Dick im Geschäft: "How to Be Single"-Star Rebel Wilson

Rebel Wilson (36) auf der "How to Be Single"-Premiere in New York
Rebel Wilson (36) auf der "How to Be Single"-Premiere in New York
Foto: © Dimitrios Kambouris/Getty Images
Was wir bereits wissen
Sie ist der gewichtige Grund, warum selbst 08/15-Komödien aus Hollywood sehenswert sind: Wir trafen die australische Vollblutkomikerin zum Interview.

Die Legende geht so: Als Teenager infizierte sich Rebel Wilson auf einem Austauschjahr in Südafrika mit Malaria und phantasierte im Fiebertraum davon, dass sie den Oscar gewinnt. Ob sich die Entscheidung der heute 36-Jährigen, eine Schauspielkarriere einzuschlagen, wirklich so zugetragen hat, darf zwar bezweifelt werden. Schließlich ist die geborene Entertainerin, die eigentlich Melanie Elizabeth Bownds heißt, dafür berüchtigt, ihre Biografie zu optimalen Unterhaltungszwecken auszuschmücken. Fest steht aber, dass die in Sydney geborene Australierin, die 2009 an der University of New South Wales ihren Abschluss in Theaterwissenschaften und Jura (!) gemacht hat, ihr jugendliches Berufsziel trotz mangelnder Übereinstimmung mit dem gängigen Schöheitsideal der Traumfabrik konsequent in die Tat umgesetzt hat.

Die Karriere von Rebel Wilson

Bereits während des Studiums erspielte sich Rebel Wilson in ihrem Heimatland mit Stand-Up-Auftritten und White-Trash-Sitcoms nationalen Kultstatus. Für besonderes Aufsehen sorgte die preisgekrönte Musical-Comedyserie "Bogan Pride", die Wilson 2008 selbst entwickelt, geschrieben und produziert hat...

Rebel Wilson in der australischen Sitcom "Bogan Pride" (2008)

Dass die 1,63 Meter kleine Wuchtbrumme keine Angst davor hat, komödiantisch dahin zu gehen, wo es weh tut, sollte sich nach ihrem Umzug nach Hollywood als besetzungstechnischer Vorteil erweisen. Komödien-Mogul Judd Apatow besetzte sie 2011 im Überraschungshit "Brautalarm", worin Rebel in einer kleinen Nebenrolle als Kristen Wiigs Hardcore-verstrahlte Mitbewohnerin Brynn für mächtig Aufsehen sorgte. Der totale Durchbruch gelang ein Jahr später im Sängerwettstreit-Spektakel "Pitch Perfect", das 2015 fortgesetzt wurde und im August 2017 in die dritte Runde gehen soll. Mit ihrer Paraderolle als 'Fat Amy' etablierte sich das australische Comedy-Schwergewicht endgültig als Showstealer...

Trailer zu "Pitch Perfect" (OF) (2012)

Seitdem ist die Fan-Favoritin aus keiner weiblichen Ensemble-Komödie mehr wegzudenken. Und auch wenn es in krassen Big-Budget-Grotesken krasse weibliche Nebenrollen zu besetzen gilt wie zuletzt die der britischen Unterschichtsgattin von Krawall-Komiker Sacha Baron Cohen in "Der Spion und sein Bruder", kommt Hollywood an der furchtlosen Rebel Wilson selten vorbei...

Rebel Wilson in "Der Spion und sein Bruder" (OF)

Auch weil sie derartige Auftritte als Kalauer-Staffage für künstlerische Verschwendung hält, hat Rebel Wilson eine eigene Produktionsfirma ins Leben gerufen, für die derzeit zwei Autorinnen Filmstoffe entwickeln, mit denen ihre Chefin weiter über sich hinauswachsen kann. Im Gespräch sind u. a. ein Reboot der Goldie-Hawn-Komödie "Schütze Benjamin" und ein weibliches Remake des Hochstaplerklassikers "Zwei hinreißend verdorbene Schurken".

Aktuell ist Rebel Wilson in der BFF-Komödie "How to Be Single" noch einmal in ihrer gewohnten Paraderolle zu sehen. In Christian Ditters rustikaler "Sex and the City"-Variation weiht sie als Feierbiest Robin ihre frisch getrennte Freundin Alice (Dakota Johnson) in die Freuden des Single-Daseins ein – und spielt dabei mit von der Leinwand springender Präsenz und bravourösem Improvisationstalent mal wieder ihre Co-Darstellerinnen an die Wand...

Rebel Wilson im Interview zu "How to Be Single"

Machen Sie Ihrem Vornamen alle Ehre und sind auch privat ein Partygirl wie Ihre Figur im Film?

