Was macht "Luther" Idris Elba so cool?

Detective John Luther (Idris Elba) löst auch in der 4. Staffel "Luther" auf ungewöhnliche Art Kriminalfälle
Detective John Luther (Idris Elba) löst auch in der 4. Staffel "Luther" auf ungewöhnliche Art Kriminalfälle
Foto: © BBC 2015 BBC AMERICA
Was wir bereits wissen
GOLDENE KAMERA traf den Londoner in seiner Heimatstadt bei der Präsentation seines neuen Actionthrillers "Bastille Day".

Die kleine Kinderhand verschwindet fast vollständig in den Riesenpranken von Idris Elba, als er laut, aber lässig "Hi" sagt. Moment, das ist gar keine Kinderhand, das ist meine eigene! Doch im Vergleich mit dem britischen 1,90-Schrank wirkt alles andere mickrig.

Trailer "Bastille Day"

Der 43-Jährige stellt im Londoner Soho Hotel seinen neuen Actionthriller "Bastille Day" (Kinostart: 23. Juni) vor – und beeindruckt sofort mit seiner trockenen und massigen Präsenz, dem bohrend-coolen Blick und der seltsam tiefergelegten Stimme, die Fans aus seiner Krimiserie "Luther" (4. Staffel ab 1. Juli, ZDF NEO, 23.20 Uhr) kennen. Für die gewann er 2012 den Globe.

Dabei hatte das Leben miese Rollen für Idrissa Akuna Elba vorgesehen. 1972 geboren und aufgewachsen im Londoner Problemviertel East Ham, schlug er sich wie viele andere dort mit schlechten Jobs in der Nachtschicht bei Ford durch, begann aber zugleich als Hochzeits-DJ – und mit der Schauspielerei. "Ich habe einen Martial-Arts-Hintergrund, das hat mir geholfen", so Elba zu GOLDENE KAMERA. "Ich bin in einer Gegend mit viel Gewalt in den Straßen aufgewachsen. Kinder wurden schikaniert – so musste ich ziemlich viel kämpfen ...", erklärt er ohne falsche Scham oder falschen Stolz.

Elbas lang- und mühsamer Aufstieg begann: kleinere Rollen im britischen TV seit 1995, drei Staffeln als Drogenbaron in der US-Serie "The Wire", die Nebenrolle als Heimdall in den "Avengers"-Hits, 2013 dann die Hauptrolle als "Mandela". Im selben Jahr setzte ihn das US-Magazin "People" auf Platz zwei der "Sexiest Man Alive"-Liste.

Auch "Bastille Day"-Regisseur James Watkins ist hin und weg. "Idris ist wie eine Wand! Er wäre ein brillanter Bond: Er hat den Look, das Talent, die Intelligenz in seinen Augen und die Körperlichkeit." Was Elba auch im Film beweist – bei einer Verfolgungsjagd auf einem Hochhaus in Paris. "Er hat sich sechs Wochen vorbereitet", so Watkins, "und fast alles selbst gemacht, vor allem den letzten großen Sprung."

"Ich liebe Stunts und Action", bestätigt Idris Elba, der nebenbei auch Rallye fährt. "Jeder Mensch hat eine gewalttätige Seite, die meistens nicht ausgelebt wird."

Für "Bastille Day" war er auch an der Musikauswahl beteiligt – und den Song im Abspann rappt er dann selbst, gemeinsam mit Fatboy Slim.

Die Karriere als DJ und Produzent hat ihm bereits mehrere Alben und Preise sowie einen Auftritt als Vorband von Madonna 2015 in Berlin eingebracht.

Nebenbei macht er noch Mode für ein britisches Label: "Ich bin Co-Designer der Sachen, die ich selbst trage. Es ist toll, eine Linie zu beeinflussen", sagt der zweifache Vater über seine Outfits, die zu den wenigen dezenten der Marke Superdry zählen.

Nur in einem Punkt reagiert Idris Elba empfindlich: Wenn jemand ihn auf seine Bond-Chancen ansprechen will. Und so zeigt er uns auch sofort eine noch finsterere Variante seines Blicks, lenkt das Gespräch auf 007-Modepapst Tom Ford und sagt mit einem Augenzwinkern zum Abschied: "Tom Ford ist ein großer Designer. Ich werde bald etwas von ihm tragen!"

Und sollte es nicht als Bond sein, so hat er mit der Verfilmung des achtbändigen Fantasy-Zyklus "The Dark Tower" von Stephen King bereits sein eigenes Kino-Franchise.

Künftig wird Elba wohl noch viel mehr Hände schütteln müssen.

Text: Oliver Noelle

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