Exklusiver Studiobesuch bei "X-Men: Apocalypse"

Was wir bereits wissen
GOLDENE KAMERA trifft Regisseur Bryan Singer im Schneideraum zum Gespräch über "X-Men: Apocalypse" und die Zukunft der Helden.

Das antike Ägypten im Jahre 3.600 vor Christus. Der mächtige Gott En Sabah Nur will seine Kräfte auf einen neuen, jungen Körper übergehen lassen. Doch einige Revoluzzer können dies mit ihren primitiven Waffen verhindern – En Sabah Nur fällt in einen Tausende Jahre währenden Schlaf und wird erst 1983 wieder erwachen und als Mutant Apocalypse (Oscar Isaac) versuchen, die Menschheit zu vernichten ...

Trailer "X-Men: Apocalypse"

Mit dieser eindrucksvollen vierminütigen Sequenz beginnt "X-Men: Apocalypse" (ab 19. Mai im Kino), der Abschluss der Doppeltrilogie über die Marvel-Superhelden, die 2000 ihren Anfang genommen hatte. Der Regisseur damals wie auch heute: Bryan Singer. Der hat uns gerade exklusiv den – noch nicht komplett fertigen – Beginn des neuen Films gezeigt.

Wir befinden uns im Schneideraum des Gebäudes 105 auf dem legendären Fox-Studiogelände in Los Angeles. Bryan Singer macht mit seinem bleichen Gesicht, den kleinen Augen und hibbeligen Bewegungen selbst den Eindruck, einige Jahre Schlaf zu benötigen. "Sorry, ich bin um sechs Uhr aufgestanden und habe noch am Drehbuch meines nächsten Films geschrieben." Doch sobald es um die X-Men geht, wird der 50-Jährige lebendig: "Wir haben nur noch wenige Tage! Hier im Schneideraum sitzen wir an den letzten Szenen, dazu arbeiten wir im Mischraum am Ton – es ist ein großes Hin und Her. Einige Effekte sind noch nicht da, die kommen auf die letzte Minute."

Bryan Singer zeigt uns nun eine – fertige – Szene aus der Mitte des Films: Apocalypse besucht mit seinen vier Reitern das frühere Konzentrationslager in Auschwitz, um Mutant Magneto (Michael Fassbender, Interview), dessen Eltern hier starben, zum Kampf gegen die Menschen zu motivieren. "Apocalypse ist ein anderes Kaliber als die bisherigen Bösewichte im X-Men-Universum", erklärt der Regisseur. "Er hat die Kräfte vieler Mutanten über Tausende von Jahren gesammelt und kann sie weitergeben." Um die Macht des ersten Mutanten überhaupt zu zeigen, hat sich Singer etwas Besonderes ausgedacht. "Wir machen etwas völlig Neues und nehmen Oscar Isaacs Stimme nachträglich auch mit zwei Basedrum-Mikrofonen an den Wangen auf. Die holen Töne heraus, die das menschliche Ohr sonst nicht hören kann. So kann ich eine Stimme kreieren, die komplett von Oscar stammt, aber dennoch nicht natürlich ist."

Making-of "X-Men: Apocalypse"

Der Cast

Fast unnatürlich stark ist auch der Cast des Films: Neben alten Bekannten wie Jennifer Lawrence oder James McAvoy sorgen auch die jungen X-Men für Furore, etwa Olivia Munn. "Für die Jungen gab es Auditions und Chemistry-Readings", erläutert Singer. "Olivia wusste beim Casting mehr über Psylocke und die X-Men, als ich wohl jemals wissen werde! Und sie hatte Spaß daran, die sexuelle Seite des Charakters zu zeigen."

Ob Hugh Jackman als Wolverine wieder so einen herrlichen Kurzauftritt hat wie 2011 in "X-Men: Erste Entscheidung" – er sagte nur "Go, fuck yourself!" zu Charles Xavier –, will der Regisseur nicht verraten. "Hugh sagte zu mir ‚Go, fuck yourself!‘, als ich ihn anrief. Meine offizielle Antwort momentan ist deshalb: Ich weiß es noch nicht."

Den spektakulärsten Moment des Films zeigt wohl ein anderer: Evan Peters als Quicksilver hat eine große Kampfszene in der X-Mansion.

"Wir haben eineinhalb Monate gedreht, Evan ist der Schauspieler, der am längsten am Film gearbeitet hat", erklärt Bryan Singer. "Das war sehr kompliziert, mit mathematischen Algorithmen für die Explosionen drinnen und draußen, vielen Stunts und 3-D-Kameras, die sich mit 80 km/h bewegen ... Einige Effekte kommen erst noch rein!"

Zeit, über die Zukunft zu sprechen. "Der neue Film ist kein Sequel, sondern ein 'Inbetween-Quel'", sagt Singer. Durch die Zeitreise in "X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" sei die Zeitlinie des X-Men-Universums zerschlagen worden. "Helden können Bösewichte werden und umgekehrt. Charaktere können sterben, aber auch in anderen Franchises auftauchen – jetzt ist alles möglich!"

Fast schade, dass Bryan Singer selbst eine X-Men-Auszeit nimmt: In die verabschiedet er sich jetzt auch und schreibt weiter am nächsten Skript, einem Remake von "20.000 Meilen unter dem Meer".

Autor: Oliver Noelle

Kommentare einblenden

"Dieses Duo könnte die Welt retten"

Ein Dream-Team im Watt: Exklusiv-Interview mit Anke Engelke und Charly Hübner über ihre neue TV-Komödie "Einmal Hallig und zurück" (Mittwoch, 25. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste).
Mehr lesen