Festival-Preview: Cannes 2016

Cannes 2016: Das 'Palais des Festivals' kurz vor der Eröffnung der 69. Filmfestspiele an der Croisette
Cannes 2016: Das 'Palais des Festivals' kurz vor der Eröffnung der 69. Filmfestspiele an der Croisette
Foto: © Murielle Gander Cransac/Getty Images
Was wir bereits wissen
10 Filme, die auf den 69. Internationalen Filmfestspielen von Cannes für Furore sorgen werden.

Am 11. Mai haben an der Cote d'Azur die 69. Internationalen Filmfestspiele von Cannes begonnen. Zum Auftakt bekam das Publikum im Palais des Festival "Café Society" von Woody Allen zu sehen, der nach 2011 ("Midnight in Paris") und 2002 ("Hollywood Ending") mit seiner Tragikomödie über das Hollywood der 30er Jahre zum dritten Mal das Rennen um die Goldene Palme eröffnen durfte.

Doch der 14. Cannes-Beitrag des Festival-Stammgasts Allen ist nur eines von zahlreichen cineastischen Highlights, die bis zur Abschlusszeremonie am 22. Mai an der Croisette für großes Kino sorgen werden. Wir haben allein aus den 21 Wettbewerbsfilmen 10 Perlen herausgefischt, die ein besonderes Augenmerk verdienen...

10 Highlights im Cannes-Wettbewerb 2016

"Die Taschendiebin" von Park Chan-wook
In seiner visuell berauschenden Adaption des viktorianischen Romans "Solange du lügst" von Sarah Waters verlagert der "Oldboy"-Regisseur die mit Lust und Intrigen gespickte Handlung in das von Japanern besetzte Korea der 30er Jahre. Dort verfällt die Aristokratin Hideko (Min-hee Kim) ihrer neu eingestellten Haushaltshilfe (Tae Ri Kim), die aber ein doppeltes Spiel spielt.

Trailer zu "The Handmaiden" (OF)

"Bacalaureat" von Cristian Mungiu
2007 gewann der rumänische Autorenfilmer mit "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage" schon einmal die Goldene Palme. Das könnte ihm mit seinem international "Graduation" betitelten Drama erneut gelingen. Darin wird Schülerin Eliza (Maria-Victoria Dragus) kurz vor ihrer Abschlussprüfung überfallen, was den Wunsch ihres Vaters (Adrian Titieni) nach einer besseren Zukunft für seine Tochter im Keim zu ersticken droht.

Trailer zu "Bacalaureat" (OF)

"American Honey" von Andrea Arnold
Jugendporträt trifft US-Reportage: Die britische Regisseurin ("Wuthering Heights") schickt die junge Ausreißerin Star (Schauspieldebütantin Sasha Lane) auf einen kreuz und quer durch den amerikanischen Mittelwesten führenden Roadtrip-Rausch, in dem hart gefeiert und unglücklich geliebt wird. Für zusätzlichen schauspielerischen Zündstoff sorgt Hollywood-Enfant terrible Shia LaBeouf.

"Julieta" von Pedro Almodóvar
Das nennt man wohl Almodovar-Bonus: Obwohl sein Mutter-Tochter-Drama bereits in Spanien im Kino lief, darf sein auf mehreren Kurzgeschichten der kanadischen Autorin Alice Muro basierender Film im für Weltpremieren reservierten Wettbewerb laufen. Gut so, denn die auf zwei Zeitebenen spielende Story der Titelheldin (Emma Suaréz), die sich über den Bruch mit ihrer Tochter an ihr junges Ich (Adriana Ugarte) erinnert, kommt erfrischend unaufgeregt daher.

Trailer zu "Julieta" (OF) (Kinostart: 4.8.2016)

"The Neon Demon" von Nicolas Winding Refn
Mit "Drive" und "Only God Forgives" hat der dänische Regisseur den Wettbewerb von Cannes schon zweimal gehörig aufgemischt. Sein durchgestylter Horrortrip über das Nachwuchsmodel Jesse (Elle Fanning), das in der Modeszene von Los Angeles an eine Gruppe von Frauen gerät, die sich ihre jugendliche Schönheit wortwörtlich einverleiben wollen, dürfte diesen Trend spektakulär fortsetzen.

Trailer zu "The Neon Demon" (OF) (Kinostart: 23.6.2016)

"Loving" von Jeff Nichols
Ein Filmtitel mit Botschaft: Ruth Negga und Joel Edgerton spielen im mit Spannung erwarteten Biopic von Jeff Nichols ("Mud – Kein Ausweg") das gemischtrassige Ehepaar Mildred und Richard Loving, deren im Gefängnis endender Kampf für die Anerkennung ihrer Partnerschaft 1958 in Virginia einen Grundstein für die amerikanische Civil Rights-Bewegung lieferte.

"Elle" von Paul Verhoeven
Im düsteren Rachethriller des "Basic Instincts"-Provokateurs spielt Isabelle Huppert die taffe Geschäftsfrau Michele, die in ihrem eigenen Haus vergewaltigt wird und auf ihrer Suche nach dem Übeltäter in ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel gerät. Für seine überfällige Rückkehr nach Cannes drehte der 77-jährige Regisseur erstmals auf Französisch.

Trailer zu "Elle" (OF)

"Ma' Rosa" von Brillante Mendoza
Im neuesten Streich des Chronisten der philippinischen Lebensumstände erzählt der "Kinatay"-Regisseur anhand der Geschichte einer kleinen Ladenbesitzerin in Manila, die durch die krummen Geschäfte ihres Gatten in die Fänge der Polizei gerät, ein schonungsloses Drama über Korruption, Willkür und die Opferbereitschaft der Familie.

Trailer zu "Ma' Rosa" (OF)

"Paterson" von Jim Jarmusch
Indie-Ikone Jarmusch ("Only Lovers Left Alive") kehrt mit dieser lakonischen Romanze zu seinen filmischen Wurzeln zurück. In seinem achten Wettbewerbsbeitrag spielt 'Han Solo'-Filmsohn Adam Driver den titelgebenden Busfahrer, der von seiner in ihrer eigenen künstlerischen Traumwelt lebenden Frau Laura (Golshifteh Farahani) zum Gedichteschreiben animiert wird.

Clip aus "Paterson" (OF)

"Toni Erdmann" von Maren Ade
Was lange währt, wird endlich gut: Seit sieben Jahren war kein deutscher Film mehr im Wettbewerb von Cannes vertreten. Diese Durststrecke darf jetzt Maren Ade, die ebenfalls nach ihrem letzten Film „Alle Anderen“ sieben Jahre nicht mehr im Regiestuhl saß, eindrucksvoll beenden: Burgschauspieler Peter Simonischek spielt einen besorgten Übervater, der in der exzentrischen Gestalt seines Alter Ego Toni Erdmann versucht, seine spaßbefreite Businessfrau-Tochter (Sandra Hüller) aus der Reserve zu locken.

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