Hommage an einen Kinovisionär: "Fritz Lang"

Foto: © W-Film
Was wir bereits wissen
Regie-Genie trifft Serienmörder – so wie in diesem außergewöhnlichen Doku-Drama haben Sie GOLDENE KAMERA-Preisträger Heino Ferch noch nicht gesehen!

Er war und ist eine Legende des deutschen Kinos. Als Fritz Lang 1976 im Alter von 85 Jahren in seiner Wahlheimat Los Angeles verstarb, segnete ein Künstler das Zeitliche, der nicht nur mit seinen monumentalen Stummfilmepen "Die Nibelungen" (1924) oder "Metropolis" (1927) Filmgeschichte geschrieben hat. Wie es dazu kam, dass der geniale Filmemacher dem inszenatorischen Bombast den Rücken kehrte und stattdessen 1931 das intime Krimi-Meisterwerk "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" drehte, erklärt jetzt Regisseur Gordian Maugg in seinem fesselnd konstruierten Biopic "Fritz Lang", das am 14. April ins Kino kommt.

Darum geht's in "Fritz Lang"

Weil er nach dem finanziellen Fiasko von "Metropolis" genug von "Menschenmassen und Maschinen" hat, sucht Fritz Lang (Heino Ferch) Ende der 1920er Jahre für seinen ersten Tonfilm nach einem realistischen Filmstoff und stößt in der Zeitung auf den Fall des 'Vampirs von Düsseldorf'. Fasziniert vom Fall des inhaftierten Serienmörders Peter Kürten (Samuel Finzi), der das Blut seiner weiblichen und minderjährigen Opfer getrunken hat, reist der getriebene Regisseur in die Stadt des Verbrechens und wohnt den Vernehmungen durch Kriminalrat Gennat (Thomas Thieme) bei. Doch in der intensiven Auseinandersetzung mit dem harmlos wirkenden Triebtäter treten auch dunkle Kapitel aus Langs Vergangenheit zutage, die um den nie aufgeklärten Tod seiner ersten Ehefrau kreisen.

Trailer zu "Fritz Lang" (Kinostart: 14.4.2016)

Dass Regisseur Maugg und sein Co-Drehbuchautor Alexander Häusser die Biografien des Mörders und des Filmemachers zur kunstvollen Fiktion verknüpfen, lässt "Fritz Lang" aus dem Doku-Drama-Allerlei herausstechen. Gleiches gilt für den inszenatorischen Kunstgriff, historisches Filmmaterial nicht als bloßes Zeitkolorit, sondern als Handlungsbestandteil zu integrieren. Auch an der Schaupielfront weiß "Fritz Lang" zu überzeugen. An der Seite des gewohnt intensiven GOLDENE KAMERA-Gewinners Thieme liefern sich Ferch und Finzi ein Psychoduell der unerwarteten Art. Denn während Finzi statt des zu erwartenden diabolischen Triebtäters einen mitleiderregenden Biedermann präsentiert, legt Ferch den als Gentleman-Künstler in die Annalen eingegangenen Meisterregisseur als besessenen Kraftmeier an. Damit entpuppt sich "Fritz Lang" als das Psychogramm eines perfektionistischen Künstlers, der in die Psyche eines auf gänzlich andere Weise Getriebenen eintaucht und dort auf einen Seelenverwandten trifft. Eine speziell vom GOLDENE KAMERA-Preisträger des Jahres 2002 getragene Seelenschau, deren Abgründe sich in den expressionistisch angehauchten Noir-Schwarzweiß-Bildkompositionen von Kameramann Lutz Reitemeier widerspiegeln.

Wer sollte sich "Fritz Lang" anschauen?

Jeder, der eine der großen Sternstunden des deutschen Kinos mal aus anderer Warte sehen möchte.

Warum muss ich "Fritz Lang" sehen?

Um sich mit dieser rundum gelungenen Hommage Appetit für einen DVD-Abend mit Fritz Langs Krimi-Meisterwerk zu holen.

Trailer zu Fritz Langs "M - Eine Stadt sucht einen Mörder" (1931)

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