TV-Premiere von Marvels kleinstem Held: "Ant-Man"

Was wir bereits wissen
Wir verraten, wie Paul Rudd in seiner bisher größten Rolle für den Marvel-Hit auf Ameisengröße geschrumpft wurde.

Wie würde das Publikum wohl auf einen Ameisen-Mann reagieren? Peyton Reed war nervös. In den US-Medien gestand der Regisseur, der zuvor Komödien wie "Der Ja-Sager" inszeniert hatte, vor dem Kinostart seines Marvel-Films "Ant-Man" (Sonntag, 15. Mai, Sky Cinema HD, 20.15 Uhr), er könne sich gut vorstellen, dass die Kinogänger eine Ameise als Superheld auf einem Filmplakat ziemlich lächerlich finden und sich das Geld für die Eintrittskarte sparen würden.

Trailer "Ant-Man"

Dabei hatte sich Reeds Crew allergrößte Mühe gegeben, erstmals seit "Liebling, ich habe die Kinder geschrumpft" (1989) wieder einen gelungenen Film mit einem Helden im Miniformat zu präsentieren. Möglichst real sollte wirken, was der steinreiche Wissenschaftler Dr. Hank Pym (Michael Douglas) im Film entwickelt hat: Einen Spezialanzug, der seinen Träger auf Insektengröße schrumpft, aber mit enormen Kräften versieht.

Wie Ant-Man zum ersten Mal sein Superhelden-Kostüm anzieht

Pym gewinnt den frisch aus der Haft entlassenen Gauner Scott Lang (Paul Rudd) für einen riskanten Einsatz: Er soll in den Anzug schlüpfen und die Pläne des größenwahnsinnigen "Yellowjacket" Darren Cross (Corey Stoll) durchkreuzen.

Spezielle Mischung aus visuellen Effekten

Die Umsetzung erfolgte mit einer ganz speziellen Mischung aus visuellen Effekten. Anstatt Schauspieler wie einst beim "Liebling ..."-Film in übergroßen Kulissen agieren zu lassen, setzten die Macher auf Makrofotografie – eine Filmtechnik, die bei Tierdokumentationen verwendet wird: Spezielle Kameras und Linsen lassen kleinste Bereiche wie epische Landschaften erscheinen. Hauptdarsteller Paul Rudd wurde dann mittels Motion-Capture-Technik gefilmt und in diese Landschaften eingefügt.

"Für meine Szenen als Ameise stand ich eine Woche lang in einem Studio, umgeben von ungefähr 100 Kameras, die einen Kreis um mich bildeten", erzählt der 47-jährige Komödienstar ("Immer Ärger mit 40") von seiner bisher größten Rolle. "Dort musste ich alle Bewegungen für die Action im geschrumpften Zustand machen: Purzelbäume, Sprünge, etc. Und einfach meiner Fantasie freien Lauf lassen: Wie würde ich einem riesigen Fuß ausweichen, der auf mich zukäme? Ein an Seilen aufgehängter Sandsack diente als Ersatz für den Ameisenrücken, auf dem ich reite. Man kommt sich dabei schon ein bisschen albern vor, aber ich hatte vollstes Vertrauen in das Spezialeffekte-Team – dass sie es wie echt aussehen lassen würden." Immerhin: Ein Anzug mit reflektierenden Pingpong-Bällen, wie ihn etwa Andy Serkis als Gollum trug, war in diesem Fall nicht notwendig.

Ins Schwitzen kam Paul Rudd bei der Action allerdings schon: Mit einem Turner trainierte er Salti und das Abrollen bei Landungen, Kraft- und Cardiotraining kamen hinzu. "Zum Glück wollten sie wenigstens nicht, das ich zu muskulös aussehe", lacht Rudd. Umgeben wird der Ant-Man im Film von zahlreichen sechsbeinigen Ameisen, die allesamt computergeneriert sind. Nur die Bewegungen einiger echter Tiere wurden gefilmt, um eine Referenz zu haben.

Fortsetzung "Ant-Man and the Wasp"

Schon kurz nach dem Filmstart war klar: Peyton Reeds Sorge war unbegründet. Publikum und Kritiker mochten den Film mit seinem unorthodoxen Helden, dessen lustigem Gangster-Kumpel Luis (Michael Peña) und dem netten Flirt mit Pyms Tochter Hope (Evangeline Lilly), der sich 2018 in "Ant-Man and the Wasp" fortsetzen dürfte.

Und derzeit ist Ant-Man auch schon wieder im Kino zu sehen: In "The First Avenger: Civil War" wird er von Captain America für eine Aktion der Avengers angeheuert.

Warum muss ich "Ant-Man" sehen?

Dieser Film ist großes Kino mit einem kleinen Helden.

Wer sollte sich "Ant-Man" anschauen?

Alle, die den Anschluss an das Marvel Cinematic Universe nicht verlieren wollen.

Für Fans von ...

"Iron Man" (2008) und "Liebling ich habe die Kinder geschrumpft" (1989

Autoren: Dirk Oetjen / Anke Hofmann

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