Rudi Cerne verrät die neuen Fälle in "Aktenzeichen XY Spezial"

Was passierte am Seppenser Mühlenteich?
Was passierte am Seppenser Mühlenteich?
Foto: ZDF / Securitel
Was wir bereits wissen
Einmal pro Jahr strahlt das ZDF eine Sondersendung aus, die sich ausschließlich vermissten Minderjährigen widmet. Dabei stellt Moderator Rudi Cerne tragische und rätselhafte Kriminalfälle vor.

Der Fall ist ein Mysterium: Am 2. Mai 2015 verschwindet die fünfjährige Inga Gehricke aus Schönebeck spurlos in einem Wald bei Stendal. Das Kind will vermutlich Holz für ein Feuer suchen. Nach Ingas Verschwinden läuft die wohl größte Suchaktion Deutschlands an: Als Chef der Sonderkommission "Wald" lässt Holger Herrmann monatelang nach dem Mädchen fahnden. Weltweit wird ein Foto der Kleinen verbreitet: Es zeigt Inga mit langen blonden Zöpfen und einer auffälligen Lücke zwischen den Schneidezähnen. Obendrein wird eine Belohnung von 25.000 Euro ausgesetzt. Vergeblich. Bis heute fehlt eine heiße Spur. Deshalb wird die Akte Inga jetzt erneut geöffnet. In "Aktenzeichen XY Spezial: Wo ist mein Kind?" (Mittwoch, 29. Juni, ZDF, 20.15 Uhr).

Hier verrät er exklusiv, worum es diesmal gehen wird:

"In der Juni-Ausgabe suchen wir erneut nach Inga Gehricke sowie nach der spurlos verschwundenen Miriam Schulze aus Drage. Die 12-Jährige wird seit dem 22. Juli 2015 vermisst – genau wie ihre 43-jährige Mutter Sylvia.

Zudem rollen wir einen alten Fall auf und versuchen herauszufinden, was am 10. September 1996 mit der 11-jährigen Annika Seidel aus dem hessischen Kelkheim passiert ist."

Obendrein empfängt Moderator Rudi Cerne das ehemalige Entführungsopfer Johannes Erlemann. Er war am 6. März 1981 als 11-Jähriger gekidnappt und anschließend zwei Wochen lang im Kölner Stadtwald versteckt gehalten worden. In einem engen Verschlag, der nur 1,50 Meter breit, zwei Meter lang und 1,60 Meter hoch war. Seine Eltern zahlten schließlich drei Millionen Mark Lösegeld an die Entführer, und er kam frei.

Cerne: "Erlemann wird genauso wie Michelle Knight und Natascha Kampusch live bei uns im Studio sein, weil auch sein Fall verdeutlicht, dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Insofern können wir den betroffenen Angehörigen mit unserer Spezialsendung auch neuen Mut machen. Diese Einsicht habe ich bereits einmal gewonnen, als ich Gerry McCann interviewte, dessen Tochter Madeleine am 3. Mai 2007 im portugiesischen Praia da Luz verschwunden ist. Ich erinnere mich noch ganz genau an sein mutiges Statement: 'Solange nicht der Beweis erbracht ist, dass meine Tochter tot ist, habe ich das Recht zu hoffen, dass sie noch lebt und gefunden wird.'" Ergreifende Worte.

Der 57-jährige Cerne gesteht: "Das Schicksal von Madeleine McCann zählt definitiv zu den Fällen, die mich sehr bewegt haben. Er ist ein lebendig gewordener Albtraum! Als Maddies Mutter am 16. Oktober 2013 im 'Aktenzeichen'- Studio war, spürte ich förmlich, wie diese Frau leidet – psychisch und physisch."

Ein Albtraum, der nie endet

Doch es gibt weitere Schicksale, die Cerne unter die Haut gingen: "An manche Fälle kann ich mich übrigens extrem gut erinnern, weil sie gut ausgingen – etwa das Verschwinden der 13-jährigen Luljeta Tahiri. Das Mädchen war nach einem Streit mit den Eltern fortgelaufen, es kehrte erst ein Jahr später zurück – weil es seine Mutter Have und seinen Vater Nijazi am 3. Juni 2015 in unserer Sendung gesehen hatte. Für mich war dieser Fall sehr berührend, weil Luljetas Eltern ihre Tochter im 'XY'-Studio live um Verzeihung für potenzielle Missverständnisse baten und ihr versprachen, sie könne jederzeit heimkommen, ohne dass man ihr Vorwürfe mache. Über fünf Millionen Menschen verfolgten die Suche nach Luljeta damals – durch Zufall war auch die Vermisste unter ihnen. Die 13-Jährige hatte sich durchs Programm gezappt und ihre Mutter erkannt. In diesem Moment wurde ihr klar, was sie ihren Eltern angetan hatte, und sie kehrte nach Hause zurück!"

Etwas ändern, lösen, in Bewegung bringen – genau das ist laut Cerne der Kern des TV-Formats, das in der Branche auch unter dem Begriff "True Crime" (Wahre Verbrechen) firmiert. "Unser Erfolgsgeheimnis ist nicht nur, dass wir die Wahrheit eins zu eins abbilden – wir bewirken auch etwas! Ein Beispiel: Nachdem wir 2003 das Fahndungsfoto des gesuchten Sexualstraftäters Peter Horn zeigten, der mehrfach schweren sexuellen Missbrauch an Kindern begangen hatte, rief uns eine Zeugin an, die Horn als ihren Nachbarn in einer Wohnanlage in Marbella identifizierte. Daraufhin nahm die Guardia Civil den Täter umgehend fest. Dieser wertvolle Mitmach-Effekt ist das Herzstück der Sendung. Bei uns können die Zuschauer der Kriminalpolizei helfen. Obendrein erwarten sie eine zugespitzte, detaillierte Berichterstattung über aktuelle Fälle wie den der kleinen Inga! Unser Motto lautet: Erst Aufmerksamkeit, dann Aufklärung!"

Text: Mike Powelz

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