Der böse Ösi: Nicholas Ofczarek

"Meine fremde Frau": Bauunternehmer Toni Lorant (Nicholas Ofczarek) wird von seiner Frau Gloria (Jasmin Gerat) gedeckt.
Foto: ZDF
Was wir bereits wissen
Wenn in einer deutschen TV-Produktion die Rolle eines Bösewichts besetzt werden muss, dann hat ein Österreicher aktuell scheinbar immer gute Chancen, das Casting für sich zu entscheiden: Nicholas Ofczarek.

Auch im ZDF-Drama „Meine fremde Frau“ (hier in der ZDF-Mediathek abrufbar) verkörpert der 45jährige Ofczarek keinen Sympathieträger. Er spielt den stinkreichen Wiener Bauunternehmer Toni Lorant, der verdächtigt wird, eine Krankenpflegerin angefahren zu haben und versucht, die Schuld auf seine Frau abzuwälzen. Staatsanwalt Bruno Hofer (Harald Krassnitzer), der Ehemann des Unfallopfers mit Gedächtnisverlust (Ursula Strauss), kauft ihm aber den Unschuldigen nicht ab. Im Zuge der Ermittlungen hat Hofer dann noch ganz andere Enthüllungen zu verarbeiten. Nicholas Ofczarek überzeugt, wie gewohnt, als selbstherrlicher und skrupelloser Geschäftsmann, doch eine echte Herausforderung dürfte der Part als fieser Nebendarsteller für ihn nicht gewesen sein.

Ganz anders als jüngst die Hauptrolle im Frankfurter „Tatort“. In „Die Geschichte vom bösen Friedrich“ glänzte Ofczarek als psychisch gestörter Serienkiller, der sich an Kommissarin Anna Janneke (Margarita Broich) rächen will. Der verheiratete Familienvater (eine Tochter mit der österreichischen Schauspielerin Tamara Metelka) hat scheinbar kein Problem damit, sich in abgründige Persönlichkeiten hineinzuversetzen. „Als Schauspieler ist es meine Aufgabe, auch einen so widerwärtigen Menschen zu mögen und zu verstehen, in all seinem Tun“, erklärte "Niki" Ofczarek dem Kölner EXPRESS. „Der Mann zeigt keinerlei Empathie und kennt keine Grenzen. Ein Geschenk, so etwas spielen zu dürfen.“

Im letzten Jahr überzeugte das feste Ensemble-Mitglied im renommierten Wiener Burgtheater als litauischer Menschenhändler in der internationalen Koproduktion „The Team“. Hätte es hinterher eine Befragung beim Publikum gegeben, wäre es sicher davon ausgegangen, dass hier ein gebürtiger Russe den Mafiosi spielt – und nicht ein Österreicher.

Die Angst spielt immer eine große Rolle

Psychische Abgründe sind dem privaten "Niki" nicht ubekannt. Gegenüber dem Österreichischen Magazin "Profil" gab er unumwunden zu, regelmäßig mit seinen persönlichen Ängsten zu kämpfen: "Ich glaube, jeder Mensch hat diesen Zustand der Angstbesetztheit, dieses Nicht-mehr-Könnens schon einmal erlebt. Der nächste Schritt ist, sich das auch einzugestehen und Hilfe zu suchen.“ Für Ofczarek ist die regelmäßige Psychotherapie ein Weg „um wieder frei zu werden“. Auf diesem Weg hat er schon einige Therapeuten verschlissen, will das aber nicht überbewertet wissen.

In seinem Heimatland ist Ofczarek in erster Linie ein gefeierter Bühnenstar, der mehrfach Theater-Auszeichnungen entgegen nehmen durfte. Von 2010 bis 2012 spielte er bei den Salzburger Festspielen den "Jedermann". Erst in den letzten Jahren war er häufiger in Film und Fernsehen zu sehen. Immer, wenn Lars Becker („Nachtschicht“) Regie führt, ist die Wahrscheinlichkeit besonders groß, dass der Sohn eines Opernsängers eine Theaterpause macht und vor der Kamera steht, wie auch bei „Meine fremde Frau“. Auch bei den beiden ZDF-Thrillern "Unter Feinden" (2013) und "Zum Sterben zu früh" (2015), in denen Nicholas Ofczarek als korrupter Kiezbulle an der Seite von Fritz Karl zu sehen war, hieß der Regisseur Lars Becker.

Wer glaubt, dass der gebürtige Wiener auf fiese Charaktere in düsteren Thrillern festgelegt ist, liegt aber gehörig daneben. Sein komödiantisches Talent hat er in der Vergangenheit ebenfalls mehrfach unter Beweis gestellt, wie in der schwarzhumorigen Serie „Braunschlag“ oder der Satire-Reihe „Bösterreich“. Letztere ist auch als Web-Comedy auf Youtube abrufbar.

Bösterreich: Richtiges Benehmen im Puff mit Nicholas Ofczarek und Robert Palfrader.

Der nächste Tatort-Dreh (wohl mit Wotan Wilke Möhring) ist bereits fest geplant. Vielleicht darf „der Schurke vom Dienst“ diesmal den edlen Helden spielen. Doch das dürfte wohl eher unwahrscheinlich sein. Der Ösi spielt den Bösen einfach zu gut.

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Anduin Lothar (Travis Fimmel) in "Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
Orgrim (Robert Kazinsky) in "Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
Anduin Lothar (Travis Fimmel) und Garona (Paula Patton) in "Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
Travis Fimmel ist Anduin Lothar in "Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
"Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
Orc Durotan ( Toby Kebbell) in "Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
Garona (Paula Patton) in "Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
King Llane Wrynn (Dominic Cooper) in "Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
"Warcraft: The Beginning". © Universal Pictures International
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