Exklusiv: Roland Emmerich spricht über "Independence Day 2"

Unser Mann in Hollywood: "Independence Day 2"-Regisseur Roland Emmerich (60) auf dem Studiogelände der 20th Century Fox
Unser Mann in Hollywood: "Independence Day 2"-Regisseur Roland Emmerich (60) auf dem Studiogelände der 20th Century Fox
Foto: © Theo Kingma
Was wir bereits wissen
"Ich rette immer die ganze Welt!" Deutschlands einziger Blockbuster-Regisseur verrät, warum er uns 20 Jahre nach "Independence Day" ein Sequel beschert.

20 Jahre nach "Independence Day" wird Roland Emmerich in "Independence Day 2: Wiederkehr" erneut zur Alien-Attacke auf die Erde blasen. Obwohl der schwäbische GOLDENE KAMERA-Preisträger von 1999 noch mitten in der Postproduktion des Sequels steckt, gewährte er unserer Korrespondentin Anke Hofmann auf dem Studiogelände der 20th Century Fox eine kleine Privataudienz, bei der sich der entspannte Blockbuster-Regisseur unter anderem als "ältester Teenager Deutschlands" outete...

Anke Hofmann im Gespräch mit Roland Emmerich

Ein paar zusätzliche Informationen zum Inhalt des Sequels, das man laut Roland Emmerich "gesehen haben muss", konnte unsere rasende Reporterin während ihres Set-Besuchs beim Herr der Alien-Invasionen ergattern...

Roland Emmerich im Interview

Sie haben einmal gesagt: Nie ein Sequel! Und jetzt haben Sie "Independence Day 2" gedreht – was hat Sie umgestimmt?

Richtig, ich habe mich immer gegen Fortsetzungen gewehrt. Aber ich sehe "Wiederkehr" weniger als ein Sequel an, sondern mehr als das neue Kapitel einer Saga. Als eine Chance, die Handlung in eine ganz neue Richtung zu lenken. Worum genau es in "Independence Day 2" geht ist aber streng geheim und wird für die Zuschauer eine große Überraschung darstellen.

Trailer zu "Independence Day 2: Wiederkehr" (OF) (Kinostart: 14.7.2016)

Es geht also um mehr als um die Rückkehr der Aliens?

Soviel verrate ich: Ich war es leid, jeden Morgen zu lesen, wie gespalten unsere Welt ist, wenn es um Religion, Politik und so weiter geht. In "Independence Day 2" habe ich meinen Traum erfüllt: Statt sich gegenseitig zu bekriegen, kämpft die Welt jetzt vereint gegen Aliens. Natürlich ist der Film ein klassischer Blockbuster, aber ich habe mir erlaubt, diese Botschaft miteinzubauen. Statt die Welt zu zeigen, wie sie ist, gebe ich dem Zuschauer eine Welt, wie sie sein kann.

"War of 1996"-Viral Video zu "Independence Day 2: Wiederkehr" (OF)

Wie hat sich die Technologie in Hollywood seit dem Originalfilm verändert? Sind die "Wiederkehr"-Aliens anders?

Wir können jetzt Szenen drehen, die 1996 nicht möglich gewesen wären. Die Aliens im neuen Film sind besser denn je. Wenn sich die Alien-Hülle öffnet und die wahren Außerirdischen in Flüssigkeit schwimmend zeigt - das hätte ich vor 20 Jahren nicht so darstellen können. Oder die Szenen in der Schwerelosigkeit, wo alles nach oben schwebt - das wäre im erste Film unmöglich gewesen. Als Filmemacher lebe ich gerne nach dem Motto: „Je größer, desto besser.“ Ich heiße dies Fortschritte in der Filmtechnik also sehr willkommen.

Können Sie denn bereits das komplette Bild sehen, wenn die Schauspieler vor dem Greenscreen drehen?

Wir haben Instrumente dafür, etwa die N-Kamera: Dadurch sehen wir auf dem Monitor eine grobe Fassung dessen, was man alles an Effekten bekommt. Ich bin allerdings der Einzige, der weiß, wie alles zusammenpasst. Das ist manchmal ganz seltsam. Du versuchst, es zu erklären, aber für den Schauspieler ist nur die eigene Aktion wichtig. Alle anderen müssen sich auf mich verlassen.

Wird es einen dritten Teil geben?

Bei Erfolg, ja. Wenn man das Risiko eingeht, nach so langer Zeit einen zweiten Film zu machen, muss man dem Studio anbieten, auch einen dritten zu drehen.

Ein vermeintlicher Alien wird möglicherweise US-Präsident. Würden Sie dann das Land verlassen?

(lacht) Alien? Das könnte einige von Trumps Aussagen erklären: Unter den Haaren steckt ein Außerirdischer! Ich besitze aber einen amerikanischen Pass und lasse mir mein Land nicht einfach wegnehmen. Ich würde dann kämpfen, ich habe ja auch schon vor einiger Zeit mal Aktionen für Hillary Clinton gestartet.

Interview: Anke Hofmann

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