Exklusiv-Interview mit Joko und Klaas

Versprechen "Die beste Show der Welt": Joko (l.) und Klaas
Versprechen "Die beste Show der Welt": Joko (l.) und Klaas
Foto: © ProSieben
Was wir bereits wissen
ProSieben traut sich was: Joko und Klaas bekommen eine neue Samstagabend-Show. Ein exklusives Interview mit dem Erfolgsduo.

Für den Sender ist es sicher das TV-Experiment des Jahres: Joko Winterscheidt (37) und Klaas Heufer-Umlauf (32) suchen in "Die beste Show der Welt" (Samstag, 30. April, 20.15 Uhr, ProSieben) die Zauberformel für das neue Samstagabend-Entertainment. Beide treten mit je vier Showkonzepten gegeneinander an. GOLDENE KAMERA traf das Duo zum Gespräch über Freundschaft, Fußball – und Rente.

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Joko und Klaas im Interview

Schöne Frauen, Megapreise, Anarchohumor ... – worum geht's in "Die beste Show der Welt"?

Joko: Um ein Sammelsurium von Ideen, die wir schon lange im Kopf hatten und nun in einer Show präsentieren. Klaas und ich zeigen im Wechsel die potenziell besten Showideen und lassen das Studiopublikum dann darüber abstimmen. Am Ende des Abends wird eine zur besten Show gewählt.

Klaas: Die Menschen im Studio zeigen uns dann per Fernbedienung, ob sie zu- oder abschalten. Wenn's ganz schlecht läuft, wird auch mal eine Show abgesetzt. Alles ganz genau so, wie im echten Leben.

Ist das Ganze als eine Showreihe geplant?

Klaas: Nein, aber es ist potenziell ausbaubar. Darüber entscheidet der Erfolg.

Joko: Wir gehen davon aus, dass das Ganze erfolgreich wird. Denn mit dem Titel setzen wir uns einem gewissen Druck aus, den wir probieren, in Erfolg umzuwandeln.

Apropos Druck: Wie schlimm wird bei ProSieben noch geheult wegen Stefan Raabs Abgang, und wie viel Erfolgsdruck lastet deshalb auf Ihnen?

Klaas: Geheult wird beim TV grundsätzlich relativ viel. Das passiert völlig unabhängig von Raab, weil beim Fernsehen viele kaputte Persönlichkeiten am Werk sind. Raabs Weggang ist aber keine plötzliche Naturkatastrophe, die ProSieben kalt erwischt hat. Mit ihm ist der beste deutsche Entertainer vom Bildschirm verschwunden, und es gab ein paar hektische Tage – aber ProSieben übt keinen Druck auf uns aus. Wir machen die Dinge, die wir für richtig halten.

Was sind Ihre Inspirationsquellen für "Die beste Show der Welt"?

Joko: Ich habe in der Vorbereitung viel Fußball geguckt was dazu führt, dass eines meiner Konzepte die Idee für eine Fußballshow ist. Eine Samstagabend-Fußballshow gab es bisher noch nicht. Außerdem habe ich mir vieles gemerkt, was ich in den letzten Jahren an Quatsch im Kopf hatte, und versucht, daraus Shows zu machen.

Klaas: Für eine von meinen vier Showideen begebe ich mich in den Bereich der Großillusionisten und zeige echte Magie. Bislang wurde bei Zaubershows immer so getan, als ob es Magie sei – doch ich habe die Tricks mal gegoogelt und fand sie echt langweilig. Anschließend habe ich mir selbst beigebracht, mit echter Magie zu arbeiten und dabei auf Tricks zu verzichten.

Hand aufs Herz: Wer von Ihnen beiden ist schärfer darauf, irgendwann allein Karriere zu machen?

Klaas: Joko sucht seit drei Jahren nach einer Ausstiegsklausel im Vertrag, doch er findet sie nicht. Deshalb investiert er auch in Startups, denn wenn mal eines funktioniert, ist er weg. Und warum? Damit er mich nicht mehr den ganzen Tag ertragen muss!

Wie stark ist Ihre Freundschaft wirklich, auf einer Skala von eins bis zehn?

Klaas: Da wäre ich bei einer zwei oder drei. Wenn wir zum Beispiel auf dem Weg sind zu einer beruflichen Geschichte, dann sind wir unterwegs praktisch privat – und dabei verstehen wir uns gut.

Joko: Ich bin meistens vor Klaas am Flughafen und sage dann immer am Check-in: "Wenn Herr Heufer-Umlauf nachher kommt und neben mir sitzen möchte, sagen Sie ihm bitte, dass die Reihe schon besetzt ist."

Was war der wichtigste Freundschaftsdienst, den Ihnen Klaas erwiesen hat, Joko?

Joko: Das sind kleine Dinge, etwa, wenn er das Zimmer verlässt, um woanders zu rauchen. Außerdem hat er mich direkt vor dem Interview gekitzelt, damit ich gut drauf bin.

Was war aus Ihrer Sicht Ihr bisher bester Gag?

Joko: Das war der mit Palina Rojinski, als wir sie mit verbundenen Augen zum Topfschlagen auf eine Hundekacke-Wiese geschickt haben!

Klaas: Stimmt, das war die schönste Sache. Aber Palina hat sich auch mal einen Furz angezündet. Das fand ich ziemlich gut!

Es heißt, Sie hätten ProSieben zwei Jahre lang mit der Idee zu "Mein bester Feind" in den Ohren gelegen. Doch die Quoten sind bescheiden. War das schlechter Spürsinn – und wie geht's mit der Show weiter?

Klaas: Es gab sechs Folgen, und die letzte Quote war nicht so berauschend. Zwar kein Komplettabsturz, aber auch kein Highlight. Wir werden darüber reden, ob und wie es weiter geht. Ich liebe die Show.

Hape Kerkeling hat, mit Ansage, im Alter von 50 den Dienst im TV quittiert. Wie lange bleiben Sie dabei?

Klaas: Ach ja, der Hape – alle waren so gemein zu ihm! Dabei hat ihn doch niemand gezwungen, es mit den Psychopathen, Drogensüchtigen und Narzissten in der Branche auszuhalten. Er hätte ja auch arbeiten gehen können.

Aber noch mal zurück zu Ihnen: Wollen Sie auch mit 50 in Rente gehen?

Joko: Ich hatte mir die 40 als Ziel gesetzt.

Klaas: Und ich möchte mich wie Hape mit 50 mit einem Künstlerschal in eine TV-Show setzen, meinen Geburtstag dort öffentlich feiern und mich trotzdem richtig darüber beschweren, wie scheiße alles und das TV im Besonderen ist. Anschließend pilgere ich über den Jakobsweg – mit dem Auto.

Was könnte Sie von ProSieben weglocken?

Joko: Nichts! Es gibt keinen auch nur in der Ferne am Horizont erscheinenden Grund für uns, den Sender zu wechseln.

Klaas: Wir fühlen uns bei ProSieben wohler als irgendwo anders. Ich weiß, dass das unsere Verhandlungsposition schwächt – aber diese Ehrlichkeit wird trotzdem erlaubt sein. Wir werden da bleiben, solange wir dürfen.

Interview: Mike Powelz

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