"Zombietrio" im "Tatort" aus Berlin

Robert Karow (Mark Waschke) und Nina Rubin (Meret Becker) auf den Straßen Berlins.
Robert Karow (Mark Waschke) und Nina Rubin (Meret Becker) auf den Straßen Berlins.
Foto: © rbb/Frédéric Batier
Was wir bereits wissen
Drei renitente Teenager bringen im "Tatort: Wir - Ihr - Sie" (5. Juni, 20.15 Uhr, Das Erste) alle zur Verzweiflung.

Es gab viel Kritik am zweiten Einsatz des neuen Berliner Kommissarduos Meret Becker und Mark Waschke. Zu viel Sex, zu düster. Viele störte auch die "horizontale Erzählweise", bei der Probleme der Figuren von Film zu Film weiter thematisiert werden. Wer soll sich das merken, wenn zwischen den Fällen Monate liegen – wie beim "Tatort" üblich? Die Macher haben gelernt und erleichtern den Einstieg mit einer Zusammenfassung à la "Was bisher geschah". Sehr angenehm!

Was passiert im "Tatort: Wir - Ihr - Sie"?

Katharina Werner wird im Parkhaus eines Shoppingcenters vorsätzlich überfahren. Auf den Überwachungskameras erkennt man einen Jeep, aber nicht den Fahrer. Nina Rubin (Meret Becker) übernimmt den Fall wieder mit Robert Karow (Mark Waschke). Der kam am Ende der letzten Berliner Folge zwar in Untersuchungshaft, kann sich aber mit einem spektakulären Video selbst entlasten.

Verdächtig ist zunächst die Halterin des Jeeps. Sie war mit der Toten befreundet – und hat mit deren Mann eine Affäre. Dann stoßen die Kommissare auf drei Mädchen, die sich zur Tatzeit im Parkhaus aufhielten. Das Opfer ist die Mutter eines Klassenkameraden. Doch welches Motiv sollten die drei für den Mord haben?

Was ist das Besondere am Berliner "Tatort"?

"Die Stadt ist der Hauptdarsteller. Man nutzt die Geschichte, um die Widersprüche, die Porosität, den pulsierenden Wahnsinn dieser Stadt zu erzählen. Das macht Spaß", sagt Mark Waschke. Die drei verdächtigen Mädchen lassen sich lebensgierig durch diese Großstadt treiben – und wirken doch wie ein Zombietrio, dem jede Bodenhaftung fehlt. Mitleid mit dem Klassenkameraden Ben, dem Sohn der Toten? Fehlanzeige. Das Verhältnis zu den Eltern? Schlecht. Nichts ist so wichtig wie der Zusammenhalt mit den Freundinnen und das eigene Handy. Die Kälte zwischen den Generationen trägt das Geschehen höchst glaubwürdig.

Wer ist dabei?

Dem Gletscherblick von Mark Waschke kann man sich kaum entziehen. Faszinierend, wie er seinem undurchsichtigen Kripomann neue Facetten beimischt. Meret Becker als warmherziger Gegenpart hält das gute Niveau ebenfalls.

Wertung

"Das wahre Verbrechen ist die Sprachlosigkeit unter den Generationen. Die jungen Leute wollen "Party machen", die Erwachsenen greifen nicht ein, weil sie mit sich selbst beschäftigt sind. So verlieren sich alle, und der Mord geschieht beinahe nebenher. Sehr spannend, erschreckend gut umgesetzt." Sabine Ulrich

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