Feelgood-Movie vom Feinsten: "Ein Mann namens Ove"

Rolf Lassgård (61) als griesgrämiger Titelheld in "Ein Mann namens Ove"
Rolf Lassgård (61) als griesgrämiger Titelheld in "Ein Mann namens Ove"
Foto: © Concorde Filmverleih
Was wir bereits wissen
Ab dem 7. April auch bei uns im Kino: Schwedens Kassenschlager-Antwort auf "Ziemlich beste Freunde" mit "Wallander"-Legende Rolf Lassgård.

Wenn ein schwedischer Film im Heimatland mehr Zuschauer ins Kino lockt als "Star Wars: Episode VII", dann ist das nicht nur eine Hausmarke, sondern auch das Ergebnis einer smarten Marketingstrategie. Man nehme: ein Thema, das gezielt die zunehmend eifrige Kinogänger-Generation Ü50 anspricht; als Vorlage ein Buch, das wie der 2012 erschienene Roman von Fredrick Backman bereits ein nationaler Bestseller war; und einen Hauptdarsteller, der wie "Wallander"-Legende Rolf Lassgård zu den beliebtesten Schauspielern Schwedens gehört. Der heimische Boxoffice-Erfolg von "Ein Mann names Ove" ist aber nicht nur diesem Planspiel geschuldet. Der Film von Regisseur Hannes Holm trifft den Zuschauer einfach mitten ins Herz – und das auf erfrischend komplexe Art und Weise.

Darum geht's in "Ein Mann namens Ove"

Nach dem Tod seiner Frau ist Ove (Rolf Lassgård) zum Blockwart seiner verkehrsberuhigten Wohnsiedlung mutiert. Auf seinen morgendlichen Kontrollgängen ist kein noch so kleiner Regelverstoß vor seinen pedantischen Augen sicher. Erst als nebenan die persisch stämmige Parvaneh (Bahar Pars) mit ihrer quirligen Familie einzieht, wird der griesgrämige Senior aus der Reserve gelockt. Denn die lebenslustige Frau lässt sich von Oves kauziger Feindseligkeit nicht abschrecken, da sie schnell erkennt, dass dahinter eine zutiefst menschliche Krise steckt...

Trailer zu "Ein Mann namens Ove" (Kinostart: 7.4.2016)

Anders als in vergleichbaren Hollywood-Komödien kommt die Botschaft 'raue Schale, weicher Kern' in "Ein Mann namens Ove" nicht als seichte Unterhaltung daher. Oves zur Schau gestellte Lebensfeindlichkeit entpuppt sich nämlich als existentielle Lebensmüdigkeit, die in Form von immer wieder missglückenden Suizidversuchen das dramaturgische Gerüst des Films bilden. Dass diese Selbstmordsequenzen immer von filmgewordenen und zuweilen mit pathetischer Musik untermalten Erinnerungen an die Stationen seiner großen Liebe begleitet werden, mag manchem zu dick aufgetragen und erzählerisch konventionell erscheinen. Doch letztendlich bringt Regisseur Holm damit schlicht die lebenweise Erkenntnis des Romans auf den visuellen Punkt, dass das Festhalten an der Vergangenheit tröstender Segen und Fluch zugleich sein kann. Der trockene Humor der Vorlage paart sich damit im Film mit herzergreifender Tragik, die vom großartig aufspielenden Lassgård in physische Leinwandpräsenz verwandelt wird...

Clip aus "Ein Mann namens Ove"

Wer sollte sich "Ein Mann namens Ove" anschauen?

Alle, die keine Berührungsängste mit zuweilen etwas dick aufgetragenen Feelgood-Rührstücken haben.

Warum muss ich "Ein Mann namens Ove" sehen?

Weil Rolf Lassgård und Bahar Pars zeigen, wie es aussieht, wenn schauspielerisch die Chemie stimmt.

Für Fans von...

"Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand" und "Ziemlich beste Freunde"

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