Überaus verstörend: Neue Mini-Serie "The Frankenstein Chronicles"

Die Stars der "Frankenstein Chronicles": Mary Shelley (Anna Maxwell Martin), Inspektor John Marlott (Sean Bean) und Nightingale (Richie Campbell)
Die Stars der "Frankenstein Chronicles": Mary Shelley (Anna Maxwell Martin), Inspektor John Marlott (Sean Bean) und Nightingale (Richie Campbell)
Foto: © ITV Encore
Was wir bereits wissen
London, 1827. Am Ufer der Themse wird die Leiche eines Kindes gefunden. Bei der Obduktion dann der Schock: Es handelt sich bei dem Opfer um ein Wesen, das aus Körperteilen von acht Kindern zusammengenäht wurde.

So gruselig beginnt die sechsteilige britische Serie „The Frankenstein Chronicles“ (ab 19. April, 20.15 Uhr, TNT Serie). In der Hauptrolle: „Game of Thrones“-Star Sean Bean. Er spielt den Polizisten John Marlott, der vom Innenminister (Tom Ward) gebeten wird, den Fall aufzuklären. Marlott ermittelt in den dreckigsten Gassen der Stadt und muss sich mit Menschenhändlern und Leichenräubern herumschlagen.

Trailer: "The Frankenstein Chronicles"

Er trifft aber auch auf Persönlichkeiten, die den TV-Zuschauern heute noch ein Begriff sind, etwa die "Frankenstein"-Autorin Mary Shelley (Anna Maxwell Martin) und den Dichter William Blake (Steven Berkoff). Erschwerend kommt für Marlott hinzu, dass er wegen seiner Syphilis-Erkrankung unter Halluzinationen leidet.

"Er blickt ständig dem Tod ins Auge!"

Für Sean Bean ist gerade die Krankheit des Helden ein wichtiger Aspekt: „Er weiß oft nicht, ob etwas wirklich passiert ist oder eine Halluzination war“, sagt er. „Das ermöglicht uns kreative Freiheiten. Und es macht die Figur zusätzlich interessant: Um klar zu bleiben, nimmt er Quecksilber-Pillen, aber dadurch verringert sich seine Lebenserwartung enorm. Er blickt ständig dem Tod ins Auge!“

Sean Bean im Interview: „England hatte viel vom Wilden Westen“

GOLDENE KAMERA: Ihre Serie spielt an vielen düsteren Orten. Wo haben Sie gedreht?

SEAN BEAN: Vor allem in Belfast. Es war immer neblig, und es hat oft geregnet – trotzdem war es für mich eine sehr schöne Erfahrung.

Was hat Ihnen daran gefallen?

SEAN BEAN: Es war das erste Mal, dass ich überwiegend an Originalschauplätzen gearbeitet habe und nicht im Studio. Ich lief jeden Tag auf echtem Pflasterstein herum oder saß in dunklen Kellern. Außerdem hat Belfast viele alte Fabriken und Schlösser. Die Stadt bot die perfekte Atmosphäre!

Wie war es, die Hauptrolle in einer Horrorserie zu spielen?

SEAN BEAN: Ich halte die Serie eher für einen Western – und ich spiele den Sheriff. England hatte damals viel vom Wilden Westen: die Hüte, die Pistolen, Menschen außer Kontrolle. Eine spannende Zeit!

Text: Anke Hofmann/Sven Sakowitz

Wer sollte sich "The Frankenstein Chronicles" anschauen?

Wer auch einmal die ungeschönte Schattenseite des viktorianischen Englands erleben will, kommt an dieser glänzend gespielten Mini-Serie nicht vorbei! Vor der atemberaubend ausgestatteten und ausschließlich mit natürlichen Lichtquellen beleuchteten Alptraumkulisse der Londoner Unterwelt entspinnt sich eine clever konstruierte Detektivstory, in der Armut, Kriminalität, wissenschaftlicher Fortschritt und politische Intrigen aufeinanderprallen.

Warum muss ich "The Frankenstein Chronicles" sehen?

Weil man hier wirklich mal von einer Neuinterpretation des Frankenstein-Mythos sprechen kann! Im Handlungsverlauf wird die von Anna Maxwell Martin famos gegen den Strich gespielte Autorin Mary Shelley mitsamt ihres berühmten Gothic-Romans nämlich selbst zum Gegenstand von Marlotts Ermittlungsarbeit. Und weil "Herr der Ringe"- und "Game of Thrones"-Star Sean Bean in der Rolle des von traumatischen Erlebnissen gepeinigten Helden bravourös unter Beweis stellt, was für Leading-Man-Qualitäten in ihm schlummern.

Für Fans von...

"Ripper Street" und "Penny Dreadful"

Die GOKA-Wertung

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