Wie Hollywoodstars Wahlkampf machen

Hillary Clinton und Barack Obama
Foto: Mario Tama/Getty Images
Was wir bereits wissen
Wir haben uns mal im Web umgeschaut, wie sich die Hollywoodstars im aktuellen US-Wahlkampf positionieren und zu Wort melden.

Mit Ted Cruz und John Kasich sind alle verbliebenen Konkurrenten aus dem Rennen um die Kandidatur um die US-Präsidentschaft ausgestiegen, damit dürfte der Weg für Donald Trump auf Seiten der Republikaner frei sein. Bei den US-Demokraten hat Hillary Clinton mit Bernie Sanders immer noch eine ernstzunehmende innerparteiliche Konkurrenz.

Die derzeit spannendste Frage, die unter Politikbeobachtern in Washington gestellt wird, wen wird Donald Trump zu seinem "running mate" küren - zum Kandidaten als Vizepräsidenten. Ganz unbescheiden wie wir ihn kennen, hat sich Charlie Sheen bereits im vergangenen Sommer selbst ins Gespräch gebracht:

Die Komikerin Sarah Silverman erklärt in der Talkrunde mit Bill Maher, warum sie den Demokraten Bernie Sanders unterstützt - er sei in einem System, in dem alle auf Doping setzen um konkurrenzfähig zu sein, der einzige, bei dem die Probe negativ ausfalle und damit die einzig wahre Alternative.

Sarah Silverman über Bernie Sanders

Normalerweise kommen Schauspieler in die Late-Night-Shows, um ihre neuen Filme zu promoten. Doch im Gespräch mit Gastgeber Stephen Colbert berichtet GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Susan Sarandon von einer enttäuschten Beziehung zu Hillary Clinton - die sie beendet musste. "Ich traue ihr nicht", gibt sie unumwunden zu. Schuld daran seien vor allem ihre Entscheidung, im Senat für den Militäreinsatz im Irak zu stimmen. Doch sie muss auch den Spott von Colbert ertragen: Der kommt nicht umhin, ihre Verehrung für Bernie Sanders mit einer religiösen Ikone zu vergleichen.

Susan Sarandon über Hillary Clinton

Unser diesjährige GOLDENE KAMERA-Preisträgerin Julianne Moore zählt dagegen zum "Team Clinton":

Kann man Politik kaufen?

Schaut man sich die Summen an, die in einem US-Präsidentschaftswahlkampf umgesetzt werden, drängt sich dieser Eindruck auf. Mit einer Spendengala in ihrer Villa haben Filmstar George Clooney und seine Frau, die Menschenrechts-Anwältin Amal Clooney, die Wahlkampfkasse von Hillary Clinton aufgebessert. Bis zu 353.400 US-Dollar, umgerechnet rund 315.000 Euro, bezahlten zwei Personen für ein Ticket, um einen Abend mit der demokratischen Kandidatin zu verbringen. Kann man da ernsthaft erwarten, dass die Spender keine Gegenleistung erwarten? "Die gute Nachricht, ich werde nicht selber kochen", scherzte Clooney noch in der Einladung.

Dass deutsche Schauspieler dem "Bericht aus Berlin" ein zehnminütiges Interview geben, ist hierzulande nahezu ausgeschlossen, aber Clooney sah sich veranlasst, sein Engagement öffentlich zu legitimieren. Clooney betont zwar in der Show "Meet the Press" gegenüber Moderator Chuck Todd, es ginge ihm vor allem darum, den US-Kongress eine demokratische Mehrheit zu erreichen - doch so ganz kann er den Widerspruch nicht auflösen, warum er sich an einem System beteiligt, das auf - so wörtlich - "obszön hohen Geldsummen" basiert und daher abzulehnen sei.

George Clooney bei "Meet the Press"

Ist "Feel the Bern" das neue "Yes, we can"?

Der andere demokratische Präsidentschaftskandidat, Bernie Sanders, der von sich selbst sagt, er sei ein Sozialist (und das ist in den USA eher ein Schimpfwort!), steht für politische Versprechen wie kostenlose Universitäten. Sein Hauptthema ist die Ungerechtigkeit im politischen System, das Chancen mit Geldvermögen verwechselt. Er lehnt genau diese Spendenpartys ab - auch Spenden von Konzernen oder Banken. Nach eigener Aussage beliefen sich 99 Prozent des Gesamtvolumens auf jeweils weniger als 250 US-Dollar pro Einzelspende.

Auch Regisseur Spike Lee hat das "Feel the Bern!"-Gefühl - wie ein offizielle Wahlkampfslogan von Sanders lautet. Er gibt dem Demokraten wohl gleich doppelt seine Stimme - an der Wahlurne und in diesem Radiospot:

Der entspannte Präsident

Unterdessen präsentiert sich der scheidende Amtsinhaber, Barack Obama, als passabler Stand-up-Comedian. Beim jährlichen Dinner mit den im Weißen Haus akkreditierten Journalisten ist es Usus, dass der "Commander-in-Chief" verbal und ohne Samthandschuhe austeilt. Eine ordentliche Prise Selbstironie gehört auch dazu, so eröffnete Obama seine Rede so: "Heute ist das mein achtes und letztes Dinner. Wenn das heutige Material gut funktioniert, werde ich es nächstes Jahr bei Goldman Sachs nochmal verwenden und mir eine goldene Nase verdienen."

Aber auch Donald Trump bekommt sein Fett weg. Einen Zweifel daran, dass ihm Clinton ins Weiße Haus folgt, hegt Obama indessen nicht: "Nächstes Jahr um diese Zeit wird jemand anderes an dieser Stelle stehen, und jeder rätselt, wer sie wohl sein wird."

Ein Highlight seiner Rede ist ein Video, in dem Obama seine Zeit nach seiner Präsidentschaft plant - und schon jetzt ein viraler Hit im Netz ist.

Was Obama nach seiner Amtszeit plant

Autor: Michael C. Starke/WSFT

Liam Neeson auf Rachefeldzug

Liam Neeson
Foto: Dimitrios Kambouris
Der Hollywood-Star übernimmt die Hauptrolle im US-Remake des norwegischen Thrillers "Einer nach dem anderen".
Mehr lesen