Oh nein, ich bin der totale Gegensatz zu Robin. Ich bleibe lieber zu Hause. Vor allem seit ich mein Haus in Hollywood renoviert habe, setzte ich keinen Fuß mehr vor die Tür. Ich fühle mich dort einfach wohl. Sobald der BH aus- und der Schlafanzug angezogen ist, läuft bei mir nur noch die Sofa-Party.

Trailer zu "How to Be Single" (Kinostart: 7.4.2016)

Ist es wirklich so schwer, als Single den richtigen Partner zu finden?

Den größten Teil meines Lebens habe ich als Single verbracht, wahrscheinlich weil ich immer zu Karriere-orientiert und selbstständig war. Aber jetzt suche ich nach einem passenden Partner für mich, was gar nicht so leicht ist, vor allem in Los Angeles. Die Auswahl ist hier nämlich nicht sehr groß: Männer sind entweder schon vergeben oder zu verrückt (lacht). Also ist mein Motto: lieber alleine glücklich als sich mit ungenügend abzufinden!

Was hilft am Besten gegen Liebeskummer? Alkohol?

Als Australierin habe ich den Ruf, dass ich mich gerne vollaufen lassen. Aber nichts liegt der Wahrheit ferner. Ich bin kein großer Trinker. Wenn überhaupt, dann vielleicht ein Glas Rotwein oder Champagner, was ja angeblich gesund sein soll. Und was den Liebekummer angeht: Ich glaube fest daran, dass bereits ein Besserer auf mich wartet, wenn eine Beziehung endet (lacht). Bis jetzt hat mich noch kein Mann in eine Bridget Jones verwandelt, die Nächte lang ihr Kissen vollheult. Natürlich tut es weh, aber das Leben geht weiter.

Clip aus "How to Be Single" (OF) (Kinostart: 7.4.2016)

Welche Dating-Regeln haben Sie? Wer sollte beispielsweise im Restaurant die Rechnung zahlen?

Wenn er ein Gentleman und galant sein möchte, dann bezahlt er – auch wenn es ein bisschen altmodisch ist. Mein letzter Freund war der Sohn eines Milliardärs, also hat er immer sein Portemonnaie gezückt. Heutzutage ist wohl die 50/50 Regel am realistischsten, aber ich bin einfach ein Schmarotzer und lasse mich gerne aushalten (lacht).

Im Film wird Ihre Figur als 'dumme Blondine' abgetan. Aber Robin hat weit mehr auf dem Kasten, als ihr Alkoholkonsum vermuten lässt. Kennen Sie dieses Gefühl?

Ja, die meisten Leute halten mich für dumm – obwohl ich Jura studiert habe (lacht). Es könnte mit meinem australischen Akzent zu tun haben. Wir haben diesen aufsteigenden Tonfall, der alles wie eine Frage klingen lässt. Egal wie intelligent wir sind, unsere Sätze kommen so rüber, als ob wir selbst daran zweifeln. Und ich fühle mich immer irgendwie unterschätzt. Als ich damals verkündete, dass ich Schauspielerin werden wolle, sagten alle nur: "Das schaffst du nie!" Und als ich dann stolz mit meiner ersten Filmrolle antanzte, kam das Kommentar: "Das wird die einzige sein!" Aber ich hab es diesen Nein-Sager gezeigt! (lacht) Natürlich hilft es nicht, dass meine bisherigen Rollen meine Intelligenz eher verstecken, aber als Komödiant muss man schon etwas auf dem Kasten haben, um schlagfertig zu sein.

Witze über Ihren Busen sind für Sie zu einem Art Markenzeichen geworden. Stört Sie das?

Als Komödiantin arbeite ich mit dem, was ich habe. Aber oft sind die Witze über meine Oberweite gar nicht erfunden, sondern aus dem Leben gegriffen: Wenn ich im Kino sitze und Popcorn esse, fällt grundsätzlich etwas in meinen Ausschnitt. Und wenn ich jogge, stecke ich dort meine Schlüssel und mein Geld hin (lacht).

Haben Ihnen eigentlich australische Schauspielkollegen beim Erobern von Hollywood geholfen?

Mit 19 sah ich Nicole Kidman und Russell Crowe in der Sydney Theater Company beim Abendessen und dachte: "Das ist meine Chance!" Also lief ich auf ihren Tisch zu, aber bevor ich überhaupt etwas sagen konnte, zischte mir Russell nur entgegen: "Fuck off!" Ich war so erschrocken, dass ich aus dem Restaurant flüchtete (lacht). Aber ich habe mich inzwischen in meinen Stand-Up-Auftritten an Russell gerächt. Und jetzt ist er total lieb zu mir und umarmt mich sogar. Obwohl seine Umarmung ein bisschen bedrohlich wirkt. Ein bisschen zu fest – als ob er mich damit zum Schweigen bringen will (lacht).

Interview: Anke Hofmann

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