Schrullige Typen im Weimarer Tatort: "Der treue Roy"

Die Kommissare Kira Dorn und Lessing ermitteln zum dritten Mal in Weimar.
Die Kommissare Kira Dorn und Lessing ermitteln zum dritten Mal in Weimar.
Foto: DasErste
Was wir bereits wissen
Seltsame Morde und schrullige Typen: In Weimar steht Fall drei für Dorn & Lessing an. (So, 24. April, 20.15 Uhr im Ersten)

Weimar ist die viertgrößte Stadt Thüringens. 63.000 Einwohner, Pilgerstätte aller Goethe- und Bauhaus-Fans, Weltkulturerbe. Und so schön abgelegen im Nirgendwo, dass es ein herrliches Pflaster für gruseligkomische „Tatort“-Geschichten abgibt. Im dritten Fall für Kira Dorn und den vornamenlosen Lessing wird viel in Erde und Staub gebuddelt und manche falsche Spur gelegt, bis die Wahrheit ans Licht kommt.

Was passiert?

In der Hochofenschlacke eines Stahlwerks werden die Überreste von Roy Weischlitz entdeckt. Ein grausiger Mord? Roy lebte mit seiner Schwester Siegrid zusammen, die seinen Tod gar nicht fassen will. Die Kommissare Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) finden bald heraus, dass zwischen den Geschwistern Krieg herrschte. Siegrid gab ihrem Bruder die Schuld für ihr zerstörtes Glück mit ihrem Exverlobten Karsten alias „Flamingo“, der durch Roys Schusseligkeit ein Bein verlor. Allein deshalb mordet man vielleicht nicht. Doch der verschwundene Lottoschein, der Roy kurz vor seinem Tod zum Millionär machte, bietet ein prächtiges Motiv.

Was ist das Besondere?

Herausragend ist hier die Kombination aus Komik und Spannung. Die heitere Gelassenheit selbst in schlimmsten Situationen. Lässige Dialoge, schwarzhumorige Szenen wie die Knochensuche im Schlick, verschrobene Figuren, die gefährlich ihre Existenz riskieren – alles fügt sich. Es ist erstaunlich, wie Regisseur Gregor Schnitzler fast immer den richtigen Ton trifft. Beim Drehen hatte er sichtlich Spaß, was er so erklärt: „Durch skurrile Geschichten kann man etwas kreieren, was eigentlich sonst nur in amerikanischen Serien wie ‚Fargo‘ oder ‚Breaking Bad‘ möglich ist.“

Wer ist dabei?

Die eine clever und bodenständig, der andere ein hintersinniger Kopfmensch: Nora Tschirner und Christian Ulmen, beide Starsdes neuen deutschen Kinos, spielen sich inzwischen perfekt die Bälle zu. Das macht umso mehr Freude, als auch die weiteren Rollen mit echten Könnern besetzt sind, etwa mit Fritzi Haberlandt, Florian Lukas, Matthias Matschke und GOKA-Talent Nadine Boske.

"Nicht das klassische Weimar, sondern das der kleinen Leute steht im Mittelpunkt. Als Roy, an sich eine treue Seele, im Lotto gewinnt und nicht teilen will, weckt das in seiner engsten Umgebung Mordgelüste. So entwickelt sich ein raffinierter, wendungsreicher Fall. Amüsant und spannend. " SABINE ULRICH

GOKA-Wertung:

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