Korrupt und mächtig: Gérard Depardieu in der neuen Netflix-Serie "Marseille"

Taro (Gerard Depardieu) im Wahlkampf
Foto: Netflix
Was wir bereits wissen
Im ersten französischen Netflix-Projekt "Marseille" spielt Gérard Depardieu die Hauptrolle. Die Polit-Serie wurde ausnahmslos in Frankreich gedreht und startet am 5. Mai auch in Deutschland.

Bürgermeister Robert Taro (Gerard Depardieu) ist seit 20 Jahren im Amt und bereitet vor den Kommunalwahlen seinen letzten Coup vor: der Beschluss für den Bau eines Kasinos im historischen Hafenzentrum. Dabei wird nichts dem Zufall überlassen, denn mit Lucas Barrès (Benoit Magimal) ist sogar schon sein Nachfolger auserkoren. Die unermüdlichen Bemühungen des Letzteren und die unbekannten Interessen der Oberen der Stadt – ob in üppigen Villen oder den Städten im nördlichen Umland ansässig – überschneiden sich jedoch mit den Plänen des Bürgermeisters. Es folgt ein Machtkampf, in dem alle Mittel recht sind.

Die Parallelen zum Netflix-Klassiker "House of Cards" sind in "Marseille" nicht zu übersehen. Auch hier stellt sich die Frage, wie weit sind die Akteure bereit, für ihre Ziele zu gehen? "Wenn sich zwei rivalisierende Klans gegenseitig an die Kehle gehen, leidet die ganze Stadt. Gewalt, Korruption, Sex, Verrat… Der Kampf um die Macht kennt keine Regeln. Willkommen in Marseille", heißt es in der Netflix-Ankündigung.

Trailer "Marseille"

Die Polit-Serie wurde unter Leitung von Pascal Breton produziert. Er war bereits Produzent für die französischen Erfolgsserien "Dolmen" und "St. Tropez". Breton hatte keine Scheu, die Hauptrolle mit dem in Frankreich nicht mehr unumstrittenen Gérard Depardieu zu besetzen, was beim französischen Publikum nicht unbedingt für Begeisterung sorgte.

Depardieu hatte in den letzten Jahren vor allem durch sein exzentrisches Verhalten auf sich aufmerksam gemacht, nicht mit Glanzleistungen auf der Leinwand. Als die französische Regierung 2012 ankündigte, den Spitzensteuersatz auf 75 Prozent anzuheben, kündigte der "Obelix"-Darsteller an, die französische Staatsbürgerschaft zurückgeben zu wollen. Die sozialistische Regierung kritisierte Depardieus Verhalten scharf, doch der ließ sich nicht beirren. Russlands Präsident Wladimir Putin bot dem Schauspieler daraufhin die russische Staatsbürgerschaft an. Ein Angebot, das der bekennende Russland-Fan 2013 dankend annahm. Der Nationale Sicherheitsdienst der Ukraine verhängte später ein 5-jähriges Einreiseverbot für Depardieu. Begründung: "Die Person ist ein Bedrohung für die nationale Sicherheit."

Die Rolle des korrupten Bürgermeister Taro wirkt wie maßgeschneidert für den 67jährigen Depardieu, der durch die aufwendig produzierte Netflix-Serie zurückkehrt auf die große Bühne. Seinen letzten großen Auftritt hatte er 2012 in "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger". Danach war er sich 2014 nicht zu schade, eine Hauptrolle in dem umstrittenen FIFA-Spielfilm "United Passions" zu übernehmen". Der Film wurde dafür kritisiert, dass ihn der damalige FIFA-Chef Sepp Blatter mit 16 Millionen Pfund vorfinanzierte. Die "FIFA-Selbstbeweihräucherung" ("DIE WELT") wurde von der Kritik zerissen. Der Schauspieler Tim Roth distanzierte sich von dem Film und entschuldigte sich für sein Mitwirken. Depardieu zeigte sich dagegen bei der Premiere bestens gelaunt an der Seite von Blatter, der schon damals stark in der Kritk stand. Er hat halt ein Faible für die Mächtigen der Welt.

Zur "Marseille"-Besetzung gehören neben Gérard Depardieu (Robert Taro), Benoît Magimel (Lucas Barrès), Géraldine Pailhas (Rachel Taro), Nadia Farès (Vanessa d’Abrantès), Stéphane Caillard (Julia), Jean-René Privat (Cosini), Guillaume Arnault (Eric), Hedi Bouchenafa (Farid), Carolina Jurczak (Barbara) und Nassim Si Ahmed (Selim).

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