Die etwas andere Polizei-Serie: Danny Boyles "Babylon"

Was wir bereits wissen
Ab dem 10. Mai zeigt der WDR das gefeierte TV-Projekt, in dem der "Trainspotting"-Regisseur die Öffentlichkeitsarbeit der Londoner Polizei durch den satirischen Kakao zieht.

Die Idee zu "Babylon" soll Danny Boyle bereits kurz nach seinem Oscar-Gewinn 2009 für "Slumdog Millionär" gekommen sein, als im Fernsehen Reality-Formate über Polizisten im Einsatz wie Pilze aus dem Bildschirm schossen, während gleichzeitig in der Londoner Innenstadt zur totalen Kamera-Überwachung aufgerüstet wurde. Zusammen mit dem Autorenteam Jesse Armstrong und Sam Bain, die u. a. mit der Terroristen-Satire "Four Lions" ihr Talent für den schwarzhumorigen Umgang mit ernsten Themen unter Beweis gestellt haben, entwickelte Boyle eine sieben Episoden umfassende Mini-Serie, die bereits 2014 erfolgreich im britischen Fernsehen lief und jetzt ab dem 10. Mai um 23.30 Uhr immer dienstags im WDR ihre deutsche TV-Premiere feiert.

Teaser-Trailer zu "Babylon" (OF)

Darum geht's in "Babylon"

James Nesbitt (bekannt als Zwerg Bofur in der "Hobbit"-Trilogie) spielt den Londoner Polizei-Chef Richard Miller, der sich im Facebook-Zeitalter mit der Gefahr konfrontiert sieht, die Kontrolle über die Außendarstellung der Sicherheitskräfte zu verlieren. Aus diesem Grund holt er die amerikanische Medienexpertin Liz Garvey (Brit Marling) ins Boot, die als neue Leiterin der PR-Abteilung für transparente Öffentlichkeitsarbeit sorgen soll. Doch in ihrem Bemühen, die Kommunikationsstrukturen zu modernisieren, bekommt es Liz nicht nur Steine vom sich übergangen fühlenden Ex-Pressechef Finn (Bertie Carvel) in den Weg gelegt, sondern auch vom rufschädigenden Gebaren einer chaotischen Mannschaft, die es zu allem Überfluss mit einem wahllos Passanten abknallenden Heckenschützen zu tun bekommt, der auf Twitter einen wahren Fan-Kult auslöst.

Feature zur Polizei-Serie "Babylon" (OF)

Wie Schauspielerin Brit Marling mit Charm und Schnippigkeit versucht, immer neuen Hiobsbotschaften Herrin zu werden und sich dafür mit einem Ensemble perfekt gecasteter Charaktere anlegen muss, die alle auch selbst für unerwartete Überraschungen gut sind, regt nicht nur zum Lachen an. Das Besondere an "Babylon" ist die unvermittelte Plötzlichkeit, mit der zuweilen abstruse Komik in ernüchternde Dramatik umschlägt. Damit trumpft die satirische Mini-Serie mit einem realistischen Grundrauschen auf, das optisch von einer Kameraführung unterstrichen wird, die an moderne TV-Dokumentationen erinnert. Den Look setzt Produzent Danny Boyle gleich in der von ihm selbst inszenierten Pilotfolge, in der er mit einem wilden Wechsel verschiedener Bildformate seinem dynamischen Regiestil frönt. 08/15-Unterhaltung sieht deutlich anders aus!

2. Feature zur Polizei-Serie "Babylon" (OF)

Wer sollte "Babylon" einschalten?

Alle, die sich nicht daran stören, wenn absurde Komik und ernüchternde Dramatik eine außergewöhnliche Serien-Melange eingehen.

Warum muss ich "Babylon" sehen?

Weil die Auswirkungen der Sozialen Medien auf die Strafverfolgung höchst unterhaltsam und zugleich extrem realistisch von perfekt gecasteten Darstellern durchgespielt werden.

Für Fans von...

"The Shield" und "Brooklyn Nine-Nine"

Die GOKA-Wertung

Kommentare einblenden

Netflix: Neue Gameshow von Sylvester Stallone

Sylvester Stallone
Sylvester Stallone
Foto: Mike Windle/Getty Images
Der Hollywood-Star produziert gemeinsam mit Reality-TV-Profi Dave Broome die neue Show "Ultimate Beastmaster".
Mehr lesen