Bremer "Tatort" am Pfingstmontag: ein wirrer Politthriller

Der einberufene Krisenstab arbeitet unter Hochdruck. (v.l.: Mitarbeiterin des Energieversorgers (Anna Stieblich), Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel), Kommissarin vom Dienst Helen Reinders (Camilla Renschke), Leiter des Krisenstabs Helmut Lorenz (Barnaby Metschurat), Hauptkommissar Stedefreund (Oliver Mommsen), Kommissar vom Dienst Joost Brauer (Werner Wölbern)
Der einberufene Krisenstab arbeitet unter Hochdruck. (v.l.: Mitarbeiterin des Energieversorgers (Anna Stieblich), Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel), Kommissarin vom Dienst Helen Reinders (Camilla Renschke), Leiter des Krisenstabs Helmut Lorenz (Barnaby Metschurat), Hauptkommissar Stedefreund (Oliver Mommsen), Kommissar vom Dienst Joost Brauer (Werner Wölbern)
Foto: © Radio Bremen/ARD Degeto/Svenja von Schultzendorff
Was wir bereits wissen
Großalarm in Bremen: Ökoterroristen drohen in "Der hundertste Affe" mit einem Anschlag. Da zählt jede Sekunde.

Sondereinsatz für die Bremer Kommissare Lürsen (Sabine Postel) und Stedefreund (Oliver Mommsen) im "Tatort: Der hundertste Affe" (Montag, 16. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste). Sie gehören zu einem Krisenstab, der eine Katastrophe verhindern soll. Es bleiben 13 Stunden: Jeder Fehler beim Wettlauf gegen die Zeit kann tödliche Folgen haben.

Was passiert im "Tatort: Der hundertste Affe"?

Der Biochemiker Dr. Urs Render (Manfred Zapatka) sitzt in Haft: Er hat das Labor seines Arbeitsgebers, eines Biotechnologiekonzerns, in Brand gesetzt, schweigt aber zu der Tat. Vor der Gerichtsverhandlung geht bei der Polizei per Mail eine Drohung ein. Zu sehen sind vermeintliche Opfer des Konzerns. Die Absender fordern von Dr. Render eine öffentliche Erklärung zu seiner Forschung und drohen, die Stadt andernfalls mit Anschlägen zu terrorisieren. Eiligst wird ein Krisenstab der Polizei gebildet, um die Katastrophe zu verhindern. Lürsen und Stedefreund bekommen dazu Verstärkung von der eigenwilligen BKA-Kollegin Linda Selb (Luise Wolfram).

Was ist das Besondere?

Gedacht ist dieser "Tatort" als brisanter Politthriller. "Zeit spielt eine große Rolle, denn es geht ja darum, eine Katastrophe zu verhindern", sagt Regisseur Florian Baxmeyer. "Folglich musste der Film durchgehend ein hohes Tempo haben."

Das gelingt recht gut. Leider bedient der wirre Krimi aber viele Klischees: Politiker und Konzernmanager sind skrupel- und charakterlos, während die Erpresser eigentlich edle Motive haben. Außerdem sind einige Szenen der Episode nicht sehr glaubwürdig: Flegelt sich etwa eine 62 Jahre alte Kommissarin während eines ernsten Krisengesprächs mit einem Staatssekretär und einem Konzernmanager in den Fensterrahmen? Wenig realistisch!

Wer ist dabei?

Als gebrochener Mann ist der Charakterdarsteller Manfred Zapatka die ideale Besetzung.

Luise Wolfram spielt die schnoddrige BKA-Ermittlerin Linda Selb, die mit ihrer eigenbrötlerischen Art aus einer anderen Welt zu stammen scheint. Dank ihrer Exzentrik sorgt sie für einige humorvolle Momente, wirkt jedoch polarisierend: Als Zuschauer wird man sie lieben – oder hassen. Extrem eigen wirkt auch Barnaby Metschurat als Leiter des Krisenstabs: eine kuriose Figur!

Wertung

"Der Ökothriller, dessen Titel sich im Film nur schwer erschließt, dürfte polarisieren. Der Wettlauf gegen die Zeit sorgt für Tempo, aber die konstruierte Geschichte und die überspannten Figuren gehen zulasten der Spannung. Der Film wirkt überambitioniert, das Team wollte zu viel." Thomas Kunze

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