Joanne Froggatt: "Das Leben auf Downton Abbey geht weiter, aber leider ohne uns"

Joanne Froggatt (35)
Joanne Froggatt (35)
Foto: © Theo Kingma
Was wir bereits wissen
Mit Staffel sechs feiert "Downton Abbey" sein großes Finale. Doch die Geschichte könnte weitergehen …

Tränen gehören zu „Downton Abbey“ wie Tweedsakkos und Silberbesteck. Jetzt können die Zuschauer miterleben, wie "Downton Abbey" Abschied nimmt. Die finale sechste Staffel und das letzte Weihnachtsspecial feiern TV-Premiere (3. Juni, 21 Uhr, Sky Atlantic HD).

In der britischen Adelssaga ist mittlerweile das Jahr 1925 angebrochen. Der gesellschaftliche Umbruch schreitet weiter voran. Robert Crawley (Hugh Bonneville) hat einmal mehr Probleme, seinen prunkvollen Wohnsitz Downton Abbey zu finanzieren – ein gravierender Personalabbau scheint unumgänglich. Zumindest eine Hochzeit sorgt in diesen turbulenten Zeiten für einen Hoffnungsschimmer.

Trailer zur 6. Staffel "Downton Abbey"

Mit bisher 11 Emmys gehört "Downton Abbey" zu den erfolgreichsten Serien der vergangenen Jahre. Für viele wurde sie zum Sprungbrett. Lily James (Lady Rose) etwa verließ die Serie 2015 für Disneys Kinoproduktion "Cinderella", derzeit dreht sie den Gangsterfilm "Baby Driver" mit Kevin Spacey. Michelle Dockery (Lady Mary) geht im Sommer mit ihrer TNT-Serie "Good Behavior" auf Sendung. Und Joanne Froggatt verdankt ihrer Rolle in "Downton Abbey" einen Golden Globe.

Joanne Froggatt in "Downton Abbey"

In "Dark Angel", der Miniserie über Großbritanniens erste Serienkillerin Mary Ann Cotton, übernimmt Joanne Froggatt die Hauptrolle. "Eindeutig der krasse Gegensatz zu Anna Bates", sagt sie lachend im Interview mit GOLDENE KAMERA-Reporterin Anke Hofmann. "Das Leben auf Downton Abbey geht weiter, aber leider ohne uns."

Wer weiß. Denn Produzent Gareth Neame verrät im Gespräch: "Wir haben bereits über eine Filmfortsetzung diskutiert. Es gibt noch keine konkreten Pläne, aber geschichtlich stünde uns natürlich sehr viel Raum offen." Die Weltwirtschaftskrise 1929 etwa, so Neame weiter, wäre nur wenige Jahre entfernt. Das große Finale von "Downton Abbey" – womöglich ist es doch nur der Anfang vom Ende.

Joanne Froggatt im Interview

Erinnern Sie sich noch an Ihren letzten "Downton Abbey" Tag?

Ja, das war im August 2015. Meine Szene endete schon morgens, aber die anderen der "Downstairs" Darsteller drehten noch bis abends. Und ich erinnere mich noch, wie ich allen sagte: "Ach, es fühlt sich gar nicht wie mein letzter Tag an. Es fühlt sich an wie jeder normale Drehtag!" Aber sobald der Regisseur "Cut!" sagte und (Creator) Julian Fellowes und (ausführender Produzent) Gareth Neame mit einem Blumenstrauß und einer Abschiedsrede – was zur Tradition geworden ist – auf mich zukamen, konnte ich nicht einmal Danke sagen, sondern brach nur noch in Tränen aus. Es war sehr emotional. Und es ging nicht nur mir so. Als am Abend Jim Carter an der Reihe war, brachte er auch keinen Ton vor lauter Emotionen raus. Selbst die abgehärtetsten Mitglieder des Drehteams hatten feuchte Augen! Aber wir fühlten auch einen unheimlichen Stolz, dass wir sechs Jahre lang ein Serie drehen konnten, die nicht nur populär war, sondern den Zuschauer so zu Herzen ging.

Trauern Sie noch, oder haben Sie schon sozusagen ein neues Leben angefangen?

Mein letzter "Downton Abbey" Tag war ein Freitag, und am Montag fing ich schon einen neuen Job an: eine Miniserie namens "Dark Angel." Ich spiele Großbritanniens erste weibliche Serienmörderin in der Viktorianischen Ära, Mary Ann Cotton. Eindeutig der krasse Gegensatz zu Anna Bates (lacht). Aber das war die beste Medizin gegen die Trauer.

Hat es Ihnen gefallen, wie "Downton Abbey" und Anna Bates Geschichte endet?

Ja, sehr sogar. Alle Figuren enden mit einer guten Geschichte. Natürlich nicht unbedingt mit einem Happy Ending. Und einige Handlungen bleiben noch offen, aber der Zuschauer wird hoffentlich zufrieden sein. Julian (Fellowes) war sehr clever, dass er ein Ende geschrieben hat, dass sich nicht unbedingt wie ein Ende anfühlt. Das Leben auf Downton Abbey geht weiter, aber leider ohne uns.

Haben Sie ein Souvenir vom Set mitgenommen?

Nein, weil die Requisiten meistens nur ausgeliehen sind und nach dem Drehen wieder zurückgegeben werden müssen. Und Annas Kostüme ist auch nicht unbedingt die Mode, die ich zu Hause oder beim Shoppen tragen würde (lacht).

Was sind Ihre Zukunftspläne?

Mit meinem Mann nach Los Angeles zu ziehen. Erstens ist das Wetter dort sonniger. Und zweitens macht es für meinen Job Sinn. Es gibt in Amerika doch besser Möglichkeiten für eine Schauspielerin.

Interview: Anke Hofmann

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