Patrick Stewart geht unter die Neonazis: "Green Room"

Richtig böse: Patrick Stewart (75) als Neonazi-Anführer Darcy in "Green Room"
Foto: © Universum Film
Was wir bereits wissen
So abgrundtief böse wie in diesem packenden Survival-Thriller haben Sie den sympathischen Ex-Captain der Enterprise noch nie gesehen! Ab 2. Juni im Kino...

Eigentlich kennen wir Sir Patrick Stewart als britischen Gentleman der Traumfabrik. Der 1940 in West Yorkshire geborene Charaktermime ist seit 1966 Mitglied der Royal Shakespeare Company und trat 1987 als besonnener Captain Jean-Luc Picard in "Raumschiff Enterprise - Das nächste Jahrhundert" selbstbewusst das Erbe von Über-Kultfigur William "Captain Kirk" Shatner an. Staatsmännische Genre-Souveränität verströmte Stewart auch ab 2000 in der "X-Men"-Rolle des Mutanten-Übervaters Charles Francis Xavier alias Professor X. Doch mit den guten Manieren ist es jetzt vorbei! Für den knallharten Survival-Thriller "Green Room" (Kinostart: 2. Juni) hat der 75-Jährige seine schauspielerische Komfortzone eindrucksvoll verlassen, um dem Bösen in Menschengestalt ein weiteres unvergessliches Filmgesicht zu bescheren.

Darum geht's in "Green Room"

Mit seiner Underground-Punkband bereist Pat (Anton Yelchin) die Kleinstädte Oregons, um mit Auftritten in schäbigen Bars wenigstens das Benzingeld einzuspielen. Daher sagen sie auch sofort zu, als sie ein lukratives Angebot für einen Festival-Gig in einem abgelegenen Club bekommen. Dass es sich beim Publikum um rechtsextreme Skinheads handelt, wird erst zum tödlichen Problem, als sie nach ihrem Auftritt in den Green Room (zu deutsch: Künstlerumkleide) zurückkehren und dort ein brutal ermordetes Mädchen vorfinden. Mit dessen Skinhead-Freundin Amber (Imogen Poots) verbarrikadieren sie sich, denn Club-Betreiber und Chef-Neonazi Darcy (Patrick Stewart) gibt unmissverständlich und mit drastischen Mitteln zu erkennen, dass er nicht gewillt ist, die Mordzeugen am Leben zu lassen.

2. Trailer zu "Green Room" (OF) (Kinostart: 2.6.2016)

Nachdem Regisseur Jeremy Saulnier 2013 mit dem Rache-Thriller "Blue Ruin" bereits ein packendes Suspense-Szenario im Arthouse-Gewand inszeniert hat, legt er mit "Green Room" einen konsequent zugespitzten Genrefilm vor, der es ihm ermöglicht, die Intensitätschraube auf Anschlag anzuziehen. Unter diesem Gesichtspunkt sind die extremen Gewaltausbrüche, die sich dem zunehmend angespannt mitfiebernden Zuschauer unvermittelt in die Netzhaut brennen, auch kein effekthaschender Selbstzweck, sondern perfide Suspense-Stilmittel, die kompromisslos illustrieren, dass sich unsere Antihelden in einem existententialistischen Ausnahmezustand fernab zivilisatorischer Grundregeln befinden. In solch einem Konzeptfilm-Szenario ist auch nachvollziehbar, dass die situations- und milieugetreu gezeichneten Punkrocker schablonenhaften Neonazis gegenüber stehen. Als Führer dieser Personifikationen des Bösen brilliert Patrick Stewart, der in seinen Auftritten eine dämonische Präsenz entfaltet, die auch für den Schauspieler selber den zusätzlichen Reiz des "Green Room"-Horrortrips ausmacht ...

Character-Feature zu "Green Room" (OF)

Wer sollte sich "Green Room" anschauen?

Alle, die einen starken Magen haben und empfänglich dafür sind, dass drastische Gewaltdarstellungen ein extrem wirkungsvolles Suspense-Stilmittel sein können.

Warum muss ich "Green Room" sehen?

Weil Nervenkitzel im zeitgenössischen Kino selten so konsequent ausgespielt wird und Sympathieträger Patrick Stewart mit begeisterndem Schmackes gegen sein Image anspielt.

Für Fans von...

"Eden Lake" mit Michael Fassbender und "American History X" mit Edward Norton

Die GOKA-Wertung

Emily Blunt ist die neue Mary Poppins

Schauspielerin Emily Blunt (33)
Foto: ©Pascal Le Segretain/Getty Images
Der Hollywood-Star übernimmt die Hauptrolle in einer Neuauflage des Klassikers
Mehr lesen