Jack Black: "Ich sehe Tenacious D als Rock-Ärzte, und die Welt ist unser Patient!"

Jack Black (46) ist Leadsänger der komödiantischen Band Tenacious D
Jack Black (46) ist Leadsänger der komödiantischen Band Tenacious D
Foto: © Theo Kingma
Was wir bereits wissen
Ein Interview mit Jack Black ist nicht nur ein Interview. Es ist ein "Happening". Er ist lustig und nimmt sich nicht zu ernst, sondern fängt auch gerne mitten im Satz zu Singen an ...

Die komödiantische Band Tenacious D gibt sich die Ehre und steht live am 3. Juni bei Rock am Ring (Mending Airfield) und am 4. Juni bei Rock am Park (Zeppelinfeld) auf der Bühne.

Tenacious D: "Kickapoo" (live)

GOLDENE KAMERA-Reporterin Anke Hofman hat den singenden Schauspieler und Leadsänger Jack Black zum Interview getroffen.

Interview mit Jack Black

Sie sind mit Ihrer Band Tenacious D auf Europatour und stehen heute und morgen in Deutschland auf der Bühne. Worauf freuen Sie sich am meisten?

Ich liebe es zu rocken. Ich sehe Tenacious D als Rock-Ärzte, und die Welt ist unser Patient! Es gibt ein paar Fleckchen Erde, die mehr Rock-Medizin brauchen als andere, und wir haben globalen Bereitschaftsdienst (lacht). Wir freuen uns total, nicht nur auf die Auftritte in Rock am Ring und Rock im Park, sondern auch weil unser Meisterwerk-Film – "Tenacious D in the Pick of Destiny" – sein 10. Jubiläum feiert! Damals wurde der Film von den Kritikern total zerrissen, aber es gibt Menschen in dieser Welt, die – genau wie ich – finden, dass es der beste Film aller Zeiten ist!

Wie erklären Sie es sich, dass Tenacious D in Deutschland so beliebt ist?

Ich weiß auch nicht, warum Deutsche uns so berauschend und unwiderstehlich finden, aber sie haben uns in ihre Kultur aufgenommen und ihre Herzen geöffnet. Und dafür bin ich unendlich dankbar.

Wie würden Sie Ihre Musik beschreiben?

Rock, mit Tendenz zum Prog-Rock (Progressive Rock) und einer Prise Schmalz (lacht). Unsere Musik hat etwas melodramatisches an sich. Sehr triumphierend und grandios. Ich zähle mich eindeutig selbst zu einem Progger!

Üben Sie jeden Tag auf Ihrer Gitarre? Trainieren Sie Ihre Stimmbänder unter der Dusche?

Ich singe oft und viel. Es ist fast schon ein Zwang. Zum Glück gibt es das iPhone – Danke, Steve Jobs! – womit ich jederzeit aufnehmen kann, wenn mir eine neue Melodie in den Kopf kommt.

Waren Sie als Kind schon ein Mozart?

Ich habe ein Jahr lang Klavier gelernt – bis ich die Melodie von "Der rosarote Panther" spielen konnte. Das war mein Ziel. Und dann habe ich das Klimpern an den Nagel gehängt, was ich bis heute bereue. Ich wollte auch immer Beethovens Mondscheinsonate lernen, vielleicht komme ich irgendwann noch dazu ...

Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Lieblingssong?

Das ist zwar ein bisschen peinlich - und ich hoffe, dass ich nicht zu sehr dafür verurteilt werde - aber als 7-Jähriger liebte ich den ABBA Song "Take a Chance on Me" (lacht).

Und heute?

Ich mag Radiohead. Bono hat ihre Musik als heilig bezeichnet, und ich stimme ihm voll zu. Aber alle Großen Songs haben etwas Magisches an sich, und nicht umsonst zählen deren Interpreten zu den Großen Musikern, weil ihre Inspiration ihre Träume sind und nicht der kommerzielle Dreck.

Zählen Sie sich selbst auch zu einer musikalischen Größe?

(Lacht) Natürlich nicht! Ich bin eher ein Clown – bei allem Respekt vor diesen Beruf. Ich möchte lieber ein Publikumsliebling sein als eine musikalische Größe. Ich unterhalte andere zu gerne. Und wenn ich dabei mit Rock ihren Geist öffnen und ihre Seelen vertiefen kann, umso besser.

Apropos Rock & Film, wird es mehr "School of Rock" geben?

Es gibt ein Andrew Lloyd Webber Musical am Broadway. Und die TV-Serie ist gerade in Amerika gestartet. Aber mit beiden habe ich nichts am Hut. Aber sie beweisen, dass "School of Rock" lebt! Ob es allerdings je eine Kino-Fortsetzung geben wird, wer weiß? Wenn, dann müsste das Sequel perfekt oder sogar besser als das Original sein, denn der Film war bisher mein bester Hollywood-Moment. Und mit dieser Legende will ich mich nicht anlegen (lacht). Wir wissen alle, was mit "Der Pate" passiert ist. "Teil III" hätte nie das Licht der Welt erblicken sollen. Ich werde nicht den gleichen Fehler machen. Ich hatte - vor seinem Tod - ein sehr langes und tiefes Gespräch mit Marlon Brando darüber. Er riet mir (Jack imitiert Marlon Brando a la Don Vito Corleone): "Dreh keinen 'School of Rock 2'." Und dieser Rat ist mir heilig (lacht).

Interview: Anke Hofmann

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