Wenn die eigene Welt langsam zerbröckelt: "Solness"

Solness (Thomas Sarbacher) und seine Frau Aline (Julia Schramm) haben sich spürbar entfremdet.
Solness (Thomas Sarbacher) und seine Frau Aline (Julia Schramm) haben sich spürbar entfremdet.
Foto: Arte
Was wir bereits wissen
Regisseur und Drehbuchautor Michael Klette inszeniert eine zeitgemäße Adaption von Henrik Ibsens Theaterstück "Baumeister Solness", mit Thomas Sarbacher als Architekt in der Krise, dem sein Leben langsam aber sicher entgleitet. Bis zum 21. April abrufbar in der Arte +7 Mediathek.

Harald Solness führt eines der angesehensten Architekturbüros der Stadt, aber wirklich kreativ ist er schon lange nicht mehr. Sein berufliches Leben beginnt ihm zu entgleiten, seine jungen Mitarbeiter überflügeln ihn nach und nach. Und auch privat steckt er in einer Sackgasse: Seit dem Tod seiner beiden Kinder, die bei einem Hausbrand ums Leben gekommen sind, haben sich Solness und seine Frau Aline (Doris Schretzmayer) ist spürbar entfremdet. Die Ehe steht vor dem Scheitern.

Trailer: "Solness"

Als wäre das nicht schon genug, wird bei ihm eine lebensbedrohliche Hirnkrankheit diagnostiziert. Solness ist am Boden, seine Welt wird immer fragiler und beginnt zu zerbröckeln. Im Moment der größten Krise wird er von der Vergangenheit eingeholt: Plötzlich tritt die junge Hilde (Julia Schramm) in sein Leben.

Ein altes Versprechen holt Solness ein

Solness soll ihr vor zehn Jahren ihre Rettung und ein Schloss versprochen haben. Sie ist gekommen, um dieses Versprechen nun endlich einzufordern. Doch Solness erinnert sich nicht mehr an das junge Mädchen von damals. Aber Hilde bleibt, drängt sich mehr und mehr in sein Leben und zwingt ihn, sich zu erinnern - an jene Nacht vor zehn Jahren und an das Versprechen, das er ihr gab. Ein perfides Spiel beginnt und nimmt einen unerwarteten Verlauf.

Wer sollte einschalten?

Zuschauer, die sich für poetische Momente in einer Hipster-Gegenwart begeistern können.

Warum muss ich "Solness" sehen?

Weil man dem Film seine gekünstelte Theaterherkunft anmerkt - und er sich dadurch von anderen Filmen merklich abhebt.

Für Fans von...

"Drei", "In jeder Sekunde", "Oh Boy"

Die GOKA-Wertung

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