Sumpf des Verbrechens: True-Crime-Reihe "Killing Fields"

Was wir bereits wissen
Die sechsteilige Dokureihe "Killing Fields" rollt einen 18 Jahre alten Mordfall neu auf – und macht den Zuschauer zum Begleiter der Ermittlungen.

Sommer 1997 im US-Bundesstaat Louisiana: Am Rande des sumpfigen Bayou Manchac wird eine Frauenleiche gefunden. Es ist die Studentin Eugenie Boisfontaine, die seit drei Monaten als vermisst gilt. Trotz intensiver Fahndung gelingt es Detective Rodie Sanchez in den Folgemonaten nicht, den Fall zu lösen. Der Mörder wird nicht gefasst.

Der Fall "Eugenie Boisfontaine" (OF)

Das soll sich nun ändern. Die sechsteilige Dokureihe "Killing Fields – Mörderjagd in Louisiana" (ab Sonntag, 1. Mai, Discovery Channel, 21.50 Uhr) zeigt, wie 18 Jahre später der Fall wieder aufgenommen wird. Das Besondere: Eine Kamera begleitet Polizisten, wenn sie den Tatort untersuchen oder echte Zeugen vernehmen.

Kurzer Einblick in "Killing Fields" (OF)

Hautnah dabei bei einem Mordfall

Damit versucht sich auch Discovery am TV-Trend True Crime, das sich dokumentarisch echten Verbrechen widmet. Zuvor hatten schon Reihen wie "Der Unglücksbringer" (HBO) überraschende Erfolge gefeiert.

Den Titel "Killing Fields" verdankt die Reihe der Landschaft im Süden Louisianas. Sümpfe und andere Gewässer prägen hier die Natur. "Wer herkommt, sagt, wie hübsch alles ist", sagt Rodie Sanchez (61). "Die Leute ahnen nicht, dass die Sümpfe voller Leichen sind." Eigentlich ist Rodie Sanchez in Rente. Doch um endlich Eugenie Boisfontaines Mörder zu finden, lässt er sich reaktivieren. Mittlerweile weiß Sanchez: "Ungelöste Fälle verfolgen dich bis ins Grab!"

Die größte Hoffnung des Polizisten sind moderne DNA-Analysen, die erst jetzt möglich sind. "Das perfekte Verbrechen existiert nicht", erklärt Detective Aubrey St. Angelo (37). Der technikaffine Polizist ist bei dem Fall Partner des Veteranen Sanchez. Das ungleiche Cop-Duo weckt Erinnerungen an die spannende erste Staffel der HBO-Dramaserie "True Detective" (2014) mit Matthew McConaughey.

In beiden Produktionen geht es um einen Mordfall aus den 90ern. Hier wie da fällt der Verdacht schnell auf einen Serienkiller. Vor allem aber: Beide Formate spielen im Sumpfgebiet Louisianas. Wer hier eine Leiche verschwinden lassen will, findet in Hitze, Luftfeuchtigkeit und hungrigen Alligatoren hilfreiche Komplizen.

Quotenerfolg in den USA

Mit seinem Szenario sorgt "Killing Fields" immer wieder für spannende Momente. Das Problem: Selbst wenn alles völlig echt sein sollte – es wirkt oft inszeniert. Etwa wenn Sanchez im Mondlicht über das Böse sinniert. Oder wenn die Cops ausgerechnet nachts im Schein brennender Zuckerrohrfelder den Fall besprechen.

Ästhetisch wertvoll, allerdings auch unglaubwürdig. Vielleicht macht sich hier der Einfluss der prominenten, fictionerprobten Macher bemerkbar: Produziert wurde "Killing Fields" von Tom Fontana ("Borgia") und Barry Levinson ("Rain Man").

Wie die Mörderjagd ausgeht, soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Aber so oder so steht einer Fortsetzung der Reihe wenig im Weg. "Killing Fields" war in den USA ein Quotenerfolg, und genug Material für neue Staffeln läge auch vor: Allein in den vergangen 20 Jahren gab es in den USA rund 120.000 Mordfälle, die nicht aufgeklärt wurden. Noch nicht.

Autor: Michael Tokarski

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