"Tatort: Das Recht, sich zu sorgen": gleich drei Fälle auf einmal

Die Kriminalhauptkommissare Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) und Felix Voss (Fabian Hinrich sprechen über den Fall.
Foto: © BR/Claussen+Putz Filmproduktion GmbH/Hagen Keller
Was wir bereits wissen
Auftakt für den zweiten Franken-"Tatort" (22. Mai, 20.15 Uhr, Das Erste), dessen Premiere im letzten Jahr bombig einschlug: gefeiert von der Kritik und mit zwölf Millionen Zuschauern belohnt.

Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) teilen sich die Leitung der Nürnberger Mordkommission, die überregional in ganz Franken ermittelt. "Das Recht, sich zu sorgen" spielt diesmal in Nürnberg, Würzburg und Umgebung. "Das ist durchaus nah an der Realität", erläutert Fabian Hinrichs, "weil das einzige Kommissariat, das in Franken ausschließlich für Tötungsdelikte zuständig ist, in Nürnberg sitzt".

Was passiert im Franken-"Tatort"?

An einem Sommermorgen findet Wirtstochter Steffi Schwinn ihre Mutter erwürgt in der Gaststube des Ausflugslokals. Zeitgleich stößt ein Doktorand in der Knochensammlung des Instituts für Anatomie der Universität Würzburg auf einen fremden Schädel, der eindeutig nicht zum Skelett passt. Damit nicht genug: Vor dem Nürnberger Polizeipräsidium schlägt eine Frau ein Zelt auf, um dagegen zu protestieren, dass die Polizei sich weigert, ihren vermissten erwachsenen Sohn zu suchen. Gibt es etwa einen Zusammenhang mit dem Schädelfund? Und wo versteckt sich der Wirt, der dringend tatverdächtig ist, seine Frau ermordet zu haben?

Trailer "Tatort: Das Recht sich zu sorgen"

Was ist das Besondere?

Gleich drei Fälle auf einmal sind es diesmal. Sie handeln von der Sehnsucht, nicht allein zu sein, und vom Recht darauf, sich zu sorgen. Die Tochter möchte ihren Vater schützen, die Frau im Zelt endlich Gewissheit. Auch der vertauschte Schädel ist letztlich ein (schauriger) Liebesbeweis. So viele Erzählstränge machen es für den Zuschauer nicht leicht, den Überblick zu behalten.

Wer ist dabei?

Auffällig ist, wie zurückhaltend Dagmar Manzel und Fabian Hinrichs diesmal spielen. "Ich finde das ganz abwechslungsreich. Ich habe ja oft äußerst extrovertierte, manchmal aber auch schweigsame, zurückhaltende Charaktere gespielt," sagt Hinrichs.

Als Kripo-Leiter sind die beiden zudem die Einzigen, die nicht fränkisch gefärbt, sondern Hochdeutsch sprechen. "Ich hätte mir den Dialekt antrainieren können", so Hinrichs, "aber das klänge ja immer sehr albern. Leitende Polizisten werden oft überregional besetzt. Man merkt aber trotzdem, wo der Film verortet ist." Das stimmt. Dafür sorgt schon Spurensicherer Michael Schatz (Matthias Egersdörfer) als fränkisches Original. Lieblingsspruch: "I frei mi wie a glans Schnitzel."

Wertung

"Nach dem Hype um die "Tatort"-Action in Til Schweigers Filmen scheint hier geradezu provokant das Motto zu gelten: In der Ruhe liegt die Kraft. Etwas Tempo hätte dem Krimi nicht geschadet. Die Vertracktheit der Fälle und die genaue Zeichnung der Charaktere machen es größtenteils wett." Sabine Ulrich

Premiere für Matthias Matschke als "Polizeiruf"-Kommissar

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Foto: © MDR/Christine Schroeder
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