"Udo Lindenberg": Doku über Anfänge, Abstürze und seine Karriere

Panikrocker, Kultnuschler, Hutträger, lebende Legende: Udo Lindenberg. Foto: © MDR/Marco Prosch
Am 17. Mai feiert Udo Lindenberg seinen 70. Geburtstag. Foto: © MDR/Marco Prosch
Teile des neuen Albums "Stärker als die Zeit" entstanden in den Exstudios der Beatles. Foto: © MDR/KR.FILM
In der Doku "Udo Lindenberg: Stärker als die Zeit" steht der nachdenkliche Künstler hinter der Sonnenbrille im Fokus. Foto: © MDR/KR.FILM
Udo Lindenberg am Timmendorfer Strand. Foto: © MDR/KR.FILM
Was wir bereits wissen
Panikrocker, Kultnuschler, Hutträger, lebende Legende: Udo Lindenberg wird im Mai unfassbare 70 Jahre alt.

Ein spektakulärer Auftakt: Im Lichtgewitter schwebt eine Kapsel über die Köpfe der Fans hinweg zur Bühne. Raus springt ein Mann in engen glänzenden Hosen. Er rennt über den Showsteg, singt, hüpft, tanzt ohne Pause: "Hey, Leute, Panikparty!"

Udo Lindenbergs Stadion-Panik-Tour

Es ist eine gigantische Tour, die Udo Lindenberg 2015 hinlegt, und die Fans gehen mit – ob 65 oder 25. Denn "Panikparty", ein Urwort aus dem Udo-Kosmos, steht für ein Lebensgefühl: dafür, lässig unangepasst "sein Ding" zu machen, nüchtern oder randvoll, aber immer friedlich und respektvoll zu anderen. Udo ist nicht nur Vollblutrocker, er ist auch "Peace-Bruder", war es immer. Dieser Typ soll am 17. Mai 70 werden? Unfassbar.

Der Mann ist längst Kultfigur. Welcher Mensch verbirgt sich dahinter? Sonnenbrille, Hut, Zigarre. "Diese Silhouette ist sehr statisch. Aber Udo schafft es immer, sie mit neuem Leben zu füllen", sagt Falko Korth, der den Star für ein Filmporträt "Udo Lindenberg: Stärker als die Zeit" (hier in der Mediathek abrufbar) fünf Monate begleitete.

Trailer "Udo Lindenberg Stärker als die Zeit"

Auf den ersten Blick bestätigen sich alle Klischees: seine Disziplin, die Verrücktheit, das Sprunghafte zwischen tausend Ideen, die genuschelten Monologe. Und, ja, "die Nachtigall" lebt seit ewigen Zeiten im Hamburger "Hotel Atlantic", geht morgens um sechs schlafen, steht um zwei Uhr mittags auf. Doch wenn man mit ihm ins Gespräch kommt, "überwältigt Udo einen mit seinem Charme", sagt Korth. "Udo ist ein Checker, kriegt alles mit, hat ein Elefantengedächtnis. Er gibt dir das Gefühl, echt interessiert zu sein."

Schriftsteller Benjamin von Stuckrad-Barre, ein enger Freund, beschreibt das so: "Ich habe folgende Sensation über Udo mitzuteilen, etwas, das man über keinen anderen deutschen Sänger so allumfassend sagen kann: Er liebt die Menschen. Das tut er wirklich."

"70 ist eine vergnügliche Sache"

Seit 50 Jahren ist Udo on Tour. In der TV-Doku erzählt er über die Anfänge als "Trommler", Grundlage für sein sagenhaftes Rhythmusgefühl, seine Liebe zum Jazz. Übers Ausbrechen aus der westfälischen Provinz, die Nähe zu Schwester Inge. Der Durchbruch kommt 1973 mit dem dritten Album "Alles klar auf der Andrea Doria", erstmals mit seiner Band, dem Panikorchester. Gründungskumpel Steffi Stephan ist bis heute dabei. Von Beginn an nutzt Udo seine Popularität, um politische Botschaften unters Fanvolk zu bringen. "Wir werden Freunde", der Stadionhit 2015, ist sein Plädoyer für die "bunte Republik Deutschland".

Doch es gab auch eine Zeit, da mochte ihn keiner mehr hören. Der Absturz: Anfang der 90er. In der Krise lernt er Fotografin Tine Acke kennen, mit der ihn eine tiefe "Komplizenschaft" verbindet. Sie gehört zum engen Kreis der "Panikfamilie". Ebenso wie "die Zarin", seine Stylistin Niko Kazal, die für den typischen Udo-Look sorgt. Zehn Jahre schien Lindenberg verloren. "Ich wusste, ich sterbe, wenn ich nichts ändere", sagt er in der Doku. Heute trinkt er alkoholfreies Weizen und ist wieder ganz oben. Das neue Album "Stärker als die Zeit" erscheint Ende April, die neue Stadiontour startet am 20. Mai. Und mittendrin: der 70.

"Durch die schweren Zeiten": Udos erster Song vom neuen Album "Stärker als die Zeit

Wundersam sei das, gestand er dem heimatlichen Radiosender NDR 90,3: "Lustig, dass so ein Rock-’n’-Roller wie ich 70 wird. So wie ich nach der Mengenlehre gesoffen und alle möglichen Gifte ausprobiert habe. Dass ich noch lebe und jetzt so fit bin, finde ich eine hochvergnügliche Sache." Nun glaubt er, 80 oder gar 90 zu werden. Keine Panik!

Autorin: Sabine Ulrich

Natalia Wörner ist "Die Diplomatin"

Die Diplomatin Karla Lorenz (Natalia Wörner) hat immer heikle Sonderaufträge im Gepäck. © Das Erste
Eine Sicherheitsübung der deutschen Botschaft in Tunis läuft aus dem Ruder. © Das Erste
Nikolaus Tanz (Jannik Schümann) wird Karla Lorenz von der Deutschen Botschaft in Manila als persönlicher Assistent zur Seite gestellt. © Das Erste
Karla Lorenz versucht, auf die schwer bewaffnete Esra einzuwirken. © Das Erste
Eigentlich ist Esra die rechte Hand von „Supervisorin“ Karla Lorenz, die die Sicherheitsübung in der Botschaft leitet. © Das Erste
Thomas Eick (Thomas Sarbacher), Sonderbeauftragter des Auswärtigen Amtes, sucht mit der tunesischen Regierung nach Lösungen. © Das Erste
Die Übung nimmt ein blutiges Ende. © Das Erste
An den beiden kommenden Samstagabenden im Ersten verkörpert Natalia Wörner die Diplomatin Karla Lorenz, eine ebenso unkonventionelle wie mutige Frau.
Mehr lesen