist. „Am Ende der zweiten Staffel meinten die Produzenten: Vielleicht kehrt Deine Figur noch mal zurück“, erinnert sich der gebürtige Sachse. „Besonders zuversichtlich klangen sie aber nicht. Als Jahre später der Anruf kam, hatte ich schon nicht mehr damit gerechnet. Letztlich bin ich noch in der Serie, weil George R.R. Martin seine Romane so langsam schreibt!“ Wlaschihas Neugier für die Handlung ähnelt durchaus jener der „Game of Thrones“-Zuschauer. „Wir Darsteller spekulieren genauso viel wie die Fans“, sagt der Deutsche. „Manchmal gehen wir mit einer Idee, die wir toll finden, zu den Autoren. Doch die schauen uns nur ungläubig an.“

Wie viele Staffeln werden es am Ende sein?

Aryas und Jaquen weitere Geschichte ist – wie die der anderen – noch ungeschrieben. Die Serienmacher haben von Buchautor George R.R. Martin die weitere Story in groben Zügen erfahren. Ohne Buchvorlage bleiben ihnen mehr Freiheiten. Welche Risiken das birgt, mussten sie allerdings in Staffel fünf erfahren: In einer Sequenz wird die junge Sansa Stark (Sophie Turner) vergewaltigt – eine Szene, die für die Serie erfunden wurde. In sozialen Medien gab es einen Aufschrei der Fans, sogar zum Boykott wurde aufgerufen.

Noch ist geheim, wie viele Staffeln die Serie haben wird. Selbst die Stars sind im Ungewissen. „Sicher, als Darsteller wissen wir, was in Staffel sechs passiert“, sagt Liam Cunningham, „aber wir sind dem Zuschauer lediglich eine Staffel voraus. Das ist alles! Wir haben keine Ahnung, wie es mit unseren Figuren weitergeht – das ist ein bisschen wie im echten Leben.“ Allerdings mit deutlich mehr Drachen, Hexen und lebenden Toten.

© GOLDENE KAMERA Michael Tokarski/Angela Zierow

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