"Warcraft"-Regisseur Duncan Jones: "Dieser Film war ein Marathon"

Was wir bereits wissen
Mit Spannung erwartet: Die spektakuläre Game-Verfilmung "Warcraft: The Beginning" muss nicht nur Fans überzeugen.

Millionen Fans auf der ganzen Welt, 50 Millionen Google-Suchanfragen pro Jahr, aktive Spieler in 244 Ländern und Regionen: Das "Warcraft"-Franchise bricht seit Veröffentlichung des ersten Spiels im Jahr 1994 immer wieder Rekorde.

Trailer-Show zu "World of Warcraft"

Kein Wunder also, dass Hollywood auf den Stoff aufmerksam wurde. Doch bis zum Kinostart (26. Mai 2016) war es ein langer, steiniger Weg: Nach der ersten Ankündigung im Mai 2006 und diversen Drehbuchüberarbeitungen fiel die erste Klappe am 13. Januar 2014. Zur Überraschung vieler Branchenkenner wurde nach dem Ausstieg von Sam Raimi ("Spider-Man") Independent-Filmer Duncan Jones als Regisseur für das über 100 Millionen Dollar teure Projekt an Bord geholt.

2. Trailer zu "Warcraft: The Beginning"

Duncan Jones im Interview

Mr. Jones, wie haben Sie sich diesen Job unter den Nagel gerissen?

Ich bin seit 20 Jahren "Warcraft"-Fan – seit der Veröffentlichung des ersten Spiels! Als Sam Raimi absprang, gab es für mich kein Halten mehr. Und tatsächlich konnte ich das Studio überzeugen, dass ich der Richtige für den Job bin.

Nun müssen Sie aber auch noch die weltweite Fangemeinde überzeugen ...

Und das ist natürlich ein gewaltiger Anspruch. Aber tatsächlich sind viele der Menschen, die an diesem Projekt mitarbeiten, Fans des Spiels. Und wir hatten von Anfang an das Gefühl, dass wir wissen, was die Fans wollen. Für mich bestand die Herausforderung darum eher darin, dass der Film eigenständig funktionieren muss – also auch für ein Publikum, das keine Ahnung vom "Warcraft"-Universum hat.

Wie sind Sie diese Herausforderung angegangen?

Als Filmemacher möchte ich Geschichten und Figuren erschaffen, die dem Publikum am Herzen liegen. Vor diesem Hintergrund war es für mich sehr wichtig, dass ich das Drehbuch überarbeiten durfte.

Was war denn der wichtigste Aspekt bei der neuen Drehbuchfassung?

Ursprünglich gab es die klassische Aufteilung in Gut und Böse – die Helden auf der einen Seite, die Fieslinge auf der anderen. Jetzt erlebt man den Kampf von beiden Seiten aus, und es gibt auf beiden Seiten Helden. Das ist meiner Meinung nach eine sehr ungewöhnliche Herangehensweise, aber es ist typisch für das "Warcraft"-Universum.

Duncan Jones im Video-Talk zu "Warcraft: The Beginning"

Was halten Sie von den Diskussionen darüber, dass Spiele wie "Warcraft" abhängig machen?

Grundsätzlich kann jede Art von sozialer Interaktion im Netz süchtig machen. Die Möglichkeit, sich unmittelbar mit Menschen auszutauschen, die die gleichen Interessen haben, beschränkt sich ja nicht auf "Warcraft" oder andere Games. Meiner Meinung nach geht es immer darum, Kontakte zu Gleichgesinnten zu knüpfen.

Aber warum übt gerade "Warcraft" einen solchen Reiz aus?

Es ist nun mal ein sehr gut gemachtes Spiel, bei dem man Aufgaben gemeinsam in einer Gruppe bewältigt und konstant Erfolge erzielt. Natürlich sollte jeder verantwortungsvoll damit umgehen und sich überlegen, wie viel Zeit er online verbringt – ganz gleich, ob mit Games oder eben mit Twitter, Facebook und Co. Man sollte die echte Welt da draußen nicht vernachlässigen.

Gab es für Sie beim Dreh eine besondere Herausforderung?

Ja, die Mischung aus echten Akteuren und computeranimierten Figuren. Am Set gab es immer eine Gruppe von kostümierten Schauspielern und eine andere Gruppe in Motion-Capture-Anzügen mit weißen Klebepunkten an Gesicht und Körper, über die ihre Bewegungen aufgezeichnet wurden. Wir brauchten eine ganze Weile, um uns an diesen seltsamen Anblick zu gewöhnen.

Es wird bereits heiß über ein Sequel diskutiert. Würden Sie gern erneut Regie führen?

Auf jeden Fall. Klar, dieser Film war ein Marathon, in den ich mehr als drei Jahre harter Arbeit investiert habe. Einige unserer Schauspieler haben schon drei oder vier neue Filme gedreht, seit bei uns die erste Klappe fiel. Aber selbst wenn es noch mal mehrere Jahre in Anspruch nehmen sollte: Ich würde wahnsinnig gern auch die Fortsetzung drehen!

Interview: Svenja Runciman

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