Ein Ständchen zum Geburtstag: Herbert Grönemeyer wird 60

Auf der Bühne zuhause: Herbert Grönemeyer (60) live in München 2015
Foto: © Hannes Magerstaedt/Getty Images
Was wir bereits wissen
Wir gratulieren dem zweifachen GOLDENE KAMERA-Gewinner, der im Kino und auf der Bühne Entertainment-Geschichte geschrieben hat.

"Ich bin ein Kind des Ruhrgebiets, immer gewesen, immer geblieben!" Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer, der am 12. April 1956 in Göttingen geboren wurde und in Bochum aufwuchs, hat trotz seines Umzugs nach London im Jahre 1998 niemals den Kontakt zu seinen Wurzeln verloren, aus denen er die Kraft für eine außerordentliche künstlerische Karriere gezogen hat. Mit über 13 Millionen allein in Deutschland verkauften Alben ist er einer unserer erfolgreichsten Musiker. Seinen künstlerischen Durchbruch feierte der junge Herbert aber auf einer anderen Bühne.

Herbert Grönemeyer, der Schauspieler

Bevor sich Grönemeyer nämlich vollends auf die Musik konzentrierte, stand er nach dem Abitur 1975 regelmäßig auf der Bühne vom Schauspielhaus Bochum, wo er zunächst als musikalischer Leiter angefangen hatte. Dank der Zusammenarbeit mit Regielegende Peter Zadek und Kult-Choreografin Pina Bausch ergatterte Grönemeyer auch ohne den Besuch einer klassischen Schauspielschule diverse Fernsehfilmrollen. Geadelt wurde sein Schauspieltalent 1981 beim Casting für Wolfgang Petersens legendäre Romanverfilmung "Das Boot". Auch wenn er die Rolle des Leutnant Werner eigentlich einem Zufall verdankt (ab Minute 2:15)...

Video-Interview mit Herbert Grönemeyer

Obwohl "Das Boot" zum internationalen Erfolg avancierte, sollte 1983 die Rolle des Robert Schumann in Peter Schamonis "Frühlingssinfonie" Grönemeyers letzte große Filmrolle werden. Zur Rückkehr auf die Kinoleinwand konnte ihn erst wieder sein Regie-Freund Anton Corbijn überreden, für den er 2007 einen kleinen Gastauftritt im Musikerdrama "Control" absolvierte und 2014 im Thriller "A Most Wanted Man", für den Grönemeyer auch den Soundtrack beisteuerte, den Geheimdienstchef Michael Axelrod verkörperte.

Herbert Grönemeyer, der Musiker

Parallel zu seiner Schauspielkarriere war Grönemeyer seiner großen Liebe namens Musik immer treu geblieben und hatte zwischen 1979 und 1983 drei Solo-Alben veröffentlicht, die aber keine kommerziellen Erfolge waren. Das änderte sich 1984, als der damals 28-Jährige "4630 Bochum" vorlegte. Grönemeyers viertes Album schlug wie eine Bombe ein, hielt sich 79 Wochen in der Top 100 der Hitparade und steuerte mit den Single-Auskopplungen "Männer und "Bochum" zwei veritable Pop-Evergreens bei. Der Titeltrack avancierte schnell zur inoffiziellen Hymne der Stadt und des Fußballvereins VFL Bochum, dessen Mitglied Fußballfan Grönemeyer seit 2006 ist: "Bochum ich komm' aus Dir, Bochum ich häng' an Dir, Glück auf..."

Herbert Grönemeyer live "Bochum"

Da auch die Folgealben "Luxus" und "Chaos" große Erfolge waren und ausverkaufte Tourneen mit sich brachten, mauserte sich Grönemeyer Mitte der 1990er Jahre zum größten deutschen Pop-Act, der als erster nicht-englischsprachiger Künstler zu MTV Unplugged eingeladen wurde. Sein vielleicht bewegendster Song entstand 2002 für das Album "Mensch", in dem der zweifache Familienvater mit "Der Weg" musikalisch Abschied von seiner 1998 verstorbenen Ehefrau Anna Henkel nahm. Für seine einmalige musikalische Ausdrucksfähigkeit wurde der für seinen nuscheligen Vortrag berühmte Pop-Barde 1999 und 2015 mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichnet – mit folgender treffenden Begründung: "Herbert Grönemeyer ist ein musikalischer Poet mit ganz eigenem Rhythmus. Mit seiner Musik kreiert er eine Sprache, die beim Zuhören direkt ins Herz geht. Zu viele Worte nutzt er nie. Aber die, die er nutzt, treffen genau."

Das Ständchen zum 60. Geburtstag gibt sich Herbert Grönemeyer quasi selbst. Denn ab dem 26. Mai setzt er seine "Dauernd Jetzt"-Tour mit 11 Konzerten fort – mit dem großen Höhepunkt am 27. Mai in der Gelsenkirchener Veltins Arena. Alle Termine und Spielstätten finden sich hier.

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