Kampf für die Freiheit: "Die Diplomatin" Natalia Wörner im Interview

Was wir bereits wissen
In einer neuen Politreihe (ab Sa, 30.04. im Ersten) spielt Natalia Wörner "Die Diplomatin" im Einsatz gegen Terror.

Sie ist es wirklich! Die Dame auf dem Bild oben ist Schauspielerin Natalia Wörner. Ihre langen Haare sind ­unter einer Perücke versteckt. Eineinhalb Stunden dauert die Verwandlung in ihre neue Figur Karla Lorenz. Sie ist "Die Diplomatin", die im Auswärtigen Amt unerschrocken gegen Terro­rismus kämpft. Die Heldin einer neuen ARD-­Produktion, von der zunächst zwei Folgen laufen. Es könnte der Auftakt zu einer neuen Reihe sein. Auch privat ist die 48-Jährige der Politik nähergekommen: Im lockeren Gespräch nach dem Interview bestätigte sie zum ersten Mal, dass Bundesjustizminister Heiko Maas und sie ein Paar sind. Ihre neue Rolle im TV ist mindestens so spannend.

GOLDENE KAMERA: Während des Drehs gab es die Paris-Attentate. Die Terrorgefahr in Europa ist nun größer denn je. Ihr Filmstoff wurde von der Realität eingeholt. Wie beklemmend ist das für Sie?

Natalia Wörner: Sehr! In der ersten Folge geht es um eine Geiselnahme in der deutschen Botschaft in Tunis. Der Impuls für den Inhalt kam unter anderem von mir, nachdem ich intensive Gespräche mit einem Islamistikprofessor geführt hatte und mir klar war, dass das Thema uns in den nächsten Jahren beschäftigen wird. Keiner konnte zu diesem Zeitpunkt wissen, dass Paris oder Brüssel so geschehen würden. Die Aktualität ist bitter.

Trailer: "Die Diplomatin"

Wie sehr ängstigt Sie der Terror?

Natalia Wörner: Am Tag nach den Attentaten von Paris bin ich zurück zu den Dreharbeiten geflogen. Die Sicherheitsvorkehrungen an den Flughäfen waren enorm. Es war bedrückend zu realisieren, dass man aus der realen in die fiktive Welt kommt und die Übergänge ­fließend sind. Aber ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihr Leben deshalb ändern. Es gibt zwar Urlaubsziele, die ich im Moment meiden würde, aber unser Alltag in Deutschland muss so bleiben. Ich werde weiter Konzerte und Großveranstaltungen besuchen. Ich wehre mich dagegen, dass wir uns unsere Freiheit nehmen lassen. Das kann nicht die Antwort auf den Terror sein.

Als Vorbereitung auf Ihre Rolle hatten Sie exklusiven Einblick ins Auswärtige Amt, durften Frank-Walter Steinmeier auf Reisen begleiten. Wie kam es dazu?

Natalia Wörner: Wir kennen uns seit vielen Jahren. Als ich den Tsunami erlebt hatte, habe ich die ­„Direkthilfe“ gegründet und nahm damals mit ihm Kontakt auf. Er war zu der Zeit ­unter Schröder im Kanzleramt und half mir bei der sinnvollen Verteilung der Spendengelder. Durch diese Zusammenarbeit haben wir uns kennengelernt. Am Tag, als mir die Rolle der Karla Lorenz angeboten wurde, trafen wir uns durch Zufall auf einer SPD-Veranstaltung, und ich habe Frank-­Walter Steinmeier gefragt, ob er uns unterstützen würde. Die Antwort war: Ja.

Natalia Wörner in der NDR Talk Show

Der Bundesaußenminister hat vorab eine Folge gesehen. Wie war die Kritik?

Ihm hat es sehr gefallen, weil der Film jenseits üblicher Klischees von Politik erzählt. Seine Mitarbeiter haben auch die Drehbücher gelesen und uns mit inhaltlicher Beratung unterstützt. Das war enorm hilfreich.

Könnten Sie sich ­vorstellen, in die Politik zu gehen?

Meine jetzige Position schenkt mir die maximale Freiheit. Ich kann meine Meinung sagen und trage die Konsequenzen selbst. In der Politik ist man eingeschränkter. Ich empfinde das als weniger spannend. Lieber Drehbuch statt Parteibuch!

Interview: Mirja Halwig

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